Archive for Februar, 2005

12 Jahre Schule können eine mächtig lange Zeit sein.
Heute Abend wurde mir das Ergebnis meiner Oberschule überreicht.
In einem TüV-üblichen familären Kreis wurde mir durch
die führenden Mitarbeiter des Technischen überwachrungsvereins mein
Abschlusszeugnis ausgehändigt.
Der Ort der Verantstaltung wurde mit dem Restaurant Poseidon unter der
ehemaligen Schule bewusst gewählt. Endlich hat man das Ergebnis schlafloser Nächte
in den Händen und konnte sich auf Schulkosten die Birne vollkippen.
Der TüV übernahm freundlicherweise alle Unkosten des Abends :)
Es hieß immer nur, die Obergrenze wurde noch nicht überschritten…

Zusammenfassend kann man sagen, es hat sich gelohnt,
6100 Euro in die eigene Bildung und eine qualifizierte Ausbildung
zu investieren. Man kann jeden nur raten, die Schulzeit so sinn- und
lernvoll zu nutzen wie es nur geht.
Zwar bekam ich mein Zeugnis als Letzter, aber “at last the best one”…

Vor- und Nachmittag
Bis 14h schlafen.
Tim treffen, Nachmittag verbringen,
shoppen und bei McDonalds Spaß haben.

Abend
Hochinteressante Gespräche geführt.
“Staat ist scheiße” – ist aber eigentlich gar nicht so.
Man kann doch nicht den Staat an allen Ecken und
Enden verurteilen und gleichzeitig Hartz 4-Empfänger(in) sein.
Die Unterstützung zahlt sicher der liebe Gott.
“Ist doch toll den ganzen Tag nichts zu machen und dafür noch Geld zu bekommen”.
Ich frage mich, wo da das Vorbild für ihre Kinder ist.
Wo wir gerade bei der Person sind, wessen Namen ich bereits vergaß:
Wie kann man eigentlich mit der 8. Klasse die Schule verlassen und
dann Pädagogik und Psychologie studieren?
Feststellen lassen, dass ich Alphamännchen bin. Vorwürfe, Kritik und Lob.
“Ich habe eine starke Persönlichkeit”, bin “nett und symphatisch” und somit “unbewusstes Vorbild”.
Prickelnd auch die Erkenntnis über den Neid meiner gewählten Ausdrucksweise.
Nun, damit sollte sie eigentlich als Pädagigin gut klar kommen :)
Blöd nur, sich dann künstlich aufzuregen. Ich pass mich doch aber keinen Ghetto-Style an…
Zusammenfassung: BLUBB/Es lebe die Aktion “Rettet den Saalbahnhof”.

Heimfahrt
Auto freikratzen, Hände absterben lassen und toll auf der Straße rumrutschen.
Streptisch von Passanten angeschaut werden und munter weiter frei freuen.

Keiner kommt auf die Idee den Schlitten von der
Schwester seines Kumpels zu klauen und nachts damit
die Piste unsicher zu machen.
Nun, ich muss zugeben, keiner im Sinne von mir.
Die Idee schockiert, besonders wenn es kurz vor Null schlägt.
Die Idee fasziniert, besonders wenn man mich beobachtet.
Die Idee beeindruckt, besonders durch meine Freude ausgedrückt.
Die Idee reißt mit, wenn Außenstehende auch unbedingt fahren wollen.
Geschafft hast du es, wenn Fotos von tollen Augenblicken gemacht werden.

Lasst uns den Ernst des Lebens doch mal für einen Moment vergessen.
Gullis können auch morgen noch geöffnet werden.
Wir sollten uns am Wochenende mindestens 1 Stunde für uns nehmen,
sich eine Freude bereiten und das machen, was man schon lang unternehmen wollte.

“Du Vogel, jetzt bin ich sauer.”
:) Wär ich an deiner Stelle auch…
Ich hoffe trotzdem, dass du mir das nicht ganz so übel nimmst und
mich wirklich noch magst!

Wir starten in ein Festival der guten Laune.
Lasst es uns gemeinsam beginnen und durchleben.

