Der Mittwoch sollte ein warmer Tag werden. Und es kochte nicht nur das Wasser, welches auf dem Sitz neben mir stand. Platz für Emotionen gab es auch.
Obwohl ich gestern Abend mit Lars noch einen Abstecher in die Hagener Innenstadt machte, begann der Tag recht früh. Wenn man sich viel vorgenommen hat, braucht man die Zeit.
Ich machte meine Wohnung noch frisch und dann ging es los, ab ins Grüne Herz Deutschlands. Die Vorfreude wurde durch einige Staus ein wenig getrübt, aber das was später kam, hat alles wieder wett gemacht. Ich startete meine Tour und war direkt nach der Autobahnauffahrt Hagen-West im Stillstand. Es staute sich dann im weiteren Verlauf meiner Fahr noch häufig aufgrund kleinster und größter Baustellen oder undurchsichtigen LKW-Überholmanövern.
In der Thüringen-Metropole Jena angekommen, stellte ich mein Auto auf dem Carl-Zeiss-Platz ab, lief über den Ernst-Abbe-Platz und holte mir zur Erfrischung erstmal ein leckeres Eis. In der Goethe-Galerie deckte ich mich für die nächsten Stunden mit Verpflegung ein, hauptsächlich Trinkerei. Vorbei an der Goetheschule und Schillerkirche fuhr ich ins Ostbad. Das mag ich persönlich sehr. Dort verbrachte ich den gesamten Nachmittag. Neben zeitweisen Schwimmen, konnte ich mich meiner Zeit widmen. Bei der laufenden Zeit verlief ich mich auf die Uhr im Freibad. Und war verlassen. „Pünktlich“ machte ich mich auf den Weg, um mich mit Tina zu treffen. Am Fortbewegungswagen angekommen, schockierte mich ein Blick auf die Uhrzeit. Etwa 85 Minuten war ich bereits zu spät. Da ich gemeinsam mit Tina zum Abschiedsabend von Friederike gehen wollte, kam der Plan leicht ins Schlendern. Aber wir haben das souverän gelöst. Das Ergebnis war sogar eine Überpünktlichkeit bei der Gartenparty. Wir erreichten den Ort des Spektakels vor der Gastgeberin! Gehört die Gegend eigentlich noch zum Jenertal? Der Abend verlief gemütlich. Ohne übermäßigen Alkoholverbrauch war ich in der Lage, alle wichtigen Fragen des Lebens in die Runde zu schmeißen. Die eine Studentin hielt sich für etwas ganz Tolles. „Aus dem Alter dieser Lockerheit ist sie raus“, meinte sie. Armes Mädchen. Erstaunlich ist trotzdem immer wieder die leichte Umgehensweise mit neuen Bekannten, wahrscheinlich sind die Leute im Pott einfach zu eingefahren. Was ich als bemerkenswert empfand, war mein Gespräch mit der Gastgeberin Friederike. Man muss sich oft lange Zeit kennen, um sich wirklich einschätzen zu können. Der Abend war gelungen. Ich habe interessante Menschen kennenlernen dürfen. Gegen 4 Uhr war dann alles zu Ende, oder?
Der nächtliche Spaziergang zu Tina’s Mum tat gut. Obwohl die Temperaturen zu diesen Stunden enorm gegen 0 fielen (nur noch 25 Grad), war es sehr angenehm, aber das hatte sicher auch etwas mit der Kürze der Strecke zu tun.