Davor habe ich mich mit Mathe und Konstruieren für Volldrottel gequält. Um bestimmte Integrale lösen zu können, bedarf es – wie es Frau Hüser gern sagt – speziellen Tricks. Das Problem dabei: Es kommt kein normaler Mensch auf sowas. Also jedenfalls wenn ich mich als normal bezeichnen darf, aber das bin ich eigentlich nicht. Naja, ich lasse das trotzdem mal so im Raum stehen.
Dat Malen im Anschluss zeigte, dass ich bis Klausur vieles, um nicht zu sagen alles, intensiv wiederholen muss. Immerhin habe ich ein Testat fast sicher. Mit Unterstützung von Andreas, der wohl der Urvater der gewanderten Toleranz-Aufgabe ist.

Später machte ich mich nach einem kurzem Abstecher im Bananenclub auf den Weg nach Gevelsberg. Die verfehlten Physikstudenten wollten lernen. Bevor zu dazu kam, hat mir Lars durch eine kleine Stadtrundfahrt die Gegend vorgestellt. Geschwärmt hat er vor allen Dingen von der Gevelsberger Kirmes. Ich sollte da wohl am Wochenende unbedingt mal hin, aber wenn es danach geht, sollte ich auch in Wiesbaden sein.
In der Stadt war aufgrund des Fußballspiels von Italien  eine Menge los. Alle Italiener kamen aus ihren Löchern gekrochen und rannte mit (für deutsche Verhältnisse) überdimensionierten Landesflaggen über die Straßen.
Nach einem gemütlichen Dinner ging es dann endlich an den Speck, beziehungsweise Physik. Die ersten Aufgaben flossen nur vor sich hin, bis er dann kam, der Druck. Ungefähr eine Stunde haben wir über die Umrechnung von Druckwerten aufgrund einer unschlüssigen Beschreibung im berühmten Tafelwerk diskutiert. Ein wahrer Traum. Dennoch kamen wir zwei Zerstreute im Endeffekt auf einen Nenner. Nämlich den, dass wir dieses Thema in der Klausur sicher nicht falsch machen und die ostdeutsche Formelsammlung recht hatte, nur ich unfähig war, das zu erkennen. (Nebenbei: Wird recht im diesem Satz groß geschrieben?) Danach endete alles im Gelaber. Oder treffender formuliert, angenehmte Gespräche. Wie das an Männerabenden normal erscheint, gab ich natürlich auch Zeit für einen Pornofilm.
Später drückte mir Lars noch ein Buch über Selbstmanagement in die Hand und verabschiedete sich ins Bett. Ich hatte noch Einiges zu lesen. Mit dem Ziel am nächsten Morgen pünktlich zur AuD-Vorlesung zu erscheinen, musste ich meinen Körper auch eine Auszeit geben. Dafür konnte er wenige Stunden später Die Zeit genießen.

Als der Wiesbadener endlich aus dem Bett, konnten wir uns um das Frühstück bemühen. Die Einkaufstour begang. Als ich nach meiner Kaufwunsch-Äußerung (Mett) beim Fleischer bezahlen wollte, stellte ich fest, dass ich nicht genug Bargeld dabei hatte. Nachdem ich mein Charme ein bisschen spielen lassen habe, konnte ich mit einem Lächeln und gnädigen Verkäufern ohne den vollständig gedeckten Preis das Lokal verlassen. Und weg war ich. Das Mett war ein übrigens auch nicht wert, mehr zu bezahlen. Die Metzgerei könnte von Herrn Petersohn (Fleicherei im Columbus-Center) noch viel lernen.
Während wir unseren Einkauf verzehrten, lief nebenbei im Fernsehen Das Geständnis. Es wurde mal wieder bewiesen, dass man die deutsche TV-Landschaft – außer gewisse Fußballübertragungen – in die Tonne kloppen kann. Das Stichwort Unterschichtenfernsehen trifft die meisten Programme wirklich gut.
10 Minuten nach Vorlesungsbeginn habe ich mich langsam in Richtung Hagen bewegt. Obwohl ich 25 Minuten zu spät war, hat sich die Veranstaltung sehr gelohnt. Jetzt muss ich die erlernten Kenntnisse sofort in der Praxis testen.