Meine Güte. Ichh hätte nie gedacht, dass ich nochmal so vertiefst und vernarrt ins Lernen sein werde. Doch, nette Professoren und schwierige Klausuren regen mich genug an, um mein Leben – wenn auch nur kurzzeitig – ausschließlich auf diesen enorm wichtigen Teil zu lenken. Es bleibt kaum noch Zeit für mich, Einkauf, Wäsche oder gar das Saubermachen der Wohnung. Ich bekomme sowieso jeden Tag Besuch, der mir alles wieder dreckig macht. Die Freude über das Vorbeischauen scheint größer zu sein als das Wille nach Sauberkeit. Ich musste mich heute schon überwinden, um 10 Minuten für ein grobes Durchsaugen zu nutzen. Zu kostbar ist die Zeit. Besonders jetzt. Daher bleibt leider auch kaum Freiraum, um mehr als 5 Minuten im Bett meine Lieblingslektüre zu lesen. Die verschiedenen Zeitungsbestandteile werden aber fleißig zur Nacharbeitung aufbewahrt. Immerhin ist diese ganze Klausurenscheiße in schon 2 Wochen vorbei 🙂

Für den heutigen Tag war Mathematik angesetzt. Mein größter Feind, wie ich finde, konnte souverän bewältigt werden. Ich bin sehr optimistisch. Jetzt sind es ja auch nur noch 6 kurze Wochen, in welchen man zabbeln und bangen muss. Ich war ungewohnt gelassen. Man man, haben die Leute sich verrückt gemacht und sind am Rad gedreht. Ich kam beinahe zu spät und wurde freundlich gebeten, mich zu setzen. Natürlich auch an die richtige Stelle, was nicht auf anhieb klappte. Aber nun, jeder fühlt sich in einem kleinen Audimax mit über 200 anderen nervösen Leuten mal desorientiert vor. Im Anschluss bin ich nach Hause geeilt. Vorbei an Esther und sinnfreien Gesprächen, direkt ins Auto.

Der Anruf von Tina war überwältigend. So viel sei gesagt. über den Rest mich ich noch nachdenken. Ich finde es auf jeden Fall herrlich, mit dieser netten Person zu sprechen und freue mich schon, dich bald mal wieder zu sehen. Einfach mal in die Arme nehmen und durchknuddeln. Ja, du hast richtig gelesen! Nehm also einen kräftigen Atemzug, bevor wir uns Hallo sagen.
Im gleichen Moment musste ich an den lustigen Abend gestern denken. Die meisten Studenten der FH SWF waren wohl damit beschäftigt, Mathe zu lernen. Ich las lieber ein paar Online-Zeitungen. Im selben Moment, wo ich an Christin dachte und mich wieder einmal fragte, ob ich ihr nun so langsam antworten solle, lief ein schöne Lied auf Radio Hagen. Es erinnerte mich an einen warmen Augustmorgen. Ich lag lange Zeit allein auf einer schaukelnden Bank und lies mich durch die Melodien von Tracy Chapman geleiten. 2x hörte ich ihr Album bevor die Allgemeinheit der Meinung war, aufzustehen. An diesem Tag war vieles besser als jetzt. Bei den Dingen, die ich nicht selbst entscheidend beeinflusste, stellt sich immer mehr folgende Frage: „Warum eigentlich?“ Ich hoffe, Anworten zu bekommen oder auf sie zu stoßen.