Archive for September, 2007

Nach einem freundlichen “Schönen guten Morgen” von mir, schaute ich in ein schockiertes Gesicht. “Wie fühlst du dich denn?” “Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen!” – “Wieso das denn?” “Wegen dir, du hast so laut geatmet.” – “Wieso hast du mich nicht erweckt?” “Das hätte doch nichts genützt”. Herr Gott nochmal. Ich muss weg. Ich habe mich noch in Ruhe geduscht und gefrühstückt. Danach schnell meine Sachen gepackt und dann aber weg. Ich habe noch nie ohne Worte jemanden verlassen.
Ich hätte also noch viel zeit für eine ausgiebige Stadttour. Unglaublich aber war, vor dem Schluss Bellevue traf ich Steffi als ich gerade die Straße überquerte. Berlin zieht so einige Menschen an. Nach einem kurzen Plausch gingen wir dann weiter unsere Wege. Hoffentlich werden die sich dann bald auch mal wieder vereinen. Ich bin optimisch.
Von meinen restlichen Eindrücken, die ich das gesamte Wochenende erleben durfte, kann man sich unter meinen Bilder traumhafte Motive Berlins anschauen. Die Bilder drücken hoffentlich aus, wie begeistert ich war und immer noch bin.

Ich war auf dem Rückweg vom Berliner Hauptbahnhof nach Hagen. Nach nerviger Verspätung meines Nachtzuges habe ich mich auf meinen Platz zurückgezogen. Geschlafen. Und dann bin ich pünktlich kurz vor meiner planmäßigen Ankunft aufgewacht. Ich guckte mich um und sah Kühe auf der Weide, Berge und Zusatzzüge zur Wiesn. So sieht das Ruhrgebiet selten aus. Und von Köln oder Wuppertal war weit und breit nichts zu sehen. Nach kurzer Zeit war es gewiss, ich bin in Bayern. Obwohl es nirgends ausgeschildert war und mich auch keiner aufmerksam machte, wurde der Zug getrennt und natürlich befand ich mich im falschen Teil. So, nun bin ich gerade in Nähe von Ingolstadt und die ersten Vorlesungen und Übungen in der FH finden leider Gottes ohne mich statt. Nun ja, das bayrische Volk ist immerhin ganz nett. In der Umgebung fühlte ich mich tatsächlich ziemlich wohl. Gerade kam im ICE, der mich langsam an mein eigentliches Ziel bringen soll, eine Durchsage sage. Und ich bekam direkt Gänsehaut. Was war das wohl? Und los, ich lasse es gern nochmal ablaufen: “In Nürnberg besteht Anschlussmöglichkeit zum ICE nach Berlin über Jena-Paradies, Leipzig und Dresden.” Göttlich. Nochmal? Ja, aber diesmal nur in Gedanken. Ich will meine Leser ja nicht vergraueln. Naja, fröhlich gestimmt geht meine Reise weiter. Vorbei an Aschaffenburg und Frankfurt gehts in aller Ruhe nach Köln. Ich bin gespannt, ob ich heute noch im Ruhrgebiet ankomme. 4 Studen soll es mindestens noch dauern.

Nachdem ich die letzten tage viel gelaufen bin, brauchte ich etwas Entspannung. Den Samstag verbrachte ich komplett auf der Couch und genoss Kathis Nachmittagsfernsehprogramm. Unterschichtenfernsehen macht auf Dauer krank. Naja, aber zum Glück war ich noch müde genug, um viel zu schlafen.
Gute Nacht.

