Das Paradies 

Das Paradies liegt vier Stunden von Berlin oder München entfernt. Vom Ostbahnhof über Rummelsburg und Leipzig, dann weiter nach Naumburg oder vom Hauptbahnhof über Augsburg und Erlangen, dann weiter nach Lichtenfels und schließlich Jena. Das blaue Schild am Bahnsteig zeigt die Aufschrift „Jena-Paradies“. Vorne ein Busbahnhof, ein modern wirkendes Stadtbild vermischt mit dem historischen Volksbad und eine mehrspurige Straße, hinten die Saale. Der Fluss ist über die Ufer getreten, die Bäume stehen im Wasser. Das Stück des Uferstreifens hinter dem Bahnhof ist ein Teil des Volksparkes, der hier in Jena Paradies genannt wird. Jetzt liegt er verlassen unter dem dunklen Himmel. Die das Saaletal einschließenden traumhaften Kernberge können nur erahnt werden.

 

Schillerstr. in Jena

 

Durch die Straßen der Altstadt kommt man zu einer aus dem Boden ragenden Keksrolle, die als höchstes Gebäude der neuen Bundesländer zahlreiche erfolgreiche Firmen der New Economy beherbergt. Laufen wir weiter an der restaurierten alten Stadtmauer vorbei zur Wagnergasse. Cafés und Restaurants reihen sich aneinander, Studenten tummeln sich hier. Boheme nennen Jenenser das unter anderem. Sehen kann man viele Kinder, die Stadt wirkt enorm jung. Durch den höchsten prozendualen Akademikeranteil auf die Einwohnerzahl in Deutschland fühlt sich jeder Besucher wohl. Als eine der kleinsten Großstädte hat sie den Charme einer Kleinstadt verbunden mit Forschung und Wissenschaft in Form der bekannten Friedrich-Schiller-Universität oder zahlreichen Frauenhofer bzw. Max-Planck-Institute. Seit Carl Zeiss und Otto Schott prägen die Großkonzerne das Wirtschaftsbild der Optikhochburg. Stadt zur Welt nennt sich Jena heute.

Schön ist es hier, ohne Frage. Wer einmal hier war, möchte bleiben.