Archive for Juli, 2006

Das war ein Abend. So wunderschön und grausam zugleich.

Der Freitag begann ganz friedlich. Vormittag war ich noch eben mit der Schwebebahn in Wuppertal fahren und den Nachmittag brauchte ich Schlaf, weil ich trotz einer 10-Stunden-Nacht unwahrscheinlich müde war. Ich hätte sogar fast meinen Zug verpasst, der für den weiteren Verlauf des Abends ungeheuer wichtig war. Ich rannte innerhalb von 6 Minuten zum Bahnhof. Bei dieser Wärme sollte man die Leistung nicht unterschätzen.

In Hattingen angekommen, wartete auch Becker schon auf die große Ziehung. Als Tim und Jörg kurze Zeit später auch antrafen, konnte die Tour starten. Erster Anlaufpunkt war der Rewe-Markt um die Ecke. Wir hatten Durst, der unbedingt mit Wodka, Bier und Wasser (welches die Verschwender nur weggeschüttet haben) gestillt werden musste.
Wir fuhren nach kurzem Probetrinken in Grönemeyers Geburtststadt. Dort saßen wir einige Zeit ganz lässig im Park und genossen die idyllische Lage an der Bundesstraße.
Als der überwiegende Teil des Alkohol verbraucht war, machten wir uns in fröhlicher Stimmung auf zu BochumTotal. An dieser Stelle setzen meine Erinnerungen aus. Aus Erzählungen wurde mir berichtet, dass wir Gil mit neuer Rockmusik verfolgen durften und dabei wohl andere Zuschauer mit unserem provokanten “Tanzen” mächtig genervt haben. Später waren wir noch in einer anderen Bar und fuhren unser Trinkprogramm weiter fort. Auf den Weg nach Sprockhövel lernten wir im Bus noch einem komischen Menschen kennen, der uns zu einer zusätzlichen “Party” mitnahm. Andere Vorfälle bleiben hier besser außen vor, sind allerdings von enormer eigener Bedeutung. Ein kurzer Trinkstop in einer Kneipe mit Hakenkreuz-Fließen musste aber sein. Diese Kiffer-Feier hielten wir aufgrund des gravierenden Altersunterschieds und seltsamen Eigenheiten dieser Wesen nur kurz stand. Die uns versprochenen Mädels waren leider nicht anwesend. Auf gings zu Jörg, wo der Abend für mich dann auf dem Fußboden endete. Bequem wie nur selten konnte ich mich ausschlafen.
Stefani fuhr mich dann freundlicherweise nach Hause. Der Tag danach ist schrecklich. Alles tut weh und der einzige Ausweg wird nur ausgiebiger Schlaf sein können. Gute Nacht.

Für den heutigen Tag habe ich mir so Einiges vorgenommen. Der erste freie Tag seit über 40×24 Stunden Lernstress.

Ohne Wecker wachte ich um 9 Uhr putzmunter auf. Ohne lang zu fackeln, machte ich mir noch kurz etwas zum Frühstück und dann ging mein Ausflug los.
Mein erstes Ziel war ein Friseursalon. Da ich mit Lars gestern sehr großen Spaß dort hatte, mussten heute meine Haar auch daran glauben. Wenn ich mir das jetzt so recht anschaue, ist nicht mehr viel zur Glatze. So unwahrscheinlich kurz hatte ich mein “Haarschnitt” wohl das letzte Mal in der 5. Klasse. Im Anschluss knippste ich noch ein paar Bilder in der Hagener Innenstadt. Ja, richtig, endlich kann ich wieder Momentaufnahmen machen!
Mein weiterer Weg führte mich ins Wuppertal. Ich glaube, die Stadt heißt sogar genauso. Ab Oberbarmen konnte ich die Fahrt mit der Schwebebahn genießen. Wunderschön, wenn nur die Gegend, durch die sie fährt, auch überall so bezaubernd wäre. In der Innenstadt schlenderte ich über Stadtringe und kleine Gassen, um viele Eindrücke von Wuppertal einzufangen. Die gefühlten 50 Grad machten die gemütlichen Spaziergänge fast zur Qual. Obwohl ich mir eine große Flasche Bonaqua (Eigentlich bin ich kein Fan von Werbung, aber die Marke hat es verdient) mitnahm, war diese nach einigen Minuten aufgebraucht. Gelohnt hat es sich allemal. Allein die traumhaften Photos, die entstanden sind, haben die Fahrt zu etwas Besonderen gemacht. Sicher werde ich einige davon veröffentlichen, wenn mein Notebook wieder funktioniert. Genau deswegen werde ich morgen nochmal in Wuppertal sein, im einigen Vobis weit und breit.

Als ich am Nachmittag wieder in Hagen ankam, stieg ich entspannt in einen Bus ein. Dessen Linie fuhr bis zur Fahrplanumstellung im Mai fast bei mir zu Hause vorbei, nun aber stand mir direkt ein Marathon bevor. Durch die enormen Sonneneinstrahlung gefiel mir das gar nicht mehr so gut. Dies nutzte ich direkt als Gelegenheit, mir 2 Veltins in diesen süßen Knuppelflaschen zuzulegen. Wie ich später festgestellt habe, sind nur die Flaschen so toll.

