Archive for Mai, 2006

Es ist Samstag, der 20. Mai 2006. Wir sollen heute ein schönen Tag haben, jedenfalls sprach so jemand zu mir. Der Tag ist nicht ausschließlich wegen dem Geburtstag meiner Frau Mama ein ganz Besonderer.
Heute Nacht hatte ich die Augen nur kurz geschlossen, wegen der Aufregung nichtmals schlafen können oder wollten. Der Vogelgesang in wundervoller Lautstärke geklang mit den ersten Sonnenstrahlen, die über die Kernberge ins Saaletal schienen. Dieses Pfeiffkonzert war herrlich anzuhören. Das letzte Mal habe ich es hören können als ich letzten Sommer nachts zur Lobdeburg stieg.

Mein Treffen mit Tina sollte nicht mehr lang dauern. Somit traf ich die ersten Vorbereitungen für diesen Tag, sprich Zähneputzen und Umziehen. Bei diesem Aufenthalt habe ich mein Auto komplett als Wohnung genutzt. Nachdem ich soweit war, bin ich noch Einkaufen gefahren. Der Burgau-Park war noch relativ leer als ich kurz nach acht Uhr da auftauchte. Das, was ich wollte, habe ich trotzdem bekommen. Daraufhin fuhr ich weiter ins Jenertal. Putzmunter stand ich überpünktlich bei Tinas Mum vor der Tür. Bis kurz nach zwölf konnten wir uns schön unterhalten. Am Interessantesten fand ich das Thema “Ständig gegen den Strom schwimmen”. Da der Tageshöhepunkt immer näher rückte, konnte ich nicht mehr länger bleiben.

Mein neuer Weg steuerte das aufgeblühte Paradies an. Mit Mühli & Co. wollte ich gemeinsam das heutige Spitzen des FC Carl Zeiss JENA gegen Fortuna Düsseldorf verfolgen. Schön, dass ich mal wieder mitden Kollegen live im Ernst-Adde-Sportfeld sein kann. Und das zu diesem Spiel. Vor Saisonbeginn habe ich in Erfurt noch einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel gesteckt. Wie hat sich die Mannschaft innerhalb dieser Saison entwickelt. Für jeden Fan, der sich auch zu Viertliga-Zeiten für den Verein interessiert hat, war es wie ein Traum. Ein wirklich schöner, muss ich dazu sagen. Vor Weihnachten hat man noch scherzhafterweise gesagt, wenn das so weiter geht, dann steigen wir halt auf. Geglaubt hat daran keiner. Und was ist jetzt? Der FCC steht trotz der heutigen Heimniederlage, übrigens die erste Niederlage in diesem Jahr, mit 72 Punkten als Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. Der Wahnsinn. Als wir in der 90. Minute das Feld stürmten, war die Stimmung gigantisch. Nicht vergleichbar zwar mit dem Aufstieg im letzten Jahr, aber Gänsehaut-Feeling kam natürlich trotzdem auf. Gesungen, getanzt, gejubelt, gratuliert. In der ersten Reihe ganz nah an den Helden der Saison. Eine Stadt befindet sich im Ausnahmezustand – Jena feiert “Wir steigen auf”.

Leider konnte ich nicht mehr lang bleiben. Ich fuhr dann direkt weiter nach Greiz, um meinen Überraschungsbesuch weiterzuführen. Das Gesicht meiner Mum war sehr schön anzuschauen als sie mich sah. Der restliche Abend war angenehm ruhig. Mit tollen Gesprächen und leckerem Weintraubensaft habe ich die Zeit verbracht. Hat mich gefreut, die anwesenden Menschen nach einigen Monaten wieder zu sehen. Da ich von der letzten Nacht noch leicht erschöpft war, brach ich gegen halb eins den Weg ins Bett an. Ich musste unbedingt Schlaf nachholen, vorher blätterte ich noch ein wenig durch die verschiedenen Videotextseiten, um mich nach der Berichterstattung der heutigen Sensation zu informieren. Kurz darauf: Gute Nacht. Schlaf Kindchen Schlaf.

