In bestimmten Momenten merke ich, was mir 500km weiter westlich in Hagen fehlt.
Der Freitagmorgen sollte früh beginnen. Ich habe mich extra früh ins Bett gelegt. Leider konnte ich aufgrund der drückenden Hitze nur schlecht schlafen. Ich kam erst gegen 5 Uhr morgens richtig zur Ruhe. Mein zeitiges Aufstehen war also dahin. Kurz vor 9 Uhr quälte ich mich dann doch hoch und machte mich nach einem Cappucino auf die Fahrt nach Jena.

Ich war mit Jürgen verabredet, um ein Schulnetzwerk zu testen. Außerdem wollten wir anfangen, an einer neuen Website zu arbeiten. Das war alles sehr interessant. Wir schafften zwar weniger als wir uns vorgenommen haben, aber lustig war es allemal. Nebenan begannen schon die erste Feierlichkeiten als wir noch fleißig am Wackeln waren. Arme Fahrschülerinnen mussten unsere Blicke und Tatscherein über sich ergehen lassen, zum Glück ohne es selbst zu merken. Hach, wie schön sind getönte Scheiben.
Etwa halb sechs brachen wir dann auf. Ich fuhr in die Jenaer Innenstadt, um noch einige Erledigungen zu tätigen (Mal wieder Einkaufen!). Zeit für einen Hei-Cap blieb natürlich. Im Black Beans „traf“ ich Mini mit ihrer Mum. Für ein einfaches Hallo reichte es leider nicht. Prächtig gelaunt schlenderte ich noch durch die Gassen, bis ich dann nach Triptis weiterfuhr. Der direkte Weg war aufgrund eines Unfalls gesperrt, aber Martin kam trotz eines mittelweiten Umwegs pünktlich an.

Die Abschiebsfeier der kleinen großen Julia, die nun für ein Jahr ins die USA geht, stand auf dem Programm. So ein Leben wie sie möchte ich auch haben. Vor ein paar Stunden aus dem Tunesien-Urlaub wieder gekehrt, dann feiern und bald weiter reisen. Wir haben uns alle lang nicht gesehen, sehr traurig, aber umso schöner wars. Ich war ein bisschen enttäuscht, dass der Schippi nicht da war. Das müssen wir nochholen! Wenn allerdings Michi aus Berlin für ein paar Stunden nur für diese Feier vor Ort ist, bewegt mich das.
Von Anthea habe ich direkt noch mein Fett weg bekommen, da ich sie angeblich auf dem letzten „Wir Sind Helden“-Konzert ignoriert habe. Es tut mir Leid, dass ich dich nicht sah! Es geht mir immer noch schlecht deswegen. Die Süße hat versucht mich dann wieder aufzubauen. Der Spaziergang zur Bank tat richtig gut. Die plötzliches Verlangen zu gehen, war keine schöne Art Abschied zu nehmen. Trotzdem oder vielleicht gerade aus diesem Grund geht sie mir nicht aus dem Kopf. Mein Sprint, um dir nochmal „Tschüss“ zu sagen, find ich im Nachhinein als eine große Geste.
Irgendwann am Morgen wollten dann plötzlich auch alle anderen gehen. Auf der Heimfahrt beschloss ich, unbedingt wieder öfters zu telefonieren. Ich war leicht irretiert, dass Maria von ihrem Anti-Alkohol-Trip runter ist, aber das habe ich sowieso nie verstanden. Dir wünsche ich natürlich viel Vergnügen in Frankreich. Hätte ich gewusst, dass du schon jetzt wegfährst, wäre selbstverständlich auch für dich eine kleine Aufmerksamkeit drin gewesen. Ich hoffe, du bist nicht traurig und kann trotzdem eine schöne Zeit im Vize-Weltmeisterland haben.

Ich werde langsam zu alt, um solche ausgedehnten Feiern heil zu überstehen. Was tut man nicht alles, um zu merken, wo man wirklich hingehört…