An sich nehme ich mir weniger Zeit dafür, welche aber trotzdem immer recht intensiv ist. Um die aktuelle Situation intensiver zu leben, schweife ich seltener zurück. Die letzten Tage war ich damit beschäftigt, mein ehemaliges Kinderzimmer zu überarbeiten oder mehr noch: zu entmüllen. Einige Tonnen Müll sind angefallen, darunter zahlreiche Dinge, die in gewissen Alter enorm wichtig waren. Zum Beispiel, eine Anleitung zum Computerspiel „Pizza Connection“ oder das Q-Basic-Kochbuch, mit dessen Autor ich damals sogar in Kontakt stand. Dieser sollte wieder erweckt werden, denn es war eine lustige Lebensphase. Neben diesen nun sinnfreien Dingen fand ich zahlreiche persönliche Schriftstücke. Das Sinlge-Haushalte mehr Müll transportieren als Familien kann ich bestätigen. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Altpapier und Gelbe -Säcke ich in den letzten Stunden produziert habe. Unter eigenen Gedichten oder Briefen, die unser Haus nie verließen, waren tatsächlich auch ein paar mir zurückgeschickte Werke. Das ich sogar mit Beate verlobt bin, ist ganz in Vergessenheit geraten. Eigentlich sollte ich diese herzerwärmenden, wie all deine Briefe nun gold einrahmen. Direkt gegenüber würden dann Sandra’s Mails zu finden sein. Ich war traurig über die aktuelle Kontaktflaute und bin es ehrlich gesagt meist, wenn ich darüber nachdenke.
Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass ich mein Zimmer wieder betreten kann ohne die Müllberge beiseite schieben zu müssen. Über die Jahre hat sich Einiges angesammelt. Nun können die vier Wände auch endlich meine Eltern als Computerstube nutzen. Darauf haben sie sich doch schon Ewigkeiten gefreut, vermute ich mal. Heute musste ich sogar vor lauter Sehnsucht nach dem Ruhrgebiet im Atlas ein bisschen blättern. Aber bald bin ich ja wieder da. Was jetzt bleibt, ist die russische Deklaration von Verben und die nötige Müdigkeit für einen ausgiebigen Schlaf.