Die Bedeutung dieses Wortes geht je nach Verwendung weit auseinander. Ich wollte mich heute Abend endlich wieder mit Melanie treffen. Aus diesem Grund bin ich bereits am Freitag nach Jena gefahren. Nach der letzten Vorlesung und einem schnellen genüsslichen Mittagessen ging es los, ab ins Paradies. Die erste schockierende Ernüchterung meiner Fahrt kam an der Autobahn-Auffahrt Hagen-Nord. Stau. Vorwärts bewegte es sich nur langsam. Aber gut, noch ist der Tag ganz jung, Zeitenge und Stress sind mir sowieso neuerdings fern. Ich rollte bis nach Werl eigentlich nur im 2. Gang vor mich her. Die Laune wurde währenddessen mit dem zweiten Album von Silbermond (“Laut Gedacht”) auf den Höhepunkt zu bewegt. Der Stau vor Kassel war da auch keinerlei Bremse. Als dann vor Jena der Verkehr erneut zum Erliegen kam, war schon gut an Stillstand bewegt. Der einzige Unterschied war das tolle Wetter. Im Thüringen war im Gegensatz zu den westlichen Ländern Hessen sowie Nordrhein-Westfalen herrlich blauer Himmel, kräftiger Sonnenschein inklusive. Ich bin schon lang nicht mehr Oberkörper-Frei gefahren, beziehungsweise eigentlich gestanden.
Um noch in Ruhe ein wenig zu lernen, habe ich ein großes Zeitfenster zwischen der (nicht festgelegten) Ankunftszeit und dem Treffen gelegt. Mit so viel Störungen rechnete ich nicht wirklich. Ich kam dann nur noch dazu, mich ins Paradies zu setzen, die Sonne zu genießen und nötiges Lebenselexier einzukaufen. Zeit für meine Zeit blieb natürlich auch.
Dann war es soweit, das Wiedersehen. Irgendwie war es was Besonderes, weil wir uns außerhalb des Friseursalons schon lange nicht mehr intensiv unterhalten konnten. Dass wir bei unserem Rundgang über das Jenenser Frühlingsfest zufällig Tim trafen, war das verrutschte i-Tüpfelchen. Irgendwie witzig.
Mit Melanie war ich noch in einer chilligen Bar in der Wagnergasse und sah dort die kleine Christina wieder. Eine Erinnerung nach der anderen platzte da in den Film. Nach einer tollen Unterhaltung mit Melle, brachte ich sie zum Auto und machte daraufhin mit Tim die Leute nervös. Wir hatten großen Spaß. Ich glaube, ich hatte noch mehr als er. Denn seine derzeitige Freundin heißt Anika. Irgendwo in meinen düsteren Jenatagen ist sie mir auch öfters begegnet. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir uns über sie lustig gemacht haben. Aber Zeiten ändern sich, wa? Nicht nur, was Meinungen angeht, auch Personen haben sich gewandelt. Einstige Traumfrauen schleppen nun eine Büffelhüfte hinter sich her. Unschön. Ich mag diesen Ausdruck, obwohl er weh tut, wenn man ihn hört.
Spät in der Nacht lief ich nach Winzerla zu meinem Auto und beruhigte noch irgendwelche Spinner, die gerade Werbeschilder eintraten. Spontan entschied ich mich dafür, bei der Lobdeburg noch ein paar Minuten die Augen zu schließen. Es war schön, endlich wieder in der Nähe dieser Ruine zu sein. Nein, ehrlich, ich verbinde sehr viele schöne Dinge damit. Zum Beispiel auch einen qualvollen Aufstieg im Winter mit Sandra. Ich glaube, es hat ihr sogar ganz gut gefallen.
Aufgrund meiner in dieser Woche getankten Energie und der Vorfreude auf den morgigen Tag kam ich nicht so richtig zur Ruhe. In solchen Fällen hilft die Zeit. Sie ist auch um fünf noch für dich da.

Jetzt dauert es nicht mehr lang bis zum Frühstück mit Tina…

Gerade bin ich bei den Vorbereitungen meines immer näher kommenden Ausflug ins schönste Bundesland Deutschlands. Dabei wurde ich auf Folgendes aufmerksam: Der diesjährige Thüringentag findet in Jena statt. Angelehnt an die vor 200 Jahren stattgefundene Schlacht von Napoleon gegen die Preußen wird es unter “Rendezvous” zahlreichen französischen Einfluss geben. Was konkret los ist? Ich würde es auch gern wissen!

ThüringenTag 2006 in Jena

Zum Thüringentag in der Innovationsstadt werde ich leider nicht anwesend sein können. Ich hoffe, es wird ein tolles Wochenende und zahlreiche Besucher finden zur der Stadt der Wissenschaft.

