An einem Samstagnachmittag fiebert man mit voller Begeisterung bei einem Fußballspiel in der Ferne mit. Das Ergebnis sieht gut aus. Da die Pflicht ruft, gehe ich schnell zur Programmierung einer weltfremden Partnervermittlung über. Ein grässlicher Algorithmus, der jede Emotion bei diesem Thema nimmt. Total ermüdet lege ich mich also nieder und schließe die Augen für ein paar Stunden. Aufgewacht, fühle ich mich wiedergeboren in einer traurigen Welt, die alle schönen Erlebnisse der letzten Tage ausblendet und schließlich eine nüchterne Situationsbilanz zieht. Es ist leider keine, bei welcher wie bei der Jenoptik AG ein positiver Saldo steht. Ich sitze hier, schaue in Spiegel, um überhaupt jemand zu haben, mit dem ich reden kann. Habe geschrien, aber mich keiner gehört. Hätte ich die Knie zm Kinn genommen und geweint. Es hätte keiner gemerkt. Die Leute, die meine Persönlichkeit halbwegs kennen, hätten sich höchstens gewundert, warum ich plötzlich nicht mehr mit meiner begeisternd guten Laune durch die Welt spaziere. Jetzt könnte man auf den Gedanken kommen, alles sei scheiße. Richtig. Der Moment, an welchem ich mich an die schönen Dingen des Lebens festklemmen muss, ist gekommen. Am Liebsten würde ich in meinen bekannten Schneeanzug schlüpfen und mich bei diesen eigentlich herrlichen Temperaturen im Park auf eine Bank legen. Ich schaue enttäuscht meinen Fernseher an, der mich nicht weiter unterstützen will. Werfe einen Blick auf meinen Schreibtisch mit den unendlich scheinenden Akademikerkram, der noch in mein Kopf sollte. Kann die einizige Rettung Lothar Papula mit seiner Mathebibel sein? Es ist doch eine viel bewegendere Tatsache, leben zu dürfen und ein Wunder zu sein. Bin ich undankbar? In der Dritten Welt sterben Kinder. Das sind echte Probleme. Ich habe überlebt. Ich sollte dankbar sein.
Ich mach‘ die Feuer an, damit du mich finden kannst.