Dieser Morgen begann sehr gerelaxt. Ein kleiner Bummel durch die junge Studentenstadt musste sein, denn ich muss doch durch Fotos die Entwicklung von Jena festhalten. Ich wollte mir sogar ein Shirt vom FC Carl Zeiss Jena leisten, welches wenig später zur großen Enttäuschung führte. Gegen 13 Uhr machten sich Tina, ihre Mum und ich ins Freibad in der Nachbarstadt Stadtroda. So langsam gewöhne ich mich an die Sonne, will sie gar nicht mehr missen. Ein Tag ohne mich zu sonnen, ist dann eine halbe Tragödie.
Abends wollten wir noch ins Kino, voher stand wiederholt der Intersport auf dem Plan. Mein FCC-Shirt war nämlich zu klein 🙁 Und das schlimme, alle waren zu klein. Das bemerkte ich, als ich vor Ort einige anversuchte. Naja, es gibt Schlimmeres. Ich muss einfach aufs nächste Angebot warten. Ich habe Zeit! Als wir auf unser „Mama-Taxi“ zur Film-Vorführung warteten, gönnten Tina und ich uns noch einen kaffee-ähnliches Getränck bei Black Bean. Meine außergewöhnliche Kreation eines Cappucinos mit Amaretto- und Vanille-Zusatz wird mein Kaffeegeschmack revolutionieren. Ich nenne ihn „Heidi’s Cappucino“ oder kurz „Hei-Cap“.
Ich war noch nie im Kino des Jenaer Film e.V. „Schillerhof“ und war schon allein aus diesem Grund sehr gespannt auf den Film. Es sollte ein alternativer sein: „Man muss mich nicht lieben“. Die französische Inszenierung eines mageren Liebeslebens und zerstörten Daseins eines älteren Herrens war für mich bewegend. Ich war fasziniert und kann dieses Meisterwerk jedem mit intellektueller Erwartungshaltung eines Films nur wärmstens empfehlen.
Dieser traumhafte Tag wurde durch einen gemütlichen Abend in der Wagnergasse abgerundet. Dort angekommen, staunten wir erstmal nicht schlecht. So überfüllt habe ich die Jenenser Kneipenmeile zum letzten Mal zu einem Altstadtfest erlebt, das Bermudadreieck in Bochum sogar noch nie. Heute kamen wohl alle aus ihren Häusern gekrochen. Ist nur beachtlich, dass eine solche Fülle an einem Donnerstagabend möglich ist. Nach ausgiebigen Gesprächen über den Film und anderen wichtigen Erscheinungen, verabschiedeten wir uns langsam aber sicher.
Tina habe ich noch nach Hause gefahren und mich dann weiter in den tiefsten Osten vorgearbeitet. Die Fahrt wurde durch überzählige Umleitungen und Sackgassen geprägt, welche mich zum mehrmaligen Blicken in den Atlas zwangen. Trotzdem habe ich es dann doch noch geschafft bei meinen Eltern anzukommen. Mittlerweile war es 2:30 Uhr. Ich habe in aller Seelenruhe mein Rollmobil entleert und mich des Weiteren zur Entspannung vor den Fernseher gesetzt. Da ich Überraschungsgast war, rollten meine Eltern am Morgen ihre Augen sehr als sie plötzlich mein Auto vor der Tür sahen oder meine Oma einen nicht erwarteten Gast auf der Couch fand. Ich mag solche Momente.