Der Titel ist gewollt unvollständig, wirkt allerdings genau aus diesem Grund wie das “Grüne Herz Deutschlands” sehr interessant.

Für diesen Donnerstag war etwas Wahnsinniges geplant, nämlich der Besuch von einem Durchgeknallten.
Ich war wie verabredet viertel nach elf am Bahnhof. Erwartungsgemäß kam keiner, jedenfalls war er noch nie püntklich. Zwar trifft die Schuld heute die Deutsche Bahn AG, aber dass er noch nichtmals gemerkt hat, dass er zu spät ist, zeugt von mangelnden Bewussstsein. Oder? Es geht übrigens um Tim, der, der mich immer wieder versucht in den Wahnsinn zu treiben.
Wir hatten einen lustigen Nachmittag in Hagen. Zuerst ein Dinner an der FH Südwestfalen, dann ein Spaziergang durch diese schöne Stadt. Im tristen Herne gibt es wohl nicht so viele grünen Ecken, habe ich mir sagen lassen. Nach einer kleinen Shopping-Tour waren wir am eigentlichen Ziel für diesen Tag angelangt, dem Café & Bar Celona. Ich unterstütze zwar keinerlei Werbung auf privaten Webseiten wie dieser, aber dieses Wortspiel ist doch einfach phänomenal. Nicht nur hat deswegen hat dieses Lokal, wie ich finde, einen Titel verdient. Das Ambiente ist auch einmalig. Jetzt müsste so etwas kommen, wie: “Schaut da unbedingt vorbei!” Es lohnt sich sicherlich, aber ohne Bezahlung lohnt diese Werbung für mich nicht.
Irgendwann am Nachmittag habe ich den Kleinen abgeschoben und in einem Zug nach Prag gesteckt. Er ist übrigens auch über Buchenwald und Auschwitz gefahren, eine Art Kulturtour sozusagen. Ich weiß, dieser Humor ist schrecklich, sollte aber bitte nicht falsch verstanden werden. Tim ist nämlich schon in Bochum ausgestiegen. Diesen waghalsigen Vergleich habe ich nur angestebt, weil die Waggons so aussahen wie urzeitlich aus dem Zweiten Weltkrieg.

Am Abend habe ich noch mein Notebook von Linux kaputt machen lassen. Bis dahin war der Tag sehr angenehm. Ich wollte nur ein Systemupdate machen, obwohl ich es explizit ausgeschloß, hat Linux die Windows-Partitionen anfasst und aus Nächstenliebe kaputt machen müssen.

Das Informatiker komisch sind, weiß jeder. Nur die Ausprägung ist unterschiedlich. Die einen benehmen sich wie Vogelscheuchen und fliegen nach ihrem Futter durch den Raum, die anderen sind sozial völlig untauglich. Leute dazwischen, gibt es kaum. Wenn es sie gibt, dann haben sie so einige Macken. Brunztrufe oder Informatikerschreie gehören dazu, wie Ruhe und komische Gesichter.
Fred und ich haben heute festgestellt, wir waren zu zweit in einer Anstalt eingesperrt. Natürlich wissen wir das nur nicht mehr. Glücklicherweise konnten wir ausbrechen, da unser Wärter Dorian ständig geschlafen hat.

Es lebe die Fantasie. Irgendwie muss diese schrecklich ernste Welt doch erträglich gemacht werden. Angela Merkel schafft es nicht allein.

Wenn man zwei Professoren am Mittagstisch gehört, kann das sehr interessant werden.

Wo ist der Unterschied zwischem Ihrem Mercedes SLK und meinem VW Fox?
…ich habe das Auto sowieso nur zum Angeben!

Es gab übrigens als Menü Schweinebauchschnitzel. Sicher günstig aus dem Münsterland importiert. So langsam sollte die Schweinepest unter Studenten verbreitet werden, so dass die Hochschulen nicht überquillen. Mir hats sehr gut geschmeckt, denn ein bisschen Wahnsinn kann nicht schaden.

Endlich ist Professor Bamler wieder für uns da. Nachdem er die letzten beiden Wochen für die FH Südwestfalen unterwegs war, fand sie heute statt: Die Bamler-Show. Seine Vorlesung verblüfft mit unwahrscheinlichen Engagement und irgendwie auch Entertainment. “Schwank”, so nennt er seine interessanten Erzählungen aus seinem Leben. Warum er Damensocken trägt, hat er uns auch schon verraten. Auf sein Buch sind alle gespannt. Heute philosophierte einer der witzigsten Professoren über das erstaunliche Sexleben von Studenten auf Exkursionen. Ich bin gespannt auf die nächsten Veranstaltungen.

