Archive for April, 2007

Freitagmorgen: Planung. Die frühste Vorlesung der Woche findet Freitagnacht um 08:00 Uhr statt. Wohl gelaunt quält man sich jede Woche wieder raus und verfolgt gespannt die (Ver-)Planung unserer Professorin. In dieser Woche wurde die komplette Planung aufgrund von Kommentaren von Herrn Greß umgehauen. Am verlängerten Wochenende hatte ich vor, meine Marketing-Hausarbeit zu beenden. Und was kam, der spontanste Jena-Besuch aller Zeiten. Eine Viertelstunde nach Vorlesungsschluss war ich schon fast auf der Autobahn. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber es war toll. Ohne mir großartig Gedanken zu machen, fuhr ich los.

Freitagnachmittag
Auf der Fahrt nach Thüringen telefonierte ich ein bisschen, um verschiedene Menschen für Treffen zu animieren. Was natürlich durch meine spontane Art manchmal nicht so einfach ist. Lustig war, dass niemand für mich Zeit hatte. In Jena angekommen, fuhr ich als erstes zu Melle, die sich normalerweise auf Arbeit langweilig, aber diesmal hatte sie kaum 5 Minuten, um kurz mit mir zu reden. Fand das irgendwie witzig. Von meiner guten Laune brachte mich das nicht ab. Die 30°C Umgebungstemperatur taten ihr Bestes dazu, die netten Leute noch mehr. Ich spazierte also durch die Strassen und wartete den Feierabend einiger Freunde ab. Natürlich blieb genug Zeit, um mich in mein geliebtes Paradies zu setzen. Von dort aus war der Weg zum Station auch nicht mehr weit.

Ausgerüstet im passenden Dress ging die große Show los. Der FC Carl Zeiss Jena spielte gegen den MSV Trotteldorf aus Duisburg. Zu der Partie möchte ich nur so viel sagen: 3:0 nach 45 Minuten, 3:3 nach 92 Minuten.
Nachdem ich mein Auto in den Kernberge wiedergefunden hatte, fuhr ich nach Jena-Ost. Ich wollte mich in aller Seelen Ruhe umziehen, denn abends zieht es meist in kurzer Kleidung. Von dort aus holte ich Madeleine und Freundinnen ab, mit denen ging es zum Burger Meister McDonalds. Und dann kämpften wir uns auch schon durch tausende wartende Gäste, um einen Parkplatz zu finden. Unser Ziel: Der Tunnel. Im neuen Autobahntunnel Jena-Lobedas sollte die größte Party seit langem steigen. Mit wem auch immer ich vorher wieder diese Feier geredet habe, jeder wollte hin. Außer Tim, der muss auch weiterhin immer etwas anders sein. Auch Claudi wollte ich dort treffen, nach einem kurzen Handy-Gespräch traf ich sie und ihre Prosecco-Girls in der Jenaer Innenstadt. Auf der Wiese. Die Mädels und der Essener RWE-Fan (Name ist mir leider entfallen) waren gut drauf und vor allen Dingen laut. Ich hab selten Mädels so durch die Straßen plärren hören. Nach einem Abstecher zum Italiener ging es auf die Party vom Mark. Die Studentengemeinschaft sollte für dicke Luft. Später saß mir auch noch Matthias gegenüber, den ich allerdings nicht erkannte. Und er wollte mich aus bestimmten Gründen sicher nicht kennen.

Später fuhren wir dann tatsächlich auch noch auf die Tunnel-Party. Das Hereinkommen hat beim zweiten Anlauf auch nicht mehr so lange gedauert, obwohl die Polizei das Gebiet abgeriegelt hat und keiner mehr in die Nähe der Feier durfte. Ausnahmen gibt es immer wieder. Die Party an sich war nichts besonderes. Das Feeling war durch den Tunnel warm und stickig, im Freien jedoch zu kalt. Da ich allerdings zahlreiche Leute nach Ewigkeiten wiedersah, hat dich das gelohnt. Melanie, Schippy, Petra, Mandy, um nur Einige zu nennen. Tina musste leider schlafen :)
Irgendwann in der frühe brachte ich dann die Prosecco-Girls nach Hause und der Heimweg kam auch für mich immer näher. Als ich bei meinen Eltern ankam, gegen 5 Uhr, konnte ich glücklicherweise meine Mum aus dem Bad klopfen. Ich hätte sonst keine Möglichkeit gehabt, rein zu kommen und da sie schon frisch für die Arbeit war, passte das gut.
Aber dann kam der verdiente Schlaf…

