Heute war ein komischer Tag. Gestern war ich gefühlte 50 Stunden in der Fachhochschule und sah kein Land mehr, heute wollte ein Abwechslung. Die bekam ich dann auch, sogar in großem Umfang.
 
Als Elektrotechnik-Experte ging ich ein paar Minuten früher und konnte vor meiner Zugfahrt zu den sportlichen Aktivitätenräumen noch einen Happen essen. Das tut ja mal ganz gut, obwohl das nicht so recht in meinen Trainingsplan passt…Nein, Scherz, so gestört sind nur andere. Ich war dann zwar eher am Bahnhof, konnte sogar eine S-Bahn eher nehmen, aber kam trotzdem später an meinem Zweitlieblingsumsteigebahnhof „Dortmund Hauptbahnhof“ an. Komisch, denn irgendwie hat uns der andere Ruhrcity-Express nicht überholen können. Jedenfalls stelle ich mir das auf Schienen schwierig vor. Während meiner Weiterfahrt stieß ich auf grieskrämige Bahnmitarbeiter, die mir meinen Nichtbesitz eines Zusatztickets vorhielten. Daraus resultieren eine undefinierbare Stimmung sowie nette Unterhaltung über die Vorgehensweise des Staatsunternehmens. An diesem Nachmittag hat die positive Einstellung zur DB AG mächtig gelitten.
Die Zeit mit Tim war eine willkommene Abwechslung. Schön zu sehen, wie exzessiv man sich einer Sache zuschreiben kann. Ist irgendwie immer ein witziger Ausgleich für mich so ernsten Menschen.
Wir konnten neben komischen Physikaufgaben mehr oder weniger intensiv das Auswärtsspiel des FC Carl Zeiss gegen die Fischköppe aus Kiel verfolgen. Emotionen flogen durch den Raum…es waren wohl meine. Aktuell ist es wie ein Traum, der nie enden soll. Zum Glück haben die Verantwortlichen in Jena schon mal die Lizenz für die 2. Bundesliga beantragt.
Um 20:28 Uhr fuhren wir in Richtung Wanne-Eikel Hbf, um meinen Zug, der 20:36 Uhr abfahren sollte, zu schaffen. Natürlich gelang uns das. Der Rest klappte nicht so gut. Ich fuhr bis Dortmund und aufgrund der glänzenden Gleisausschilderung wegen derzeitigen Bauarbeiten direkt wieder zurück. Mein zweiter Versuch nach Hagen zu kommen, startete genau eine Stunde später: 21:36 Uhr. In meinem nicht mehr Zweitlieblingsumsteigebahnhof Ungernumsteigebahnhof Dortmund angelangt, ließ ich mich wie ein Kind zur richtigen S-Bahn führen. In der richtigen Bahn sitzend, kam unmittelbar noch bessere Laune auf.
In Hagen ging der aufregende Tag weiter. Und das nicht nur, weil es noch nicht 0 Uhr war. Als ich am Hauptbahnhof auf meinen Bus wartete, dachte ich mir, das man sich doch trotz der unschönen Umgebung im Bahnhofsviertel durch die enorme Polizeipräsenz sehr sicher fühlen kann. Wenig später wurden afroamerikanische Drogendealer aus dem Bahnhof entfernt. Kurz darauf rannte ein durchgeknallter türkischer Staatsbürger mit Messer zwei Kindern hinterher und beschimpfte diese wild. Dieser fast zeitgleiche Gegenbeweis meiner Überlegung brachte mich zum Schmunzeln. Obwohl ich mir gern die Toleranz und Vorurteile als Ideale gegenüber anderen vorlege und neu vornehme, werden diese sofort durch dessen Bestätigung wieder über den Haufen geworfen.
Dieser Tag erreichte den Höhepunkt meiner Begeisterungsfährigkeit.