Soeben war ich in der Imbissbude und kann mich nun entspannt einen Reportagen-Abend widmen. Die Ruhe vor dem Strum sozusagen, denn morgen werde ich von Hagen über Wuppertal, Essen, Bochum und Hattingen bei BochumTotal landen.
Ich würde gern etwas verschieben, aber irgendwie liegt mir alles sehr am Herzen.

Ich habe wie Silbermond lang danach gesucht.

Die stressige Zeit ist für den Moment vorbei. Schluss. Aus. Statt viel zu lernen werde ich mich jetzt wieder ums leben kümmern. Wie das genau ausschauen soll, kann ich mir, ehrlich gesagt, gar nicht vorstellen. Zu lang ist es her. Düstere Erinnerungen versprechen allerdings jede Menge Freude. Nun kann ich mich den unwichtigen exzesstenziellen Dingen des Lebens widmen.

  • Wohnung putzen
  • Zeit(ung) lesen
  • Computer reparieren
  • Einkaufen
  • Fahrrad fahren
  • Entspannen
  • Spazieren
  • Photografieren

Die ersten Freiheitsgedanken gefallen gut. Was ich daraus mache, wird sich zeigen. Dies ist sicher in regelmäßigen Abständen auch hier zu lesen…

Nach der Klausur Unternehmensprozesse haben wir eine Auszeit gebraucht. Andreas, Lars, Martin und Sebastian (alphabetische Sortierung) machten sich einen entspannten Nachmittag in Hagens glänzender Mitte. Das war angebracht und tat unendlich gut, wie mir die dort Anwesenden sicher zustimmen können.

Zu späterer Stunde fuhr ich mit Lars nach Gevelsberg, um dort Englisch zu lernen. Ich lernte brav Vokabeln, während mein Gastgeber schlief. Es war trotz der Hitze sehr angenehm in der Sonne zu sitzen.
Nachdem Lars’ Onkel ihn aus dem Schlaf riss, wollte er mir das Bergische Land zeigen. Eigentlich steuerten wir die Talsperre in der Nähe von Ennepetal an, aber durch gewisse Umleitung kamen wir ganz woanders raus. Im Kreis Gummersbach fanden wir dann dennoch ein schönes Fleckchen Wasser, um die Natur zu genießen. Dort trafen wir auch auf 2 Mädels. Deren Verhalten deutete schnell auf schwerste psyschiche Probleme hin. Provozierendes Gelaber wie ich es eigentlich nur von mir kenne, vermischt mit groben Durcheinandersein. Dieses Erlebnis kann man kaum in Worte fassen: “Na Nah Na Nana”. Weil mich komisches Verhalten grundsätzlich interessiert, versuchte ich nach dummer Anmache ein Gespräch. Total besoffen und stoned erzählte sie mir von ihrem Capri-Sonne-Trip. Lars hatte inzwischen schon die Flucht ergriffen. Mich amüsierte das zunehmend. Nachdem ich das Weite suchte, kamen sie hinterher. Fuhren weg. Und kamen wieder. Ich würde sagen nicht von dieser Welt…Lustig wars.

Am Abend gab es noch eine Pizza, Bier und Wein. Und Gespräche, aber nicht nur über Gehirnbeschissene.

…und strömendes Sauwetter wie Monate nicht mehr.

Wo ist er geblieben, die spürbare Fortschritt der Technik und Analytik? Metrologen dieser Welt, wo bleiben eure immer versprochenen verlässlichen Vorhersagen?
Es geht um den gestrigen Tag. Bei meiner Quelle handelte sich es um eine ortsbezogene 6 Stunden-Prognose von wetter.de. Bei einer 7-Tage-Vorhersage hätte ich mich gar nicht gewundert. Um das Wetter herauszufinden, muss man sich scheinbar wie vor 200 Jahren immer noch in die Natur stellen und selbst beobachten.

War es nicht ein schönes Spiel gegen Portugal? Wenn man so spielt muss man entweder Weltmeister sein oder es werden. Da wir es nicht mehr werden können, bleibt nur noch das Erste.
Die immer zunehmendere entspannte Spielweise der deutschen Nationalmannschaft unter Herrschaft von Klinsmann und Kahn war sehr ansehnlich. Unsere Kicker haben sich wie auf einer Spielwiese getummelt und Freude gehabt. Die Lockerheit der Deutschen war genauso interessant anzusehen wie die steigende Wut der Südeuropäer.
Ich glaube, die Mannschaft ist angekommen. Das Ziel einer der weltbesten Fußballmannschaften zu sein, ist erreicht. Die Klinsmann-Truppe hat Potenzial und den nötigen Hunger auf erfolgreiche Spiele. Der Weltmeister-Pokal wird später geholt.
Nach der WM ist vor der EM.

Saturn ist bei meinem Test durchgefallen. Meine Bestellung eines handelsüblichen Ladegeräts habe ich nach 4 Wochen widerrufen. Das Kommentar: “Hätte auch sein können, dass wir es nie bekommen hätten” hat die Sache perfekt gemacht. 3 Tage nach meiner direkten Bestellung beim Hersteller hatte es es übrigens!