Seit Anfang 2004 ist diese Seite im Internet. Einige Monate später meldete ich mich bei verschiedenen Suchmaschinen an, damit meine Website besser zu finden ist. Nach etlichen Design-Änderungen bin ich nun recht zufrieden, auch mit den stetig steigenden Besucherzahlen. Und das liegt nicht zu letzt an den Suchmaschinen, die mich immer besser leider können.
Bei Google war ich über die letzten 2 Jahre bis auf Platz 3 für den Suchbegriff “Martin Heidenreich” herangekommen. Heute war ein besonderer Tag für mich und diese Seite: Platz 1. Jetzt werde ich mich bemühen, dass es so bleibt.

 

 

Google-Suchergebnis

 

Was soll der Jena-Liebhaber Martin dazu sagen? Ja, vollkommen korrekt. Ich liebe tolle Nachrichten und da es von dieser Stadt eben überwiegend solche gibt, bin ich gezwungen, ständig von dessen Schönheit zu schwärmen. Da ich allein wohl noch nicht glaubwürdig genug bin, freue ich mich immer wieder, andere zu finden, die genauso begeistert sind. Zum Beispiel das Beratungsunternehmen Prognos. Die Schweizer Firma stellte ihren Zukunftatlas 2007 vor. In dieser Studie werden die deutschen Städte und Regionen nach Gesichtspunkten wie wirtschaftlicher Lage, Arbeitsmarkt und Innovation untersucht. Im Gegensatz zu den Aussagen des Ministers Tiefensee ziehen starke Städte ihre umliegenden Regionen nicht zwangsweise mit nach oben. Das kann deutlich an der Lage in Ostdeutschland beobachtet werden.

SPIEGEL ONLINE: Wenn Sie das München der neuen Bundesländer nennen müssten, welche Stadt wäre das? 

Kaiser: Jena – auch wenn es natürlich nicht die Größe hat. Aber dort ist neben Jenoptik auch jede Menge innovative Forschung beheimatet: Bioanalyse, Lasertechnik. Dresden ist bestimmt auch ein wichtiger Wachstumsmotor, wobei da vor allem ausländische Chiphersteller wie AMD und Infineon vertreten sind, die nicht von Deutschland aus gesteuert werden.

Nachdem es Jena als die unbekannteste Vorzeigestadt Ostdeutschlands in diesem Zukunftsatlas sogar unter die Top 20 der deutschen Städte geschafft hat, wird sie wohl jedem ein Begriff sein, der etwas von Wirtschaft versteht. Die Zukunftschancen werden des Weiteren nämlich als sehr hoch eingeschätzt.

Jena: Neue Mitte 

Das Potenzial ist zwar in Deutschland noch nicht von jedem erkannt, aber außerhalb Europas, wissen zahlreiche Entscheider Bescheid. Die New York Times schreibt (hier die deutsche Übersetzung) über das derzeitige betitelte “deutsche Wirtschaftswunder” wie folgt:

Jena boomt wie nie, weil Unternehmen wie Jenoptik, das Laser und Optik produziert, Aufträge aus China, Russland, Europa und den USA an Land ziehen. Nicht mal der steigende Euro, der immer neue Rekordstände im Verhältnis zu Dollar und Yen erklimmt – was Deutsche Exporte ins Ausland erheblich verteuert – konnte diesen Boom bisher schwächen. […] In Jena, das im 9. Jahrhundert gegründet wurde und Schauplatz eines von Napoleons berühmten Kriegen war, haben nur wenige die Zeit, sich Gedanken um die Sorgen anderer zu machen. Mit zwei Universitäten, einem Satz Forschungsinstitute und einem Gelände für High-Tech-Startups, brummt Jena wie ein transplantiertes Silicon Valley.

