Bereits am gestrigen Abend kündigte enormer Schneefall die Ausnahmesituation an. In der Nacht wurde dies noch weiter verschärft und fasst das gesamte Ruhrgebiet lahmgelegt.
Eigentlich wollte mich heute Maggy besuchen, um gemeinsam mal über den Weihnachtsmarkt zu schlendern. Das strebte fast gegen Null, da ein Wegkommen aus Gelsenkirchen so gut wie unmöglich war. Ich mache gern auch das Unmögliche bewältbar und beschloss nach kurzer Rücksprache die Fahrt zu ihr.
Auf den Seiten der Hagener Straßenbahn AG las ich, dass der gesamte Stadtverkehr bis auf Weiteres komplett eingestellt wurde. Ich muss mich also dich die Schneeberge zum Hauptbahnhof quälen. Dort angekommen hing der Fahrplan wie ein Bild ohne Nutzen einfach nur zum Anschauen an der Wand. Der Blick auf die Abfahrtstafel projezeite Schlimmes. Jeder Zug hatte Verspätung, die kürzeste betrug 30 Minuten. Nun gut, ich stellte mich dann also fröhlich gelaunt aufs Gleis und wartete. Wenige 45 Minuten später ging es dann los. Auf nach Essen! Dort angekommen, ein ähnliches Spiel. Ich stellte mich hin und beobachtete die Menschen. Einer meckerte mehr als der andere. War toll zu sehen, traurig aber mitzubekommen, wie grottenschlecht die Deutsche Bahn AG mit einer solchen Situation umgehen kann. Keine Ansage, ob überhaupt noch ein Zug fährt wie viel Verspätung…einfach nichts. Schauen, was passiert, war die Divise. Ich glaube, nach 20 Minuten ging es dann tatsächlich weiter. Die Fahrt in das schönste Gelsenkirchen nach Buer wurde erfolgreich angetreten. In GE-Hbf kam ich dann mit einigen 100 Werder Bremen-Fans an und begrüßte zwischen gröllenden Fußballfans die Person, die Treffen normalerweise immer absagt.
Wir aßen bei Subway ein Sandwich und dann ging es ins Getummel des Weihnachtsmarktes. Wir beschlossen spontan zur Arena AufSchalke zu fahren und das Topspiel von draußen anzusehen. Ich machte einige Fotos. Wir spazierten durch den Park und fuhren noch in das Zentrum des Gelsenkirchener Stadteils Buer. Schöne Gegend, da war ich sogar schon. Das ist nämlich genau der Ort, wo ich sie kennenlernte.
Gegen 6 Uhr am Abend begann ich meinte Rückfahrt. Durch das zu Ende gegangene Bundesliga-Spiel waren zahlreiche Bahnen mehr im Einsatz. Alle 30s eine Neue. Bereits einige Kilometer vor der Arena merkte man, dass dies nicht mit dem Verkehrsnetz vereinbar war. Schon gar nicht, wenn es weiterhin schneite. Die Fahrt ins Zentrum dauerte ungefähr 90 Minuten (normal: 20 Minuten). Ich merkte immer mehr, wie schwierig die Heimfahrt werden sollte. Am Hauptbahnhof vorgefahren, waren die Bahngleise wegen überfüllung gesperrt und es ging lange Zeit nichts mehr. Später wurden diese wieder geöffnet und nach gewohnter Wartezeit ging es weiter Richtung Dortmund. Jetzt wenigstens im warmen Zug.
In Herne stieg ich dann aus, um mit der U-Bahn meinen Ausflug in die Heimat fortzusetzen. Ich fuhr erstmal nach Bochum. Ein kurzes Gespräch mit einem Bahnmitarbeiter verriet, dass der nächste Zug nach Hagen in etwa 1 Stunde fährt. Diese Gelegenheit nutzte ich direkt, um mir den dortigen Weihnachtsmarkt anzuschauen. Nachdem ich so ein bisschen gelaufen bin, suchte ich in Hektik ganz dringend eine Toilette. Gab es nicht. Weder bei McDonalds, noch am Bahnhof oder der Innenstadt. Bevor ich mir fast einpiselte, wurde die Landschaft gedüngt. Ein schlechtes Zeugnis für Bochum.
Nach kurzzeitiger Verspätung meiner S-Bahn ins Sauerland war ich nach schneller Fahrt in der Heimat. Da noch immer kein Bus fuhr, lief ich die nicht alt so lange Strecke zu meiner Wohnung. Die Fahrtdauer insgesamt betrug nur 3,5 Stunden.

Hier angekommen, folgte ein schönes Wärmebad und der unmittelbare Weg ins kuschelige Bett.