Feier
Das Wochenende sollte Freitagmittag nach einem tollen gesponserten Frühstück verhältnismäßig früh beginnen. Ich machte mich unmittelbar von Bahnhof aus auf dem Weg ins Thüringer Vogtland. Das Auto packte ich schon am Vortag, sodass es dadurch keine zeitliche Verzögerung geben sollte. Ich würde sagen, es war vollgekracht. Außer mir hätte nichts mehr reingepasst.
Angekommen, fing ich langsam an, mich zu sortieren und vor meinen immer näher rückenden Umzug alles zurecht zu machen. Es sollte nämlich mein letzter Besuch vor meinen Gang nach NRW sein. Gespannt lief ich das gesamte Wochenende auf und ab, sammelte meine Gedanken.
Für dem Samstag war die Geburtstagsfeier meines Papas geplant. Hierfür wollten wir, um die musikalische Untermalung zu sichern, auf neues Technologie setzen. Die Freitagabend-Beschäftigung artete in schier endlosen Versuchen und Baumarkt-Einkaufsfahrten aus. Im Endeffekt nutzen wir von der Bodenkammer ausgegrabene Technik der Deutschen Demokratischen Republik in Verbindung nicht ausgereifter, angeblich höherwertiger, Entwicklungen der Bundesrepublik Deutschland.
Am Samstagnachmittag traf ich mich zu einem leider viel zu kurzem für längere Zeit letzten Kaffee-Klatsch mit meinem Schatz’l Doreen. War aber doch wieder recht witzig. Ich kann allerdings nicht verstehen, dass du sagst, ich sei stressig. Nein, also wirklich nicht.
Die Feier war toll. Es hat nicht nur alles ganz lecker geschmeckt hat, sondern die Stimmung war auch angemessen brilliant. Für einige Einzelne war der Abend nur sehr kurz, aber im Vergleich vielleicht genauso intensiv. Es war irgendwie schön, besonders hat mir gefallen, viele Verwandte und Bekannte, ins Besondere meine Oma und alte Tanten, nach langer Zeit mal wieder zu sehen.

Besonders gefreut hat es mich als ich am Samstagnachmittag in den Videotext sah und las, dass der FC Carl Zeiss JENA sein 2. Auswärtsspiel bei Hertha BSC in Berlin 3:1 gewann.
Der FC Rot-Weiß Erfurt bestritt sein Heimspiel gegen den HSV 2:0. Auch okay.

Besuch
Um mir den Weg bzw. übergang zu erleichtern, wurden schon die ersten Besuch in Hagen angefragt. Ich bin oft pessimistisch, aber der Gedanke an sich freut mich schon wahnsinnig. Egal, ob es wirklich wie geplant, vonstatten geht, zählt in diesem Fall der Gedanke. Bist halt mein Schatz.

Trauer
Der Abschied am Sonntag fiel mir ungewohnt schwer. Es war nicht nur emotional, sondern für mich persönlich richtig herzaufreibend. Wenn ich daran denke, viele dieser verabschiedeten Personen lange Zeit nicht mehr zu sehen, finde ich es sehr hart. Nach einem doch ziemlichen traurigen Abschied, fuhr ich noch auf den Friedhof vorbei. Ich wollte unbedingt meinen Opa mal wieder besuchen. Wie die meisten Leser es sich vorstellen können, ist es nicht einfach gewesen. Nach längerer Verweildauer machte ich mich im eigenen Regen nach einem letzten Schulterblick und schöne Erinnerungen auf den Weg in die Zukunft. Irgendwie gingen die letzten 18 Jahre nochmal im Zeitraffer an mir vorbei. Obwohl mir direkt wieder ganz heiß, vielleicht mulmig, wird, freue ich mich wahnsinnig auf die nächsten 18.

Freude
Nach den vorher gegangenen geladenen Stunden, konnte ich das Treffen mit Maria und Julia kaum erwarten. So lange hab ich die beiden nicht gesehen, wirklich schade. Doch war es irgendwie wieder traumhaft .-.
So nette Menschen!
Maria, ich hab heute mal ein bisschen JAM FM gehört. Du hast mich direkt für den Sender begeistern können. Weißt du aber, was das Schönste ist? Ich will nicht fies sein, aber ich las gerade Folgendes: Jena, Thüringen: Frequenz 97,50.
Seit Jahren planten wir, Sissi zu schauen. Gestern wurde der Traum erfüllt. Die Stimme der syphatischen Romy Schneider ist einfach zu göttlich. Aber ich glaube, das Ende auf dem Markusplatz in Venedig übertrifft alles. Sie und ihre Tochter winken mit einer unbeschreiblichen Herzlichkeit in die doch verblüfften Gesichter der Menschen.
Das Essen war übrigens echt lecker. Bei Gelegenheit muss ich mich unbedingt nochmal nach dem Rezept der Sauce erkundigen.
Außerdem bin ich gespannt, ob ich die Anthea zum Heldenkonzert sehe.

Arbeit
Nun ist eigentlich keine Zeit mehr für Emotionen. Arbeit.
Ich habe mir allerdings vorgenommen, mir wieder öfters und vor allen Dingen regelmäßig Zeit für mich und für mich wichtige Personen zu nehmen. Schlief wieder mal nicht viel, aber diesmal schaute ich mit einem lächelnden Gesicht nach Jena. Auch wenn „Müdigkeit macht friedlich“ zutrifft, werd ich heute bisschen mehr Schlaf einlegen.

Vielleicht sieht man ja die Person, Tina, die mir zu Zeit beeindruckend verwunderlich (viele) Mails schreibt, auch noch 🙂
Keine Angst, ich werde mich auch um die Antwort bemühen.

Die Zeit läuft weiter: Noch 19 Tage bis weg.