Nach diesen bewegenden Worten sollte jeder Leser kurz in sich kehren. Mir wird beim Lesen dieser Artikel mindestens genauso warm ums Herz wie dem Jenaer Oberbürgermeister. Die Stadt birgt wohl mehr in sich als viele fern davon ahnen. Nein, sie wissen es nicht!
Sie waren noch nie in Jena? Dann wird es aber schleunigst Zeit!

Spiegel Online: Jena ist…
Spiegel Online: Wettbewerbsfähigkeit
NY Times: Germany’s Export-Led…

Monopoly, das bekannte Brettspiel, gibt es ab September diesen Jahres in einer neuen Auflage. Statt gewohnten Straßen wie der Schlossalle, können beim sogenannten Deutschland-Monopoly die schönsten Städte mit ihren Touristenmagneten erworben werden. Dafür gab es im letzten halben Jahr eine Abstimmung im Internet. Jeder konnte für seine Lieblingsstadt voten. Und jetzt ratet mal, wem ich meine Stimme gewidmet habe.
Der entscheidene Moment war bereits am 01. April 2007. Kurz vor Ende des Städte-Votings sah es nicht so gut aus für Jena. Aus diesem Grund habe ich die ganze Sache aus den Augen verloren. Gestern stellte ich mit unwahrscheinlicher Freude fest: Jena kommt aufs neue Monopoly-Brett. Neben Berlin, Düsseldorf und München findet man nun auch die symphatische Universitätsstadt aus Thüringen. Und das ist auch gut so!

Diese Ausgabe des Monopoly-Spiels ist die erste, die ich mir definitv kaufen werde ;)

Verwundert? Ja, so ist das. Das Ergebnis harter Arbeit ist Erfolg. Und den hatten die POM baskets Jena in der 2. Bundesliga nun genug. In den letzten Jahren ist die selbstständige Basketballabteilung des TuS Jena immer knapp gescheitert, aber nun geht es endlich auf nach oben. Die Jenaer Basketballer konnten die Chemnitzer 99er im stark umkämpften Ostderby in der ausverkauften Werner-Seelenbinder-Halle mit einem Sieg nach Hause schicken und sich somit bereits ein Spiel vor Saisonende den Aufstieg ins Basketballoberhaus sichern.

POM basktes Jena

Die neue Jena-Arena ist im Bau und wird sich freuen auf Mannschaften wie Alba Berlin oder RheinEnergie Köln. Die Freude ist riesig, die Feiern im Gange. Ich drücke dem Verein und der Mannschaft alle Daumen und wünsche viel Erfolg in der 1. Basketball-Bundesliga.

Es war ein gemütlicher Tag, zwar lang, aber nicht übertrieben anstrengend. Nach vielen Stunden im Ausrufezeichen-Haus arbeitete ich noch fleißig an meiner Hausarbeit weiter. Später am Abend surfte ich im Internet und da kam er, der Anruf. Obwohl ich mich mit Lars über den heutigen Grillabend unterhielt, planten wir nichts konkretes. Aber jetzt, ganz spontan. Er ist in 10 Minuten da und läd mich auf seinen 5er BMW mit VW-Zeichen. Total müde, wusste ich gar niccht, wo ich anfangen sollte, mit mir klarzukommen. Und dann klingelte es auch schon. So schnell kann Zeit vergehen.
Fix noch aus dem Camping-Outfit rein in Jeans, fuhren wir auch schon los. Das Heim war unser Ziel. Dort erwarteten uns einige Menschen, die wie wir an der FH SWF studieren, aber bereits einen deftigen Alkoholspiegel vorweisen konnten. Wir plauderten, chillten bei Dorian und belästigten uns gegenseitig beim Pinkeln. Der Abend war irgendwie schnell vorbei. Nach einem kurzen Fotoshooting bei Müsli waren nämlich alle weg. Wir schrieben 1 Uhr. Komisch, wie fix alle vom Erdboden verschluckt werden können. Ähnlich wie ein Dorf in den USA durch die Plattenverschiebungen sozusagen verschlungen wird.
Lars und ich schliefen bei Müsli.

