Nach einer Vorlesung am Morgen machte ich mich umgehend auf nach Herne. Über einen Gang zur Bochumer Sparkasse war ich ziemlich fix da. Da Tim sowieso nie pünktlich kommt, konnte ich mich noch eine Weile auf einer Bank vor dem Bahnhof sonnen. Es kam schon richtige Stimmung auf.
Wir wollten heute unbedingt ins Freibad. Am Nordwest-Bad angekommen, standen wir verblüfft vor einem Schild mit dem Hinweis „Freibad bis 15.05. geschlossen“. Unklar. Und das bei diesem herrlichen Wetter. Zusammen mit 2 Mädels, die genau erstaunt waren, fuhren wir noch zum Ostbad. Dasselbe Problem. Der Stadt Bochum entgeht einiges an Einnahmen würde ich mal behaupten. Dafür können ja an anderer Stelle wieder Gebühren erhoben werden. Der Staat funktioniert.
Von diesen Nachrichten unbeeindruckt, machten wir uns auf den Weg nach Haltern. Auf der Autobahn ging es anfangs wie man es aus dem Ruhrgebiet kennt, nur sehr zögerlich voran.  Ohne großartig zu suchen, fanden wir das Lakeside Inn gleich. Wunderbar. Sonne, Strand und man glaubt es nicht: Wasser. Hat alles super zusammengepasst. Endlich konnten wir die diesjährige Badesaison einläuten. Es war einfach nur ein Traum. Aber nicht einer von den üblichen, damit keine Missverständnisse auftauchen. (Die allerdings – wie ich finde – bedauerlicherweise noch nicht geklärt sind.)
Als die Sonne so lang an Kraft verlor, fuhren wir in Richtung Heimat. In Herne überlegten wir uns das Programm für den restlichen Abend. Tim hat sich gegen Latain entschieden und ich mich dafür, das zu akzeptieren. Unser Ziel: Zensi in Bochum. Da ich vorher nie da war, lies ich mich überraschen. Das Lokal zu finden war sehr interessant. Als Unwissende kann man nette Menschen kennenlernen. Auf jeden Fall ist dieses Lokal ein ganz Spezielles. Beginnt mit einer Art Kinderdisko und endet im Alkoholrausch mit kotzenden Säufern. Ganz nüchtern sollte man diese Räume eher nicht betreten, sonst erkennt man teilweise grausame Bilder. Mit 2 Kollegen aus Osnabrück gingen wir später noch ins Riff. Man könnte den Eindruck gewinnen, wir zogen durch einer Absteige nach der anderen. Die beiden Experten aus dem Norden sind wohl die krassesten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Sie ziehen jedes Wochenende in irgendeine deutsche Stadt und machen die Nächte durch. Von München, Berlin und Stuttgart oder Hamburg ist alles dabei. Über die Heimfahrt machen sie sich am wenigsten Gedanken. Auf jeden Fall war die Atmosphäre ganz toll. Das Riff war voll, eng und heiß. Ein Hoch auf Klimaanlagen! Schön getanzt haben wir ja, da kann keiner meckern.
Irgendwann am Morgen fuhren wir dann mit der Straßenbahn zu Tim. Ein Zug nach Hagen ging um diese Zeit leider nicht mehr. Außerdem wollte ich Josephine auch noch eine gute Nacht wünschen.
Das war der Tag. Der kann sich sehen lassen.