Dieser Freitag begann wie jeder andere.

Ich quälte mich aus dem Bett und fuhr trotz der letzten Nacht ziemlich relaxt in einem total überfüllten Bus zur FH. War ganz interessant, was die verschiedenen Vortragenden so zu sagen hatten.
15:30 Uhr wäre regulär Schluss gewesen. Für die meisten war es dann auch so, aber ich wollte mir nach längerer überlegung die Klausurübung nicht entgehen lassen. Es war für mich erstaunlich zu sehen, wie ein Professor bei Ruhe im Audimax aufgehen kann und Freude bei seiner Sache hat. Leider werden das viele nervende Idioten nie erleben, da sie ihre Fresse nicht halten können.
Ich bin sehr gespannt, wie sich das mit Beginn der Studiengebühren im Wintersemester 2006/2007 entwickeln wird. Die nun auch für die FH Südwestfalen feststehende Summe von 500 Euro ist recht erheblich. Es ist ja wohl aber so, dass man etwas für sein Geld sehen kann, jedenfalls in Nordrhein-Westfalen. Das Geld verbleibt nämlich bei der jeweiligen FH. In NRW muss diese auch nachweisen, dass 1. der hohe Beitrag nötig ist und 2. wie die Mittel zur Verbesserung der Lehre eingesetzt werden. Sicher wird die FH in den nächsten Wochen/Monaten schrumpfen, aber wenn es den Lehrbedingungen zugute kommt, stehe ich dem ganz positiv gegenüber. Das sozialschwachen die Hochschulbildung versagt bleibt, finde ich nicht in Ordnung. Die Aufnahme Niedrigzinskredite der Länder ist wohl möglich, aber ein Kredit in Höhe von 10.000 Euro am Anfang eines Berufsleben, bringt die Wirtschaft sicher nicht voran.
Gegen 17:45 Uhr begann das langsam ersehnte Wochenende.

Der heutige Abend soll im Zeichen der verseumten weihnachtlichen Bescherung stehen. Ich bin sehr gespannt, wie genau sich das gestaltet.
Der Weg ist das Ziel!? Nun, heute nicht. Ich bin mir darüber im Klaren, wo ich hinmöchte. Seit langen besuchte ich Tim mal wieder. Die Zugfahrt nutzte ich, um in die neue ZEIT reinzuschauen. Bestimmte Artikel fesselten mich so, dass ich sogar während meines Umstiegs in Bochum auf dem Weg vom Hauptbahnhof zur Straßenbahnhaltestelle Richtung Wanne-Eikel weiterlesen musste. Da sich Tim verspätete, hatte ich auch in Herne noch kurz Gelegenheit, um Geschichten des Lebens zu Ende zu lesen.
Angekommen, brauchte ich aufgrund der letzten Nacht direkt einen Kaffee. Trotz gemiedener Computertechnik, taten mir meine Augen weh wie nach einer 45-Stunden-Woche Programmierung.
Als Katharina vorbei schaute, meinte sie direkt, ich sei ganz schön angetrunken. Das war ein kräftiger Schlag ins Gesicht. Ich trinke nur noch in Maßen und vom Kaffee bin ich, so zeigt es meine Vermutung, auch nicht besoffen gewurden. Mich freut es sehr, dass meine Stimmung offensichtlich nicht vom Alkoholspiegel abhängig ist.
Wir bereiteten die Weihnachsfeier vor. Lichterbogen, Weihnachtstischdecke, Kerzen und eine Weihnachtspalme. Die Stimmung war sehr besinnlich, sehr angenehm nach einer stressigen Schulwoche. Es tat gut, so gemütlich ein bisschen zu plaudern und „Schweigen der Lämmer“ zu schauen. Obwohl ich am Anfang von einem Geschenk schokiert war, finde ich es immer besser. Irgendwie sogar angenehm…
Nachdem wir noch ein kleinen Gute-Nacht-Spaziergang unternommen haben, lasen wir noch ein wenig und gingen fließend in den Schlaf über.

Dieser Freitag endete, aber nicht außerordentlich oder gewöhnlich.