„Darf ich ihn anspucken, Schatz?“ Durch die Medien geht kurz vor der internationalen Fußballweltmeisterschaft immer häufiger die Warnung vor dem gefährlichen Osten Deutschlands. Die rechtseingestellten Kurzhaarigen regieren die Region – angeblich?
Ich weiß, dass es überall in Deutschland Übergriffe auf ausländische Mitbürger gibt. Die Medien schenken nur den neuen Bundesländern die Aufmerksamkeit, welche dieses Thema benötigt. Im Westen werden solche Taten als übliche Gewaltdelikte abgehakt wie aus der Statistik einer deutschen Tageszeitung vorgeht.
Es ist wohl richtig, dass es in Ostdeutschland einzelne Stadtteile gibt, in denen „Nazis“ überdurchschnittlich angesiedelt sind. Dafür gibt es in Westdeutschland Bezirke, in denen man sich als Deutscher wie im Ausland vorkommt. Läuft man durch die Gebiete, fällt man in beiden Fällen auf. Die Reaktion ist nur unterschiedlich.
Im Osten wurden die Deutschen entwürdigt, in dem seit der Wende alles bergab ging – jedenfalls was den Arbeitsmarkt und die soziale Absicherung betrifft. Viele denken, den Ausländern geht es besser. Wenn ich höre, wie nicht-deutsche Familien seit dem abgeschlossenen Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg fast komplett in der dritten Generation Sozialhilfe beziehen, kribbelt bei mir auch ein wenig. Welcher Staat auf dieser Welt tut wohl noch mehr für seine Einwanderer? Wer regt sich auf, wenn in Türkenvierteln Deutsche zusammen geschlagen werden?

Dieses brisante Thema sollte von beiden Seiten betrachtet werden und auf keinen Fall auf bestimmte Regionen des Landes beschränkt werden.