Vor kurzem, um 19 Uhr war es dann endlich geschafft, der heutige Pflichtteil des Tages. Und was ist jetzt?

Um das vorweg zu nehmen. Ich habe es gelassen.
Samstag habe so richtig ausgeschlafen. Nachdem ich gegen halb 10 aufwachte und ein entspannendes Bad nahm, fühlte ich mich wie neu geboren. Danach setzte ich mich bis 14 Uhr an den Küchentisch und las in aller Seelenruhe meine Zeit. In den vergangenen Wochen kam ich leider nur selten dazu, ausgiebig meine Lieblingslektüre zu verschlingen. Es dauerte nur einen Wimpernschlag, dann war Anstoß des Regionalliga-Spitzenspiels zwischen dem VfB Lübeck und dem FC Carl Zeiss JENA. Jedenfalls hat mich meine Wochenzeitung so gefesselt, dass die Stunden nur so an mir vorbeizogen.
Das wichtige Fußballspiel kam für den FCC aufgrund vieler Krankheitsfälle und dem gesperrten wichtigen Kapitän Ziegner nicht wie geplant in Gang. Die Norddeutschen legten mit ordentlich Zahn vor und bedrängten die Zeissianer. Deren Abwehr allerdings ist mit dem Torwart als Schlussmann undurchdringbar. Jena hatte super Chancen, konnte die aber genauso wenig wie der Gegner für sich nutzen. Das Ergebnis war ein gerechtes 0:0. Der FC Carl Zeiss hat die Möglichkeit, 3 Spiele vor Schluss der Saison aufzusteigen, leider nicht nutzen können. Dafür klappt es dann nächste Woche mit überfüllten Ernst-Abbe-Sportfeld gegen Fortuna Düsseldorf.
Nach dem Spiel hatte ich großen Drang, mich selbst sportlich zu betätigen. Für 2 Stunden tat ich also etwas für meine Fitness. Meine Laune stieg zu dem Zeitpunkt unerklärlich weit nach oben. Ohne das zu ignorieren, genoss ich meine Stimmung. Wieder zu Hause machte ich mich noch fertig für die heutige Geburtstagsfeier von Katharina und Sophie.
In Wanne-Eikel traf ich Tim, um dann gemeinsam den Veranstaltungsort “Offene Tür” zu besuchen. Die Fahrt dahin war sehr aufregend. Wir hatten keine Ahnung, wo genau der Bus in Bochum wegen der vielen Baustellen abfährt. Nette alteingessene Bochumer halfen uns ganz gut weiter. Im Bus warteten wir geduldig auf unsere Haltestelle. Plötzlich “Die Linie endet hier. Bitte alle aussteigen.” Das war irgendwie witzig. Ein zweiter Blick verriet, dass wir unsere Ausstiegsstelle mit der Richtung verwechselt haben. Also wieder zurück. Danach war alles kein Problem mehr.
Das Evangelische Jugendhaus, was mich im ersten Moment verunsicherte, war um 23 Uhr gut gefüllt. Die Menschen waren bereits aufgeheitert. Katharina und Meike erkannten den neuen Martin erst gar nicht wieder als ich vor ihnen stand. Vielleicht lag es auch an den Sonnenbrillen, die sie trugen. Herzlich Glückwunsch alte Frau. Sophie kannte ich bis zum Ende der Veranstalung nur vom sehen. Es war sogar ein Liveband vor Ort, welche gute Rockmusik spielte. Als ich die Lage so begutachtete, sah ich eine mir traurig erscheinende (andere) Katharina in der Ecke stehen. Das tat mir irgendwie weh, aber ihre Stimmung verbesserte sich zum Glück jede Minute. Ungewähr im selben Augenblick stand plötzlich ein kleiner Mensch neben mir, meine gute alte Freundin Christina. Ich war überrascht. Den Rest des Abends verfolgten wir uns gegenseitig. Für deine derzeitigen Probleme verweise ich gern als meinen Eintrag “Dysteleologisches Leid”. Kann auch sein, dass ich das völlig falsch verstanden habe. Außerdem vorgefallen: Viel Alkoholkonsum (von mir nicht übermäßig) und etliche Tanzstunden. Bewegt hat mich, Meike mal so richtig ausgelassen feiern zu sehen. Ich war hin und weg. Warum du jetzt rauchst, kann ich trotzdem nicht nachvollziehen. Hoffe mal, du hast deine stylische Brille wiederfinden können. Was mich besonders freute, waren die unheimlich netten ehrlichen Menschen. Auf meinem Shirt stand “H.O.T.” – “Das stimmt so nicht.” sagte man mir. Von Home-Order-Television noch nichts gehört? Zwischen den Buchstaben stehen bei der englischen Bezeichnung übrigens nur selten Kommatas. Bei Abkürzungen schon, aber solch Feinheiten muss man mit 16 noch nicht wissen. Das erinnerte mich an ein neulich gefallenes Kommatars. Als ich mit einer jungen Dame eng verschlungen tanzte, sagte mir sie: “Mach’s richtig oder lass es sein”. Ich wollte kein Sex auf der Tanzfläche und habe mich schnell von ihr abgewendet.
Zwischenzeitlich bin ich extra zur Bushaltestelle gelaufen, um zu schauen, wie sich die Fahrzeiten gestallten. 4:27 Uhr las ich ab. Nachdem sich die meisten Gäste verdrückt haben, kehrten wir noch ein wenig den Boden. Um den Bus nicht zu verpassen, machte wir uns rechtzeitig auf den Weg. Katharina und Sophie, eine sehr schöne Feierlichkeit!
Wir saßen auf der Bank im Buswartehäuschen. Man hat der Bus nachts eine Verspätung. Als nach einigen Minuten noch andere Nachtschwärmer dazu gestoßen sind, stellten wir fest, dass ja schon Sonntagmorgen ist. Die Folge: Es fährt noch Ewigkeiten kein Bus. Als Verzweiflung habe ich dann direkt einen Baum erklommen. Und hing dort. Zum Glück fuhr noch ein Nachtexpress, für den ich sogar wieder runterkam. Am Bochumer Hauptbahnhof war dann erstmal Schluss und die Weiterfahrt erst später möglich. Wir konnten uns noch gemütlich zum Dinner im McDonalds-Restaurant einfinden. Nach dieser Durststrecke war das gar nicht schlecht, um nicht zu sagen notwendig.
Die Fahrt ging weiter und wir schliefen ein. Schliefen. Schliefen. Und sind als Krönung für diesen Abend zu weit gefahren. Es stand uns ein weiter Nachhausemarsch bevor. Tim ist fast durchgedreht. Die beeindruckende Ruhe meinerseits hat sein Bestes dazugetan. Tina kann davon wohl ein Liedschen singen. Ich war so fertig, dass ich mich auf dem gesamten Weg irgendwo hinlegen wollte. Kurz nach sieben waren wir dann endlich am Ziel. Tim tot; Martin froh gestimmt, aber unheimlich müde. Dieser Tag kann als erfolgreich abgehakt werden. Gute Nacht.

