Archive for Oktober, 2006

Eine neue Frage beschäftigt die Menschheit. Naja, zumindest einen Teil – viele Studenten. Was um Himmels Willen soll die Wortschöpfung “Gruscheln” des deutschen myspace.com-Ablegers Studiverzeichnis bedeuten?

Mögliche Bedeutungen kommen, nach meiner Meinung, in Frage:

I. Der virtuelle Tippser auf die Schulter, von jemandem, den man kennt. Zum Beispiel in einer dieser überfüllten Großraumdiskos: Lisa sieht im Gewühl der Tanzfläche ihre Komillitonin Miri. Sie möchte sich an der Bar einen Drink holen gehen. Sie tippt im Vorbeigehen Miri auf die Schulter, diese dreht sich um, sieht Lara, beide winken sich nun zu.

II. Der Versuch einer banalen Konaktaufnahme. Man gruschelt jemanden, spart sich die Mühe, richtige Worte für die erste Kontaktaufnahme zu finden und hofft, dass der Kontaktierte von selbst schreibt. Der “Ball” geht zurück, wenn der Kontaktierte nur zurückgruschelt.

III. Eine sehr einfache Lösung, um Sexualkontakte oder Beziehungen zu arrangieren. Wer gruschelt, will vom gegruschelten auch gegruschelt werden. Hierbei ist der Haken, dass proportional viele Nutzer vorwiegende gleichgeschlechtlich gruscheln, also mit ihren Freunden/Freundinnen.
Ein bloßes Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen?

Für alle, die nicht zufrieden sind, hilft wohl nur noch der vom Website-Betreiber empfohlene Gang in eine Selbsthilfegruppe.

Denken ist die härteste Arbeit überhaupt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, dass sich so wenige Leute damit beschäftigen.

Dort denkt's sich am Besten

Meine Lieblingsbeschäftigung scheint unter den Menschen rar zu sein. Das hat schon Henry Ford erkannt. Die einen tun es gar nicht, die anderen falsch. Was hilft? Die Übung. Also demnächst öfters den Grübelkasten einschalten, bevor es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Bei Fragen, wenden Sie sich an einen örtlichen Psychologen oder schreiben dem allwissenden Dr.-Sommer-Team…

Momentan kann ich von mir behaupten, sehr zufrieden zu sein. Der Stress wird ausgeblendet bzw. sich daran gewöhnt und einfach die schönen Dinge des Lebens betrachtet. Und die gibt es zur Zeit.

Brust

Auch wenn die unendlichen Bücher sich mittlerweile mit Aufzeichnungen aus Vorlesungen vermengen und großräumig in der ganzen Wohnung verteilen, verspüre ich ein gewisses Glücksgefühl. Zwar lässt mich mein Körper durch die andauernden extremen Strapazien langsam im Stich und quält mich mit Schmerzen, aber die vergehen auch – Hab ich mir überlebt und glaube fest daran.
Die Woche ist nun für mich gelaufen und zeitweise Entspannung wird sich in den nächsten Tagen mit ruhigen Leseminuten paaren. Mal schauen, was da entsteht!