Ich saß schweigend, was nicht unbedingt meine Art ist, schon gar nicht, wenn ich jemanden länger nicht gesehen habe, auf der Couch und lachte mir einen bei meiner Lektüre “Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv” von Harald Schmidt. Ich bin mir nicht sicher wie lange ich diese “Frau”, mit der kein anständiges Gespräch möglich ist, noch ertragen kann. Zum Glück ist da noch dieses Berlin, was mir so viel bietet, was Kathi in 100 Jahren nicht schaffen kann. In der City machte mir es nämlich große Freude, mich den den weiblichen Menschen Berlins zu beschäfftigen. Auch, wenn sie selbst nur zu Gast waren.
Am nächsten Morgen wollte sie zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Mein Hinweis, dass freitags Ärzte meist nur bis mittags geöffnet haben, kam nur “Das hier ist Berlin. Hier haben die Ärzte alle bis 18 Uhr auf.” Gegen halb zwölf schaute sie nach eindringlichen Hinweis von mir doch mal ins Internet und siehe da: Sprechstunde freitags bis 13:00 Uhr. Mit großer Freude begleitete ich sie. Eine halbe Stunde vor “Ladenschluss” erreichten wir dann die Poliklinik. Die Ärztin schickte sie nach Hause, weil sie genug von der Woche hat. Tränenüberschüttet saß Kathi dann im Wartezimmer und suchte bei mir Halt. Ich kontte leider nur grinsen. Bei der Gelegenheit konnten wir dann noch einen kleinen Abstecher zum Berliner Zeiss-Planetarium machen. Ist groß, nicht ganz so hübsch wie Bochum, aber man war halt mal da. Mir als halten Zeiss-Fan ist das eine unglaubliche Befriedigung. Wieder zu Hause angekommen, setzte sie sich vor ihren Rechner. Ich konnte mir das nicht länger mit angucken und fuhr durch Berlin. Ich machte mir einen traumhaften Tag mit netten Menschen. Das ist vil fröhlicher weiderkomme als ich gehe, wunderte sich meine Gastgeberin nicht. Auf Nachfrage, wie sie sich das Wochenende vorgestellt hat, bekam ich als Antwort: “Ich muss auf jeden Fall noch Saubermachen und kann nicht die ganze Zeit mit dir verbringen”. Vor lauter solcher Aussagen wusste ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen solle. Meine Anmerkung, dass die Wohnung nicht sauber wird, wenn sie den ganzen Tag chattet, bekam ich keine Antwort. Muss ja auch nicht. Mein Verständnis, dass eingehende Chatfragen wichtiger sind, reicht dafür aus.
Der Grund für mein Besuch war ihre Behauptung, dass sie sich unglaublich verändert hat. Vor meiner Fahrt, rief sie mir nochmals in Gedanken, weshalb ich vor Jahren die Beziehung mit ihr beendete. Ich sagte angeblich: “Du bist nicht reif genug für mich”. Vor diesem Berlin-Aufenthalt hätte ich alles dagegen behauptet. Aber Martin du hattest recht. Unsagbar recht. Verändert hat sie sich wahrscheinlich auch, leider nicht in die richtige Richtung. Ich hätte mich sicher mit ihr gut unterhalten können, wenn ich hinter ihr ins Internet gegangen und ICQ angeschmissen hätte. Irgendwie tut sie mir Leid.

Ich hatte noch etwas Zeit, mir den Bahnhof anzuschauen und dann ging es auch direkt weiter zu Kathrin. Da angekommen war ich erstmal ziemlich schockiert. Halb neun Uhr morgens lief bereits der Rechner und sie war dabei, zu chatten. Das Gespräch mit mir wurde nur am Rande gesucht. Es bleibt ja noch genug Zeit zum Plaudern, dachte ich mir. Wenig später begleitete ich sie zur Hartz-4-Denkfabrik oder auch “Akademie für Bühnenkunst” genannt. Vor der Schule lernte ich Senta-Sophia kennen. Auch, wenn ich nicht weiß, ob ich sie richtig schreibe, fand ich sie direkt sehr nett. Und das nicht nur, weil sie durch Star Search relativ bekannt ist. Spätestens in ein paar Wochen wird sie nach Erscheinen ihrer CD jeder kennen. Ich werd sicher mal reinhören. Für den Abend wollen wir zusammen zur Museumsinsel…

