Der Samstag begann wie ein ganz besonderer Tag. Mit außergewöhnlicher Vorfreude hatte man seit Tagen nur diesen Nachmittag im Auge. Viertel vor veir (dreiviertel vier ostdeutscher Zeit) war es soweit. Nachdem ich mich mit den Auto zurecht in ideal entfernten Abstand zum Ankunftsstandort platziert habe, rannte ich auf den Hauptbahnhof. Gleis 4 schaute ich schnell an der übergroßen Ankunftstafel, sprintete draufhin schnell zum Bahnsteig. Dann stand ich dor, wartete wenige Sekunden und der Sauerland-Express aus Kassel hielt Einzug. Zwischen vielen Dutzend Passgagieren tauchte sie auch. Ein bekanntes Gesicht aus weiter Ferne. Auf einmal so so nah.
Es war ein bewegendes Gefühl, obwohl der Zug schon stand. Tina war schon mein vierter Gast, welcher mir als erstes von dem leckeren Duft am Bahnhof erzählte. Die wenigen Meter über den Konrad-Adenauer-Platz zum rollendem Fahrzeug kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Irgendwie stand die Zeit still, vielleicht lag es auch einfach am benachbarten McDonalds, aber das möchte ich nun mal außer Acht lassen. Gemütlich fuhren wir zu mir und ich versuchte meinen Gast in ihre zukünftige Heimat einzubringen. Gemütlich machten wir uns zu gegebener Zeit auf den Weg in Innenstadt Hagens. Wir liefen bei tollen Regen durch die Stadt und machten noch notwendige Besorgungen (es ging um Alkohol) für das bevorstehende Wochenende bzw. den geplanten Frauenabend.
Zu späterer Stunde fuhren wir dann mit der Bahn über Bochum nach Herne. Angekommen in Wanne-Eikel-Hbf. gab es wie immer Treffpunktsschwierigkeiten mit Tim. Mit dem wollten wir uns treffen, um gemeinsam zu ihn nach Hause zu kutschieren. Wir bereiteten die ersten verschiedenen Gänge für den Frauenabend vor und besprachen kurz die Lage. Unser Weg zu Edeka sollte durch eine Bewegung bekannter Gestalten. Sie sollten uns den gesamten Abend begleiten und vom Gesellschaftleisten gar nicht mehr genugbekommen. Blind wie nachts während des Schlafens chauffierten wir von und mit Tim zum schönen Einkaufsmarkt und den Einkauf um einige Besorgungen zu ergänzen. Wenige Minuten später, kurz vor dem Verbrennen des leckeren Essens, welches in der Zwischenzeit vor sich her gokelte. Die Speise ist zubereitet, die Gäste können kommen. Meike, Katharina, Katherina und Verena sollten es sein. Umstrukturierung ist nicht nur in der Politik üblich, also luden sich noch zwei anonyme männliche Verbindungsjungs selbst ein. Der Abend war ziemlich versoffen. Gefährliche Flüssigkeiten bewegten Kopf und Glieder im Einklang. Insgesamt war der Abend gelungen und alle von meinen Kochkünsten überzeugt. Und ja, alte Tante, ich habe meinen individuellen Geschmack zum Besten gegeben.
Ziemlich spät wollten plötzlich alle weg. Als nüchterner Taxifahrer brachte ich unsere Gäste noch sicher nach Hause – im Service des Frauenabendteams natürlich enthalten.
Tina, Robert und ich machten uns dann als letzte Gäste auf durch die gefährlichen Straßen von Herne. Kurz vor vier ist es nicht mehr so einfach aus diesem Kaff wegzukommen. Nach wenigen Stunden des Wartens ging immerhin ein Zug nach Bochum. Unzählige Stunden später – kurz nach 5 – fuhren wir im IC in traumhafter Stimmung weiter nach Hagen. Ich fühlte mich blendend, meine Begleitung Tina verständlicherweise nach 24h des Wachseins nicht mehr alt so ausgeprägt. Wir kamen an und ich fands schön. Ich hoffe mal du im Nachhinein jetzt auch.

Das war der erste Tag für und mit Tina im schönen gar nicht so dreckigen verqualmten Ruhrgebiet. Und es geht noch weiter…