Seit langem habe ich wieder Post aus Jena erhalten. Diesmal zwar nicht wirklich persönlich, aber fürs Herz ist es alle mal was. Jedenfalls für meines.
In dem Brief der Jenoptik AG habe ich meinen gewünschten Geschäftsbericht des letzten Jahres erhalten. Die Zahlen sind solide, durch den Umbau des Konzerns zwar nicht mehr Gewinn als im Vorjahr, aber das kommt dann in den nächsten Jahren umso dicker. Trotzdem gerät das Unternehmen bei mir weiter ins Abseits. Auf einer meiner letzten Fahrten nach Jena bemerkte ich schockiert ein neues Logo. Statt einem klarem Bekenntnis zur Optikweltstadt mit „Jenoptik Jena“, soll der neue Schriftzug im Logo „Jenoptik Germany“ den Standort Deutschland mehr hervorheben. Das ist die offizielle Begründung. Zwar frage ich mich, ob den Entscheidern nicht bewusst ist, wo deren Gründungsstadt und heutiger Firmensitz liegt, aber somit ist das Traditionsunternehmen nicht mehr gebunden. Man baut eine neue Fertigungsanlage in Thüringen und entfernt sich gefühltermaßen irgendwie weiter. Ich gehe soweit mit, dass es ein Bekenntnis für unser Land ist, aber gleichermaßen gegen die Heimat des Erfolgs der Firma. Auch die schöne hellblaue Farbe wurde im Gleichschritt in ein Dunkelblau verwandelt. Dabei ist der Laserhersteller eigentlich mehr mit Licht beschäftigt. Immerhin ist die Bilanz noch mit dem alten Logo versehen und ist somit eine große Freude für mich. Für den Konzern hoffe ich, dass die Veränderung das bringt, was sie mit Sicherheit vorwiegend soll, größeren Gewinn.
Als positiv bekunde ich, dass die Jenoptik als zurück gewonnener Sponsor vom FC Carl Zeiss Jena den Namensträger von einem der stärksten Konkurrenten fördert und somit die Region unterstützen will.