Nach einem morgentlichen Spaziergang zu einer hübschen Einkaufsstube mit weltfremden unendlich hohen Preisen, konnten wir mit Catrin und Dorian noch ganz relaxt frühstücken. So ruhig könnte jeder Tag beginnen. Nach einem kurzen Besuch der FH-Bibliothek, ging es mit Lars nochmal ins Hagener Zentrum. Dort konnte er sich endlich seinen schon lang gesuchten ”Schlüsselfinder” kaufen. Für 1,99 Euro ein echtes Schnäppchen. Normalerweise soll dieses Teil nach einem Pfeifen anfangen, zu piepen. Dummerweise piept der geniale Schlüsselfinder auch bei Gesprächen oder ganz normalen Umgebungsgeräuchen. Also piept er quasi immer. Ich hab mir Kaffee gekauft, den ich gerade mit großer Freude trinke. Irgendwie fehlt aber noch etwas, die richtige Ausgeschlafenheit, die aufgrund der letzten schlafmageren Nächte zugekommen hat…

Ich hatte vor, mich heute mit Lars zu treffen und gemütlich einen Biergarten aufzusuchen. Aufgrund von Planungsschwierigkeiten kam dann doch alles anders. Ich stellte mich bereits auf einen ruhigen Abend ein, freundete mich richtig damit an. Dann kam mir spontan die Idee, den alten Deme mal wieder anzurufen. Spontan trafen wir uns dann. Wir wollten zwar ganz woanders hin, aber ein netter älterer Herr gab uns einen Tipp: Einen Biergarten direkt um die Ecke quasi. Da waren wir dann. Und? Ja, schön!
Da die ganze Studenten-Gemeinschaft über Hagen meckert, weil zu wenig von hier kommen und anderes denken (Pendler-Uni), wollte mir der Kollege mal ein paar schöne Ecken zeigen.

Ort 1
Hier war ich schon. Bei meinem letzten Besuch der Gegend verfolgte ich einen Jenaer. Das Auto war von Jenapharm und damals musste ich einfach hinterher. Wir kamen an einem Krankenhaus an, wie auch heute. Hinter dem Krankenhaus ist jedoch noch ein traumhafter Park, ich nenne ihn Böhmerpark. Mit kleinen Teich, Restaurant und Biergarten ist das Grün um die Ecke nicht nur zum Spazieren gut geeignet. Ich staunte richtig. Was man so alles verpassen kann, wenn man wenig Zeit hat, ist enorm.

Ort 2
Ein Park ganz in meiner Nähe: Hamekepark. Versteckt hinter einem übergroßen Autohaus ist davon nichts zu ahnen. Verschreckt hat mich im ersten Moment nur die angrenzende Müllverbrennungsanlage. Je weiter wir in den Park liefen, desto schöner wurde es. Das übrigens nicht nur, weil wir den Müllgeruch hinter uns ließen. Sogar Tiere wie niedlichen Eischörnschen oder Hässchen siedelten sich hier an. Die Wege sind weitläufig und zielen an einer Skateboard-Fläche, Tennisplätzen, Basket- und Fußball-Flächen. Sehr groß, sehr vielfältig, sehr schön. Und wieder gibt es einen Pluspunkt.

Ort 3
Das Ischeland, Herberge für den ansässigen Basketballverein (Phönix Hagen), Fußballplätze und einen Freibad ein schönes Erholungsgebiet zur Entspannung. Die Gegend kannte ich sogar schon. Deswegen hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Da die Uhr mittlerweile 23 Uhr zeigte, mussten wir unsere Tour für diesen Tag beenden. Weiter gings schon morgen…

Ort 4
Da das Wetter förmlich einlud, in die Natur zu gehen, zog es uns an die in Breckerfeld (gehört offiziell nicht mehr zu Hagen) liegende Glörtalsperre. Da Hagen das Tor zum Sauerland darstellt, ist besonders die Fahrt in die südliche Richtung sehr attraktiv. Auf einmal sieht man Natur, unendlich grün und Berge. Im Vergleich zu den Fahrt in Richtung Dortmund/Bochum ein Unterschied wie Tag und Nacht. Statt Schornsteinen gibt es hier Wanderwege.
Die Glörtalsperre ist zwar nicht so gemütlich wie Haltern, weil es am Ufer kein Sand, sondern unangenehme Steine gibt, aber schön war es trotzdem. Das Wasser kalt/erfischend, das Publikum jung und nicht zu überlaufen. Wunderschön.