Wir schreiben Donnerstag, den 24. Februar 2005.
Ziel für den Nachmittag war es, gemütlich einen Cappucino zu trinken.
Das Bohemé war zu verraucht und voll.
Man ging also ein paar Meter zurück – Einstein.
Nach dem Türöffnen gewann ich positive Eindrücke,
die wunderschöne Atmosphäre überkam mir.
Der Trainer der Jena Baskets war auch da :)

Es war schön mit dir. Zu kurz, aber traumhaft.
Und was haben wir gelernt?
Lachen macht gesund. Denk bitte trotzdem nicht
alt so viel an Köstrizer Sweatshirts oder Toilleten!
Ich hoffe, dass wir uns bald wieder sehen.
Vielleicht bin ich dann auch nicht mehr so nervös.
Das Okay deiner Mum haben wir bestimmt, wenn nicht,
ruf ich einfach nochmal an…

Viel zu viele Leute reden heute über einen Mann,
der Chaos schafft, auf Armut rumtritt und es nicht
verdient hat, dass für ihn alle Gullideckel zugeschweißt werden.

Der US-Präsident, welchen Namen ich verschweigen will,
tritt auf wie der Held der Erde. Aber nein, Herr Präsident,
Sie haben die Menschheit nicht geschaffen. Lieber sollte
er dafür sorgen, dass junge Amerikaner nicht mehr denken,
es gäbe keine Evolution – Alles Gottes Werk…

Und nun zu meiner Headline: Harald Schmidt war göttlich :)
Haralds Brille ist kaputt und nun muss ordentliches Zeiss-Glas her.

Also von meiner derzeitigen emotionalen Heimat Jena aus gesehen,
muss ich dort sagen, wenn ich “zu Hause” in Greiz bin.

Es ist schön, wenn man durch die Straßen läuft und
sich an vergangene Kindheitszeiten erinnert.
Deine ehemalige Schule wird geschlossen, aber du triffst
alte Bekannte bzw. Klassenkameraden.

Als besonderes Wiedersehen würde ich das mit Annette bezeichnen.
Vor einigen Jahren haben wir noch gemeinsam im Maisfeld
heimlich geraucht und jetzt sind wir alt genug,
um kurz vor Zehn – wochentags – noch in einer Kneipe zu sitzen,
welche eigentlich ein Café ist. Wir wollen uns treffen.
Wird zwar nichts drauf, aber allein der Gedanke ist schon toll.

Es ist irgendwie toll, Abstand von
dieser ganzen Informationstechnik zu gewinnen.
Einfach eingeschneit werden und nicht mehr
weg kommen.

Am Sonntag habe ich einige tolle Telefonate geführt.
– Jule
– Julia
– Janine
– Sandra
Am Meisten hat mir mein Gespräch mit Jule bedeutet.
Genau die Jule. Weiß nicht, hab gar keine offene Frage mehr.
Aber es wird trotzdem nicht langweilig. Von Julia habe ich vielleicht einfach
zu negative Ereignisse erfahren. Sonst war unser Gespräch faszinierend.
Janine sollte ihr Telefon nicht einfach ausmachen,
wenn ich sie zurückrufen soll. Auch 2h verspätet nicht.

Sandra. Schön mit dir zu plaudern, aber bitte finde dich damit ab,
dass ich Gespräche auch gern mit anderen Menschen führe.
War irgendwie vor einer Woche schöner. Konnte man sich noch sehen und
mit TimTom auf Herzensjagd gehen.

Heute hatte ich mein Zahnarzttermin.
Ich möchte nicht darüber reden. Ich weiß nur,
dass ich sehr bald nochmal hin muss.

Die letzten vierhundertsiebenundzwanzig Tage oder
zehntausendzweihundertachtundvierzig Stunden
habe ich auf diesen Moment gewartet.

Am 17. Februar 2005 um 22:16:08 geht Jule ans Telefon.
Ein wahnsinnig emotionaler bedeutender Moment für mich,
den kleinen Martin. Wir, ich hätte nie gedacht,
das Wort nochmal in diesem Zusammenhang schreiben zu können,
haben 18 Minuten miteinander geredet. Eigentlich habe ich
gegen meine Natur kaum geredet. Ich war sprachlos als Jule abnahm.
Auf wahnsinnig viele Fragen habe ich endlich die
sehnsüchtig erhofften Antworten erhalten.
Wenn ich an diesen herzlichen Anruf zurückdenke, bekomme ich Gänsehaut.
Wie auch schon vor längerer Zeit, war es toll mit ihr zu sprechen.
Gefühl -> Aussage -> Verständnis -> Erklärung -> Antwort.
Das Fazit unseres Gesprächs ist:
Kontakt halten (Telefonate) und Freundschaft (Treffen).

Mir haben diese gestrigen 18 Minuten unendlich viel bedeutet.
Wir möchten uns wiedersehen. Reden.

Das einzige Telefonat, was mich ähnlich bewegte,
also emotional vergleichbar ist, war der Anruf von
Beate, meiner Tankstelle des Lebens,
nach meinem Unfall vor etwa 2½ Jahren.