Unsere Flagge

Wo ist der Nationalstolz der WM? Haben wir uns selbst verarscht, indem wir zeitweise mit unserem Land verbunden waren? Das Empfinden über den heutigen Tag, unseren Nationalfeiertag variiert stark. Ich möchte versuchen, verschiedene Sichten zu betrachten.
Da wären zum einen die ehemaligen DDR-Bürger, für die zahlreiche Veränderungen von heute auf morgen wirksam wurden. Die Unterdrückung war weg und der Kampf in der “sozialen” Marktwirtschaft sollte beginnen. Hat jemand 1990 seinem Job verloren und seitdem im Arbeitsmarkt keine Chance mehr erhalten, sieht man die Vereinigung der beiden deutschen Staaten sicher anders als der, der sich seitdem verwirklichen konnte und dadurch ein besseres Leben führen kann.
Wie betrachtet der Westdeutsche diesen Tag? Vor der Wiedervereinigung behauptete die damalige Kohl-Regierung, die Zusammenführung ist finanziell abgesichert und kein Bürger muss dafür zahlen. Bereits wenige Monate später kam alles anders. Die Wende wurde nach immer größer werdenden Schuldgeständnissen des DDR-Regimes ein Fass ohne Boden. Der Solidarpakt wurde beschlossen und damit die Einführung des Solidaritätszuschlags. Für alle westlichen Bürger wurde außer den zusätzlichen Abgaben nichts verändert. Hätte man auch hier kleine Veränderungen beschlossen, bspw. die Übernahme positiver Aspekte des DDR-Sozialsystems, wäre die Betrachtung ganz anders. In Westdeutschland steht man daher der Wiedervereinigung sehr kritisch gegenüber,.
Auch wenn die damals am Boden liegende bundesdeutsche Wirtschaft nochmal aufleben konnte, kann sie die in großen Teilen Ostdeutschlands fehlende Selbstständigkeit nicht überbrücken. Mitlerweile haben sich einige Hochburgen entwickelt, die westdeutschen Standorten sogar einiges voraus haben. Das Problem ist auch die nicht vorhandene Flexibilität. In Ostdeutschland hat sich seit der Wiedervereinigung sehr regelmäßig etwas verändert. Jeder konnte jeden Tag an der Verbesserung der maroden Ostwirtschaft teilhaben. Zur selben Zeit hat sich im westlichen Teil Deutschlands im Vergleich nur wenig getan.
Was fehlt, ist das Einigkeitsgefühl. Endlich sollten wir, wie zum Mauerfall, uns an die Hände nehmen und miteinander unser traumhaftes Land wieder nach vorn bringen. Gemeinsam können wir unheimlich stark sein, dass hat die gigantische Atmosphäre zur Fußballweltmeisterschaft bewiesen.

Keiner von uns Menschen kann derzeit behaupten, dass er nicht älter wird. Wie man das merkt, ist ganz einfach.
Schaut man sich morgens im Spiegel an und bekommt einen Schrecken, ist das ein erstes Anzeichen. Weiter geht es mit der Auswahl des richtigen Frühstücks. Man kann nicht mehr ohne aus dem Haus gehen. Die Wahl muss bedacht sein, denn diese ist entscheidend für den gesamten Tagesverlauf. Beim Zähneputzen macht man sich Gedanken. Soll es wohl ein Nutella-Brötchen oder doch ein herzhaftes Wurstbrot werden? Nutella setzt an, also entscheidet man sich für den morgentlichen Schock an Kohlenhydraten. Das wäre geschafft. Nun schnell noch einen Kaffee kochen, um überhaupt in der Lage zu sein, die eigenen vier Wände zu verlassen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, spritzt man sich nochmal schnell mit kaltem Wasser ab, um frisch zu wirken. Danach eine Pflegecreme draufgeschmiert, damit die Haut auf die Belastungen des Tages vorbereitet ist. Und dann kann es auch schon losgehen, das Leben.
Im jungen Alter wurde man gefragt: “Na, wie viel habt ihr gestern noch getrunken?”. In der nächsten Stufe des allmählichen Grauwerdens kommt einem höchstens ein zaghaftes: “Wie lang hast du denn gestern noch Fernsehen geschaut?” entgegen. Es gibt verschiedene Gründe, matt auszuschauen. Schlafmangel ist der häufigste. Nur die Gründe dafür verschieben sich leicht.
Früher war alles viel einfacher…

Wer hätte das gedacht?
Die Abstimmung – oder neudeutsch: das Voting – auf www.bundesliga.de, die offizielle Seite zur 2. Fußball-Bundesliga, ergibt, dass der FC Carl Zeiss JENA das beliebteste Team der Liga ist. Bei gegnerischen Mannschaften wie dem 1. FC Köln oder dem TSV 1860 München ein für mich sehr erstaunliches Ergebnis, welches ich mit großer Faszination begeistert hinnehme.

Das täuscht auch über die heutige Enttäuschung in der ArroganzArena hinweg. Aber das wenigstens richtig gut…