Da ich mein Fotoapparat bei meinen Eltern vergessen habe, konnte ich leider auch keine Photos von diesen verzüglichen Stellen Hagener Alltags schießen. Das werde ich allerdings nachholen, denn bereits jetzt zieht es mich wieder hin.

Auf zwei kurzen Veranstaltungen in der FH, konnte ich den Tag nutzen, um mit meiner Hausarbeit weiter zu kommen. Das klappte auch relativ gut. Am späten Nachmittag machte ich mich dann auf den Weg zu Tim. Die gefühlte Temperatur lag bei 35°. Da kurz vor meiner Abfahrt der Postbote klingelte und ein lang ersehntes Paket brachte, verzögerte sich der Start um eine Viertelstunden, aber es sollte noch schlimmer kommen. Ich war aufgrund sehr ungünstiger Verkehrslage, selten großen Verkehrunfällen und Umleitungen fast 2 Stunden bis Bochum unterwegs. Martin hat sich an den Verkehr gewöhnt und mittels einer Klimaanlage ist die lange Zeit auch irgendwie zu ertragen. Blöd nur, weil wir eigentlich noch etwas shoppen wollten und auf Freitag, den 13. kann man auch nicht alles schieben.

Nachdem ich dann endlich ankam, tranken wir mit Tims Mum noch einen Kaffee und auf gings zurück in den Stau. So verbringt man einen Freitag im Ruhrgebiet. Obwohl nicht mehr soo viel Zeit bis zum Ladenschluss blieb, nutzten wir sie optimal. Wir klapperten alle potenziellen Läden ab und konnte auf der abschließenden Kauftour zu schlagen. Bei mir war es einmal “Pommes Majo – Normal”, bei Tim jedoch etwas mehr. Danach schlenderten wir noch durch die Straßen und wollte uns zu guter Letzt im Bermuda-Dreieck einfinden. Die diesjährige Premiere der Bermuda-Abende war voll. Nicht nur wir allein hatte die Idee, noch etwa 20000 andere. Wenn man zur Primetime versucht, einen Tisch zu finden, kann es mitunter bis Mitternacht dauern. Irgendwann wurde wir tatsächlich fündig, der Tisch zwischen 20 anderen, Platz: Null. Wir musste den Tisch heben, um an die Stühle zu kommen, unglaublich eng. Einmal drin, hieß nie wieder raus. Wir plauderten über Frauen, komische Werbe-Tussis (die keine Ahnung von dem hatten, was sie eigentlich tun) und unseren eigentlich göttlichen Stress. War ein gemütlich warmer Abend mit tollen Sternen am Himmel. Nicht alt so spät fuhren wir dann zu Tim.

Der Kleine ging direkt schlafen, ich schrieb noch kleine Romane. Und Telefonierte mit netten Menschen vom Rhein. Schlafen konnte ich nicht wirklich, irgendetwas lag in der Luft, was mich nicht zur Ruhe brachte. Wahrscheinlich war es eine allergische Reaktion. Dummerweise hatte ich keine Gegenmittel und machte mich aus diesem Grund um 5 Uhr dann doch noch auf den Weg nach Hagen. Dann ging das Atmen zwar wieder super, nur die Müdigkeitsphase hatte ich seit langem überwunden. Also direkt weiter mit der Hausarbeit. so schöpft man alles aus der Zeit. Immerhin war vom gestrigen Stau noch einiges wieder aufzuholen…

Ich musste den Wecker stellen, um nach dem leicht umgestellten Schlafrhytmus der Feiertage wieder vor um 11 Uhr aus dem Bett zu kommen. Ich habe es trotzdem leider nicht ganz geschlafft, da meine Hand ungünstig auf den Wecker gefallen ist, sodass er dummerweise – völlig ungewollt natürlich – abgestellt wurde. Ich konnte mich also in Ruhe nochmal umdrehen.

Halb 12 Uhr bin ich dann trotzdem los. Auf nach Bochum. Ich musste unbedingt zur Sparkasse und nutzte die Gelegenheit um auch durch die Innenstadt und das Bermuda-Dreieck zu schlendern. “Pommes Majo” waren dann auch noch drin. Die beste Pommes-Bude – Oder soll ich lieber Kartoffelrestaurant sagen? – Nordrhein-Westfalens durfte mich begrüßen. Was ich toll fand, war ein Schuld auf dem Thresen, welches die seit Januar 2007 leicht erhöhten Preise rechtfertigte und entschuldigte. Im Anschluss gings zu Tim.