Jetzt beginnt der Tag in Berlin so richtig. Ich bin munter, eigentlich, und die Stadt kommt langsam auch in die Gänge. Es steht ja einiges bevor und das Wetter ist brilliant, um auch meine Fotosucht zu stillen. Mein erstes Ziel, wie könnte es anders sein, der Reichstag, der seit Neuestem auch unter Bundestag bekannt ist. Das Regierungsviertel Berlins finde ich sehr toll. Wenn dann auch noch Herr Steinmeyer aus dem Bundestag kommt und gerade ins Auto ansteigt als ich vorbeilaufe, erweckt das bei mir eine gewisse Nähe zum Volk. In dem Moment insbesondere zu mir. Aber ich gehöre ja auch dazu, auch wenn ich nur ein kleiner Teil bin. Dafür jedoch ein besonderer. Nach Brandenburger Tor gings für mich zu meinem gefürchteten Alexanderplatz, der mich jedenfalls bei meinem letzten Berlinbesuch etwas enttäuscht. Aber heute sollte ich verlüfft sein. Es hat sich einiges bewegt in der Bundeshauptstadt und das nicht wie anderswo zum Negativen. Die Stimmung hier ist prächtig, die Menschen offen und ich mitten drin. Das kann nur witzig sein. Das frisch eröffnete Einkaufszentrum Alexa zog mich in seinen Bann. Es kommt zwar bei weitem nicht an das umfangreiche Angebot des Centros ran, aber die Größe bestimmter Geschäfte war dennoch sehr beeindruckend. Der Media Markt erschreckt sich zum Beispiel über 4 Stockwerke. Das hat mich abschrecken können, aber bei so viel Überangebot bin ich schnell wieder verschwunden. Für mich waren die Kleidungsbestückungsgeschäfte dann doch interessanter. Und das sogar erfolgreich. Irgendwie bin ich von der Freude des Einkaufens hingerissen, es immer wieder zu tun. Wie halt metrosexuelle Männer das tun. Ich habe es sogar geschafft, noch lebensnotwendige Dinge wie Getränke und Essen zu besorgen. Das zwar hauptsächlich nicht für mich, aber was macht man nicht alles, um seine Mitmenschen glücklich zu machen. Nachdem der Nachmittag fast vorbei war, machte ich mich auf den Weg nach Adlershof, um Kathi von der Schule abzuholen. Aus technischen Problemen der DB S-Bahn Berlin GmbH war das gar nicht so leicht. Sie hat sich die Zeit mit Klavierspielen vertrieben. Zusammen fuhren wir dann “nach Hause”. Was folgte, war die grausamste Zeit seit langem. Als erstes musste meine nette Freundin sich über das Volvic Mineralwasser aufregen, was ich für sie gekauft habe. Natürlich war sie nicht zufrieden. Die von mir besorgte Salamipizza war ihr zu scharf. Das sollte jedoch nur der Anfang sein. Sie starrte ununterbrochen auf ihren PC-Monitor und stockte beim Antworten, weil sie sich auf ihre wichtigen Chatgespräche konzentrieren musste. Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Beim Einkaufen sollte jedoch direkt der Gegenbeweis angetreten werden. Ich lief mir nämlich etwas Zeit, wie das immer so ist. Das regte sie enorm auf, da sie ja unheimliche Rückenschmerzen plagten. Wenig später versank sie dann allerdings vor den dort ausgestellten exotischen Tieren. Ich wartete genügsam und natürlich leicht grinsend. Wieder zu Hause angekommen legte ich meine passend charmante Art auf und zeigte ihr auf, welche Tatsachen, nach meiner Meinung, nicht mit ihrer Einbildung zu vereinbaren sind. Ich erzählte zum Beispiel etwas von perfekten Körpern, wie ich einen habe, ohne das auf sie zu beziehen. Natürlich müssen Frauen immer alles persönlich nehmen. Zusammen mit dem geplanten Besuch von Tokio Hotel, der leider Gottes :D nicht stattfand, war nicht nur der Tag gelaufen, sondern das gesamte Wochenende. Von diesen Schocks sollte sie sich leider nicht mehr erholen.
Ich schon, denn ich hatte noch Berlin, um mich zu vergnügen!

