Unsere Flagge

Wo ist der Nationalstolz der WM? Haben wir uns selbst verarscht, indem wir zeitweise mit unserem Land verbunden waren? Das Empfinden über den heutigen Tag, unseren Nationalfeiertag variiert stark. Ich möchte versuchen, verschiedene Sichten zu betrachten.
Da wären zum einen die ehemaligen DDR-Bürger, für die zahlreiche Veränderungen von heute auf morgen wirksam wurden. Die Unterdrückung war weg und der Kampf in der „sozialen“ Marktwirtschaft sollte beginnen. Hat jemand 1990 seinem Job verloren und seitdem im Arbeitsmarkt keine Chance mehr erhalten, sieht man die Vereinigung der beiden deutschen Staaten sicher anders als der, der sich seitdem verwirklichen konnte und dadurch ein besseres Leben führen kann.
Wie betrachtet der Westdeutsche diesen Tag? Vor der Wiedervereinigung behauptete die damalige Kohl-Regierung, die Zusammenführung ist finanziell abgesichert und kein Bürger muss dafür zahlen. Bereits wenige Monate später kam alles anders. Die Wende wurde nach immer größer werdenden Schuldgeständnissen des DDR-Regimes ein Fass ohne Boden. Der Solidarpakt wurde beschlossen und damit die Einführung des Solidaritätszuschlags. Für alle westlichen Bürger wurde außer den zusätzlichen Abgaben nichts verändert. Hätte man auch hier kleine Veränderungen beschlossen, bspw. die Übernahme positiver Aspekte des DDR-Sozialsystems, wäre die Betrachtung ganz anders. In Westdeutschland steht man daher der Wiedervereinigung sehr kritisch gegenüber,.
Auch wenn die damals am Boden liegende bundesdeutsche Wirtschaft nochmal aufleben konnte, kann sie die in großen Teilen Ostdeutschlands fehlende Selbstständigkeit nicht überbrücken. Mitlerweile haben sich einige Hochburgen entwickelt, die westdeutschen Standorten sogar einiges voraus haben. Das Problem ist auch die nicht vorhandene Flexibilität. In Ostdeutschland hat sich seit der Wiedervereinigung sehr regelmäßig etwas verändert. Jeder konnte jeden Tag an der Verbesserung der maroden Ostwirtschaft teilhaben. Zur selben Zeit hat sich im westlichen Teil Deutschlands im Vergleich nur wenig getan.
Was fehlt, ist das Einigkeitsgefühl. Endlich sollten wir, wie zum Mauerfall, uns an die Hände nehmen und miteinander unser traumhaftes Land wieder nach vorn bringen. Gemeinsam können wir unheimlich stark sein, dass hat die gigantische Atmosphäre zur Fußballweltmeisterschaft bewiesen.