Der Beginn (Montagmorgen)
Es scheint eine Horrorwoche zu werden. Der gestrige, durch das wunderbare Heldenkonzert, geprägte Tag war schon zu lang. Dann die heutige Fortsetzung. Es gibt tatsächlich Menschen, die feiern schon 2 Tage vorher in die Richtung eines Geburtstags. Erstaunlich, wie ich finde. Ich werde wahrscheinlich am entscheidenen Tag da sein. Was mich im Moment gerade stört, sind meine wahnsinnigen Magenkrämpfe inkl. extremer innerer Temperatur. Irgendwie so ein Ding zwischen Hunger und Brechreiz. Mir wurde gelehrt, dass dies eine Mucke sein. Im normaldeutschen Gebrauch, nennt man das Virus. Vielleicht hab ich ja schon die Vogelgrippe.

Der Absturz (Montagabend)
Nach einem spontan entschlossenen früheren Feierabend machte ich mich nach kurzem Besuch von Douglas unmittelbar, fast schon im selben Moment auf den Weg nach Jena-Ost.
Der Abend war lustig, die Nacht umso schöner. Was mit unwahrscheinlich gemütlicher Nichtarbeitslaune begann, entwickelte sich zu einem erinnerungswerten Geburtstag. Skandalös nur irgendwie, dass trotzdem noch tatsächlich 2 Bier übrich geblieben sind.
Das Tollste sicherlich stellte das Gespräch mit Christin dar, die ich hiermit herzlich grüße. Ich hoffe, du nimmst irgendwann mehr als Spaß aus der Sauna mit.
Das Tollste sicherlich stellte das Guten-Morgen-mein-Kopf-explodiert-gleich-Gespräch mit Tina dar. War irgendwie witzig. Du begeisterst mich ständig aufs Neue.
Das Tollste war ein Zug nach den anderen zu verpassen.
Das Tollste war der Geburtstag von Maxi.
Es wurden auf jeden Fall Menschenbilder gebildet oder neu geformt. Ich fühlte mich zeitweise ziemlich weiblich, da Peter immer mit mir pissen gegangen ist. Das Gefühl änderte sich allerdings genauso schnell wie ich zwischen meine Beine fasste. Eine wirkliche Erleichterung würd ich meinen, obwohl mich ein intensives Gespräch wahrscheinlich wieder von der Spezies Mädchen/Frau überzeugt hat. Ich redete schon sehr lange Zeit nicht mehr so offen und das war der Beweis, dass man genau das eher tun sollte. Ich muss irgendwie gerade Lachen, weil ich nicht mehr weiß wo hinten und vor ist. Besser ist es, wenn ich es auch nicht erfahre.
Was mache ich, wenn ich nicht mehr weiß, was ich sagen soll?
Ich fragte mich gestern noch so einige Dinge, aber das könnte ich nur dir erzählen.

Das Zuendegehen (Dienstagabend)
Das Ende war ein intensiver Körperreinigungsvorgang in bakteriesammelnden Warmwasser. Neunzehnuhr – JenaJournal. Gute Nacht.

Der Neuanfang (Mittwoch)
So schnell kann es gehen und ein neuer Tag vor der Tür stehen. Ich bin rausgegangen, ziemlich früh sogar. Nachdem ich mich durch den Nebel kämpfte und auf die Bahn wartete, begann der Tag wie jeder andere zu werden. Die selbe Landschaft, die selben Menschen, die selbe Zugverspätung, Gewohnheit.
Die Begrüßung fiel heute im Vergleich ziemlich witzig aus, da wir uns ja genau 2427 Minuten vermissten.
Heute, nachdem ich wieder angefangen hab bzw. musste klar zu denken, könnte ich mich stundenlang über „Haseneier“, „(hmm hmm hmm) Liste“ oder „Ja.“ amüsieren.
Nun: IP, MPLS und XOT – endlich wieder wissen, wie und was. Die Krönung ist dann, Sitzungen des Bundes- und Landtages zu verfolgen sowie langsam zu verstehen, warum es dem Land so schlecht geht.

Der Schreck
„Hast du eigentlich deine Arbeitsarbeit schon fertig?“
Meine Praktikumsbeurteilung (auszugsweise):
– Jeden Tag zu spät kommen
– Kaffee wegtrinken
– 0190-Nummern anrufen
– Den ganzen Tag surfen
– Frauen begeistern/belästigen, vorzugsweise verheiratete
– Server mit Kaffee ertränken
– Wirkungsstudieren probiotischer Präperate

Die Erleichterung
„Martin – Eukalyptus oder Sahne?“