Dieser freie Freitag sollte genutzt werden,
um meinen neuen Mietvertrag zu unterschreiben und
erste Möbel in die neue Wohnung zu verfrachten.

Die Fahrt begang voller Vorfreude recht gemütlich, wurde allerdings wie gewohnt in der Umgebung Kassels zum Horror. Ich mag diese Stadt nicht. Sie ist nicht schön, zu wenig Straßenschilder, zu viele Baustellen und außerdem die unmöglichsten Fahrer Deutschlands. Im Straßenverkehr sollte man sich rücksichtsvoll und gemeinschaftsorientiert verhalten. Irgendwie scheint diese Lektion bei den KS-Fahrern in der Fahrschule zu fehlen. Ich fuhr also eine Weile fälschlicherweise in Richtung München, nutze die Rückfahrt auf die geplante Strecke dann, um kurz einzukaufen und stürmte als erste Kunde den ALDI-Supermarkt. Mein Großeinkauf an diesem sehr warmen letzten Wochentag sollte ein Deodorant sowie eine Packung Schokoküsse enthalten. Nach kurzem genüßlichen Verkehr erster Leckereien, ging es gemütlich weiter. War die A44 erreicht, sollte es keine Problem mehr geben – gab es auch nicht.
Am Autobahnkreuz Bochum konnte ich mich dann für die Richtungen Wuppertal oder Herne entscheiden. Da ich mit Sandra sowieso verabredet war, holte ich sie direkt einfach ab. Nach der kurzen Vorsprache bei ihren Eltern und symphatischen Geschwistern, machten wir uns auf den Weg zum vereinbarten Termin mit meinem neuen Vermieter in Hattingen. Getressten fuhren wir nach einem völlig ungünstig dimensionierten Streckenplan total verunsichert, kamen allerdings ohne Umwege an – sogar pünktlich.

Die Formalitäten gingen ohne Probleme von statten. Ich bin jetzt also im Besitz zweier Wohnungen. Naja, wer’s braucht. Schlimm ist nur irgendwie die Vorstellung, dass es nun absolut kein zurück mehr gibt.
Nachdem ich mit tatkräftiger Unterstützung einer reizenden Freundin mein Auto leerräumte, gingen wir um den schönen Teil des Tages einzuläuten in die City. Zu Fuß ließen wir bei gefühlten 60° Grad Celsius etwa 15 Minuten. Ging halt alles etwas langsamer. Wenn ich bedenke, dass meine junge Nachbarin im Alter von was-weiß-ich-70 nur 5 Minuten braucht, kommt mir ein leichtes Schmunzeln über die Lippen.
Wir ließen stundenlang durch die Straßen, saßen bei McDonalds und einem Café auf dem Friedrich-Ebert-Platz und haben die Ruhe und Sonne einfach nur genossen. Außerdem habe ich schöne Foto von irgendwelchen Pasanten gemacht. Die eine Frau in der Telefonzelle wirkt allerdings am Besten.

Die Burger King-Lokale in Hagen sind übrigens hier:
– Herdecker Straße 16
– Preusser Straße 2 / Ecke Spiekerstraße

Da ich noch viel Zeit in Hagen verbringen werde, machte ich mich gegen 17:15 Uhr auf den Rückweg nach Jena. Bis Kassel gab es bis auf die total vollgekrachten Autobahnen keine ärgernisse. In Kassel wollte ich dann aufgrund meines leeren Tankes ein wenig abkürzen. Wenn nicht jeder Ort, durch den ich fahren wollte, gesperrt gewesen wäre, hätte alles auch super geklappt. So sind die zahlreichen Umleitungen zum Nervenkitzel geworden. Bei leuchtender Tankanzeige war der bis zum überlauf gefüllte Tank sicherlich bis auf den letzten Tropfen ausgesogen. In Eisenach wollte ich auf die A4 bis Jena die letzte Etappen einläuten. Bei dem Willen ist es für etwa 2 Stunden bei sichtbarem Stillstand auf der Autobahn geblieben. Lieber stellte ich mich auf den Raststättenparkplatz und las ein bisschen.
Irgendwann wagte ich das Anstellen zur überfüllten Mitteldeutschland-Verbindung. Die restliche Strecke dauerte ewig, sodass meine Zusammenfassung keinen zeitlichen Vergleich wagen kann:
Stillstand. 20 km/h. Unwetter. Blitze. Regen. Keine Sicht. Ankunft. Schlaf.

Die Zeit läuft weiter: Noch 29 Tage bis weg.