Ganz anders sieht dies bei folgendem Unternehmen aus.

Wann können wir Sie denn gut erreichen?
Wäre 10 Uhr für Sie okay?

Der Berliner Funkrufanbieter e*message hat es mir angetan. Da der Pagingservice, den ich für meine Serverausfälle nutze, zur Zeit zum Erliegen gekommen ist, habe ich das Service-Center kontaktiert. Und nun rollt der Ball. Der Notfallservice hat mich nach wenigen Minuten zurückgerufen, weil das Problem wohl kein Einfaches zu sein scheint. Die Kundenbetreuung wird sich bald bei mir melden, wenn Näheres bekannt ist.
So liebe ich Service. Obwohl noch nichts funktioniert, wird man immer wieder über den aktuellen Stand informiert. Ich würde sogar sagen vorbildlich!

Soeben stieß ich auf eine sehr interessant Kontaktanzeige im Internet. Ein 15-jähriges Girlie aus Gelsenkirchen sucht einen jungen, charmanten und – jetzt kommst – sexuell talentierten Mann an ihrer Seite.

Ich bin irgendwie gerade sehr schockiert. Was ist los mit der Jugend, denken die nachwachsenden primitiven Wesen nur noch an Fortpflanzung ohne jedoch Kinder zu wollen.
Die Folge sind dann die zahlreichen Jungmütter, die mit 15 Jahren die Schule abbrechen, um ins nächstgelegene Mutter-Kind- bzw. besser Kind-Kind-Heim anzuziehen.
Der Staat hat noch viel zu tun. Bloß – wo anfangen? Deutsche Großunternehmen fordern die frühzeitige Förderung von Kindern, indem sie bereits im Kindergarten lernen. Und besonders auch darauf hingewiesen werden, dass Geschlechtsverkehr wieder kleine unerfahrene Menschen zur Folge haben kann.

Ein leidenschaftlicher Mensch bin ich wohl, das steht außer Frage. Genau deswegen kann ich bestimmte Dinge nicht verstehen. Für mich stehen bei allen Entscheidungen Gefühle im Vordergrund. Man kann ein arrogantes herzloses sesselfurzendes Arschloch sein oder ein netter symphatischer Mensch von nebenan. Die Eigenschaft charmant habe ich mit Bedacht außen vor gelassen, denn ich schreibe nicht ausschließlich von mir. Oft wird gefragt, ob man in verschiedenen Lebenslagen einfach hart sein muss. Richtig, aber nicht solange es andere verletzt. Ein emotionaler Manager beispielsweise kann, meiner Meinung nach, mehr erreichen. Erstens durch das nötige Köpfchen den Erfolg und mittels menschlichen Handlungsweisen bzw. Entscheidungen stärkt er das Bild nach außen zusätzlich. Man sollte nicht immer auf den höchsten Profit aus sein, wenn das auf Kosten anderer geht.
Diese kapitalistische Welt belastet mich gerade sehr, da die Welt und Menschen sich fast ausschließlich über Geld lenkt und lenken. Wo bleibt da die Freude über ein Lächeln, wenn man gerade überteuert eingekauft hat? Wollen wir unsere Seelen gegen Geld tauschen? Immerhin wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Deutschen durch die WM im eigenen Land positiv beeinflusst. Der Rest kommt noch? Ich glaube nicht, aber die Hoffnung stirbt zuletzt…

Vor dem Spiel hat das liebste Urlaubsland der Deutschen (Ich bekenne mich dagegen!) sich sehr um uns bemüht. Die Italiener haben die FIFA über den kleinen Ausfall unseres Nationalspielers Frings freundlich hingewiesen, dessen Folge eine Sperre nach sich zog, und machten die Deutschen schlecht, nachdem sie einen Artikel im Spiegel nicht verkrafteten.

Da lagen sie am Boden und schämten sich ihrer Tränen nicht. Eine Minute fehlte der deutschen Nationalmannschaft, um sich auch im Halbfinale in Dortmund gegen Italien ins Elfmeterschießen, nein: nicht zu retten, sondern vorgekämpft und vorgespielt zu haben.
Die Aufstellung und Wechseltaktik hat mich das ganze Spiel beunruhigt, aber da die Nationalelf sich wacker geschlagen hat, lagen alle Hoffnungen wieder bei Herrn Lehmann.
Die letzten Sekunden der Nachspielzeit waren wie ein schlechter Film. Wie kann man sich noch zwei mal den Ball ins Tor schießen lassen, wenn sich alle schon auf Elfmeterschießen eingestellt haben? Dass das die Spieler vom Stiefel nicht wollten, ist ganz klar. Denn das hätten sie wohl verloren. Aber so leben sie glücklich und arrogant, wie immer, weiter.
Den FIFA-Pokal können wir in diesem Jahr wohl nur übergeben, aber Weltmeister sind wir trotzdem. Wir haben immerhin – und das sage ich bereits vor dem letzten Schlusspfiff – eine der tollsten Weltmeisterschaften veranstaltet.