RWO – Tradition auf Abwegen
Rot-Weiß Oberhausen begibt sich nach dem Spiel gegen unseren FCC in die Niederungen der 4. Liga. Na und, werden jetzt viele denken, was soll’s!? Tatsächlich jedoch ist dies schade, denn der (geographische) Fußball-Westen verliert ein echtes Stück Tradition. Es geht also wieder etwas von dem verloren, was geschichtslose Emporkömmlinge wie Wolfsburg, Ahlen, Aalen, Hoffenheim oder Koblenz nie werden bieten können. Die Geschichte der „Kleeblätter“ ist lang und sie komplett zu würdigen, würde den Rahmen sprengen. Aber sie gehörten u.a. zu den 46 Vereinen, die sich 1962 um die Aufnahme in die neu zu gründende Bundesliga bewarben, fielen bei den DFB-Oberen allerdings durch. Ebenso spannend ist es, sich mal genauer anzuschauen, wer schon alles das Trikot unseres nächsten Gegners trug. Dabei fällt auf, dass es viele Spieler gibt, deren Namen man auf Anhieb eher mit anderen Vereinen in Verbindung bringt. Hier ein kleiner Exkurs: So zum Beispiel die Ikone des Essener Fußballs Willi „Ente“ Lippens (81-82 bei RWO), der Watschelgänger mit dem niederländischen Pass. Legendär sein Wortwechsel mit einem eher humorlosen Schiri. Schiri: „Ich verwarne Ihnen!“ Lippens: „Ich danke Sie!“ Dafür gab’s dann Rot. Aber auch der ehemalige ZDF-Dummschwätzer und Trainer K.-H. Feldkamp spielte immerhin von 52-67 bei den Kleeblättern. Ab 1976 wurde der VfB Stuttgart von Jürgen Sundermann trainiert und schnell hieß es im Ländle „Sundermann der Wundermann!“ Auch eher war 58-62 RWO’ler. Hans Siemensmeyer (3A) gilt als der beste Spieler, den H 96 je hatte. Er schlüpfte von 60-65 für die Oberhausener in seine Töppen. Geschichte geschrieben, und das nicht nur am Niederrhein, hat auch Lothar Kobluhn. Am 10.10.70 erhielt er beim Auswärtsspiel auf dem Betzenberg von Schiri Heckeroth aus Frankfurt die erste Rote Karte der BuLi-Geschichte. Außerdem war er mit 24 Buden BuLi-Torschützenkönig des Jahres 1971. Bochums Urgestein Jupp Tenhagen (3A / 457-mal BuLi!!!) lief genau so im Niederrhein-Stadion auf, wie das spätere HSV-Abwehr-Idol Ditmar Jakobs (20A) oder Gladbachs Torwart-Legende Wolfgang Kleff (6A). S04-Flankengott Rüdiger Abramczick (19A) kickte 85-87 insgesamt 47- mal für RWO und das zeitweise gemeinsam mit Manni Burgsmüller (3A), der in immerhin 447 BuLi-Spielen seiner Karriere sensationelle 213 Tore einschenkte und 50 mal das RWO-Trikot trug (84-86). Aber auch die jüngere Gegenwart hält einige interessante Namen bereit. Damit meine ich nicht unbedingt Angelo Vier (ohne weiteren Kommentar). Dejan Raickovic, dessen Trikot ich noch samstags am Leibe eines aufstiegsfreudigen Zeiss-Fans gesehen habe, verbrachte die Zeit von 01-04 beim künftigen Viertligisten. Und dann gibt es am Samstag noch ein Wiedersehen der besonderen Art: Alexander Maul kehrt dahin zurück, wo er von 2000-2002 in 2 Spielzeiten genau 5 Spiele machen durfte. Danach trennen sich die Wege endgültig. Thüringens blau-gelb-weisser Traditionsverein schickt sich an die 2. Liga zu erobern und den traditionsreichen Kleeblättern steht eine verdammt schwere Zeit bevor. 3 € für: So eng liegen Freud und Leid beieinander! Aber ein Grund mehr, am Samstag das altehrwürdige Niederrhein-Stadion aufzusuchen. Man sieht sich…

Quelle: FCC-Forum

Wann erlebt man diesen Respekt und die Fairness bei zwei aufeinander treffenden Fußballmannschaften? Das reicht wohl zum Thema vernünftige Fans, da kann sich jeder selbst seine Meinung bilden.
Die Reaktion der Fangemeinde des SC Rot-Weiss Oberhausen kann man hier nachlesen.