Nach dem kleinen Mathe-Exkurs mit Josephine wollte Tim zum Fotografen: Foto Rudolph. Was Dienstagnachmittag ungünstig ist. Wir wollten die Mittagspause durch einem Einkauf im “Wanner Frischmarkt” überbrücken. Wir bekamen erst mit, dass das Geschäft nach der Mittagspause gar nicht mehr öffnet als ein Passand die gleiche Idee hatte, aber direkt wieder ging. “Hilfe, ich lebe in einer Großstadt, ich finde keinen Fotografen” kam aus Tims Mund. Ich haute mich natürlich erstmal weg, fragte dann aber schnell eine nette Fußgängerin, die unser Problem scheinbar kannte, allerdings im Gegensatz zu uns auch einen Ausweg hatte. Sie schickte uns die Hauptstraße ein paar Meter weiter. Da ging wir in das Fotogeschäft und wer kam direkt hinter uns rein? Der Christian alias Nominator von einen der ersten Big Brother-Staffeln. Witzig, wie riesig der in Echt ist. Ich hätte ihn gar nicht für voll genommen, aber durch meine gedankenreiche Unterstützung wurde ich dezent darauf hingewiesen. Den Schreck hatten wir überwunden. Später haben wir noch Tims Mum abgeholt. Ich finde das Krankenhaus, in dem sie arbeitet, irgendwie hübsch. Die kleine Park davor hat was. Naja. Am Röhlinghauser Markt sahen wir noch Andrea im Eis-Cafe. Ich wollte eigentlich noch kurz “Hallo sagen”, aber da hat sich etwas geweigert. So ist das manchmal.

Der Rest des Abends war ein Traum. Wir grillten. Ja, eigentlich grillte ich, Tim spielte Basketball oder chattete (Meine Güte, eingedeutschte Wörter sind grausam). Wir saßen ne ganze Weile am Rost und genossen die Wärme. “Super Susi” beschützte uns ganz unscheinbar im Hintergrund. Nach Schischa und gefühlten tauschend Toastscheiben räumten wir langsam auf.
Wenig später machte ich mich nach Hagen.

Harte Zeiten sind angebrochen. Harte Zeiten kennen die meisten Leute aus der Geschichte des Fußball in Ostdeutschland. Dynamo Dresden ging vor nicht alt so langer Zeit in Involvenz und flog aus der Bundesliga in das Oberhaus des Provinzfußball.
So schlimm sieht es beim Traditionsverein FC Carl Zeiss noch nicht aus. Der Verein ist schuldenfrei und wirtschaftlich gut aufgestellt. Und gerade auf dem Weg zurück in den etablierten Spitzenfußball. Der Verein gewann die letzten 3 Jahre eigentlich permanent, stieg von der Oberliga zur 2. Bundesliga auf, hat es allerdings nun richtig schwer. Nach einem hervorragenden Beginn kam ein gewaltiger Einbruch und etwas Pech. Jetzt, noch sieben Spiele vor Saisonende geht es richtig an die Wurst. Das Saisonziel Klassenerhalt liegt vor der Nase, nur muss die komplett umgebaute frische Mannschaft extrem an Zahn zulegen und schneller ankommen als die Gegner. Der Optimismus ist ungebrochen und Fans genauso wie die wirtschaftliche Unterstützung tun alles. Die Möglichkeiten sind da, die spielerische Leistung gut und ausbaufähig. Der Anfang kann gleich Sonntagmorgen gemacht werden. Auf nach Fürth, zu den Kleeblattsammlern, die nebenberuflich ihre Zeit im Playmobil-Park verbringen. Ich hoffe mal, die Spieler von Greuther Fürth tragen noch ihre legendären Holzschuhe (siehe Vereinsgeschichte) und kommen vorwärts wie Rainer Calmund beim New-York-Marathon…

 

Jetzt aber, auf gehts FC Carl Zeiss

© Horda Azzuro

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