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Während einer sehr aufregenden Vorlesung machte ich einem vertrauten Kollegen darauf aufmerksam, dass ich mich in letzter Zeit häufig mit unserem Freund, wie wir den Übermenschen nennen, auseinandergesetzt habe. Ich habe zu Gott gefunden. Aufgrund des enormen Lärmpegels im Audimax war der Professor kurz vorm Explodieren. Wir verschoben unser Gespräch also auf später.
Am Mittagstisch in einer der besten Mensas Nordrhein-Westfalens, erzählte ich über verschiedene Gedanken und Eindrücke, welche ich mit meinem Kumpel gesammelt habe. Ich habe eine sehr enge Beziehung zu ihm und philosophierte darüber, wie es sicher weiter entwickeln könnte. Er hat mehr Aufmerksamkeit von mir verdient. Nur bin ich mir nicht im Klaren darüber, in welcher Form ich diese aufbringen möchte.
Mit jedem Satz stieg die Zahl interessierter Zuhörer. Die einen platzten zusammenhangslos in Gelächter aus, andere staunten nur. Einfach mal laufen lassen.
Am Ende waren wir beim Kaffee. Aufgrund meiner mitlerweile überwundenen Sucht konnte ich über das berühmte Kaffeekannen-Problem erzählen. Da fällt mir gerade ein, dass ich noch eine tolle Kanne vom TÜV habe. Also, wenn die nicht ausgiebig getestet wurde und undicht ist, weiß ich auch nicht weiter. Dann könnte wohl nur noch Gott helfen…