Mein Gott, so war das alles nichtt gedacht. Dennoch muss ich sagen, es hat sich gelohnt. Normalerweise verplante ich das Wochenende bereits mit wunderschönen Lernetappen. Immer wieder interessant, wie der Einstieg in ein Wochenende am Freitag das gesamte Wochenende vorprogrammiert. Verbringt man einen ruhigen Abend, so wird das gesamte Wochenende ziemlich ruhig. Geht man Freitagabend etwas Feiern, so kann der Rest eines Wochenendes nur noch zur Regenerierung genutzt werden. Ein Phänomen, gegen welches ich leider nicht ankomme.

Der Freitag war recht kurz. Somit bliebe der gesamte Tag, um sinnvolle Dinge zu veranstalten. Da ich leider in der davorliegenden Nacht erst nach 3 Uhr zum Schlafen kam, jedoch 7:20 Uhr bereits der Wecker klingelte, fühlte ich mich nicht alt so fit. Ein Mittagsschlaf musste also her. Der dauerte leider fast 4 Stunden. Im Winter wäre es direkt wieder düster gewesen. Trotz extremer Regenschauer planten Lars und ich einen Besuch der Gevelsberger Kirmes.

Pünktlich erscheinen fuhren wir noch fix zum Kaufland (Ja, solch Einkaufsmärkte gibt es tatsächlich auch in Nordrhein-Westfalen!), um uns mit den wichtigstens Elementen des Abends einzudecken: Bier und Schnaps. Als Grundlage für die bevorstehende Magendusche dienten ein paar Schinkenwüste aus Verl. Lars‘ Oma fuhr seinen Onkel und uns dann zum sogenannten „Warm-Up“. Ein Begriff, welcher auch als Vorsaufen oder Vorglühen bekannt ist. Ich lernte viele nette Leute kennen, dessen verschiedene Namen aufgrund der Fülle bereits wieder verschollen sind.
Als der Monsun-Regen dann langsam nachließ, zogen wir los. Als ich eine Berg-und-Tal-Bahn sah, zwang ich Lars und mich, damit fahren. Mein Rucksack wäre zwar fast aus dem Fahrgestell geworfen wurden, aber das konnten wir noch irgendwie verhindern. Was ich bemerkenswert fand, waren die extreme Zentrifugalkräfte. Ich glaube, Lars fühlte sich durch mich etwas bedrängt. Mir war es nicht möglich, mich irgendwo festzuhalten. Unglaublich. Naja, wenn man bedenkt, dass ich solche Fahrgeschäft nicht mag, hatten wir ne Menge Spaß. Auf den Weg zum anderen Teil der Truppe, musste wir nämlich noch den Breakdance mitnehmen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Leben nochmal mit diesen „Dingern“ fahren würde.

Später fanden wir dann Lars‘ Onkel auch wieder. Weil sich mein Magen plötzlich umgedreht hat, verzog ich mich recht schnell in eine Abstellkammer und saß dort einige Zeit auf einer Leiter. Da dieses Gefühl schnell wieder verflogen war, sollte es weiter gehen. Wär ja auch schade gewesen, wenn ich dadurch „Sunny“ verpasst hätte. Mit ihm verstand ich mich auf Anhieb blendend, was wahrscheinlich an seinem Zeit-Abonnement lag 😉
Als es dann mit der Musik zu Ende ging, haben wir noch sehr freundliche Menschen kennengelernt. Meine Symphatie war direkt da. Die meisten Leute hätten Angst vor ihnen gehabt, aber die angeblichen Mathematik-Studenten machten einen guten Eindruck. Auch, wenn ich keine sinnvollen Gespräche führen konnte, zeigte mir das wieder, dass nicht der erste Eindruck eines Menschen zählt.

Danach war der Abend schnell vorbei. Wir traten den Heimmarsch an. Als wir uns am Zigarettenautomaten noch für den Heimweg eindecken wollten, hatten wir Schwierigkeiten: kein Kleingeld. Nach einigen Versuchen, wurde wir dann von einem freundlichen Paar sogar beschenkt. Ich war begeistert. Scheinbar so sehr, dass der Herr nach kurzer Zeit zu mir meinte: „Martin, geh bitte weiter!“
Der Heimweg kam mir vor wie der New York-Marathon. In irgendeinem Wohngebiet trafen wir sogar noch Leute. Plötzlich fiel mir ein, den restlichen Weg zu rennen. Das hielt ich jedoch nicht lang durch, sodass ich kurze Zeit später „auf der Straße lag“. Der Weg war dann nicht mehr lang und schnell waren wir im Bett.