Ja, ich wurde zum Wiederholungstäter. Ich habe ihn wieder geschnappt und hinter mir her gezogen.
Das sollte mich an grenzenlose Touren durch Deutschland erinnern. Und die bevorstehende Reise soll nach geschriebenen Klausuren min. gleichwertige Dimensionen annehmen. Mein berühmter Oma-Koffer rollte. Kurz vor 21 Uhr schlenderte ich im passenden ruhigen Tempo Richtung Hagener Hauptbahnhof, um mich im Nachtzug auf den Weg in die Bundeshauptstadt Deutschlands – Auf zu den Bären nach Berlin und Wölfen Brandenburgs. Die Fahrt sollte aufgeregt werden. Von Hagen ging es über Wuppertal nach Köln. Danach über Düsseldorf, Duisburg, Essen und Dortmund in den Norden. Jeder, der sich die geografische Lage und ZUugroute vorstellt, sieht eventuelle Konflikte, die ich mit mir dadurch hatte. Naja, es waren nur 2,5 Stunden Umweg. Im Zug lernte ich einen netten Deutschen mit Migragtionshintergrund kennen. So sagt man das doch heutzutage, oder? Auf jeden Fall versüßten wir uns zusammen die schlaflose Zeit im Schlafzug. Halb 5 Uhr morgens kamen wir dann in Berlin an. Ich stellte zu meiner Verblüffung fest, auch die Hauptstadt schläft manchmal. Denn am architektonischen Meisterwerk Hauptbahnhof war gähnende Leere. Mit meinem neuen Freund aus Essen ging ich noch zu McDonalds und begleitete ihn anschließend zu seinem Zug. Für ihn sollte es nämlich noch ein langer Tag werden. Seine Fahrt geht is zur polnischen Grenze weiter und danach fährt er nach Übergabe einiger Papiere wieder zurück in den Pott. Jeder kann sich jetzt denken, um was für Schriftstücke es sich da handelt. Oder etwa nicht? Naja, es geht nur um Autopapiere seine EU-Import-Geschäfts ;)

Aufgestiegen in die erste Basketball-Bundesliga war die Mannschaft der POM baskets Jena ja bereits vor einiger Zeit. Anfängliche finanzielle Schwierigkeiten verhinderten leider die sofortige Lizenzzusage. Die Gelderfordernisse in einer solchen Liga sind natürlich erheblich. Neben dem Neubau einer Basketball-Halle, der Arena Jena, sind die Gelder nur knapp bemessen. Gemeinsam mit der Stadt Jena und zahlreichen kleinen Unternehmen hat der Verein eine Lösung gefunden.

Science City Jena
 

Da der Titel “Stadt der Wissenschaft 2008″ nach Jena ging, nutzt die Universitätsstadt die Gelegenheit, exklusives Standortmarketing zu betreiben. Das untermauert sie durch ihr Engagement im Sport. Die Namensrechte des Vereins gingen nämlich an die Stadt und somit wurde ein erhebliches finanzielles Loch gestopft.Die Unbenennung in Science City Jena ist dabei die Folge.
Die Weichen für einen erfolgreichen Start im Basketball-Oberhaus sind gestellt. Ich drücke die Daumen, dass Saison gegen Alba Berlin & Co. gut anläuft…

Vorurteile bzw. Urteile gegenüber und von Menschen sind nicht gut. Sicher hat jeder schon einmal erlebt, dass er neue Leute kennenlernte und durch bestimmte Erzählungen oder entsprechendes Auftreten bereits eine Meinung über sie hatte. Wahrscheinlich macht man sich wenig Gedanken darüber, wenn man es selbst noch nicht negativ erlebte. Diese Vorurteile abzubauen und Menschen erst “richtig” kennenzulernen, ist wichtig. Genauso wie wir nicht ganze Menschen verurteilen sollten, sondern stattdessen nur sein Verhalten. Das macht es möglich, viel offener in nächste Gespräche zu gehen bzw. zu verzeihen.

Sprich zu ihm!

Beim Umgang in Gesprächen sollte man sich stets vergegenwertigen, welch Bedeutung Werte im Hintergrund einer Person haben. Dessen Unterschiede sind meist für Meinungsverschiedenheiten verantwortlich. Hier bleibt viel Raum zum Interpretieren, also fragt doch lieber nach! Durch besseres Zuhören und ständiges Hinterfragen kann man sich besser in sein Gegenüber versetzen und – Achtung – möglicherweise verstehen!