Donnerstag
Der Tag begann extrem entspannt. Das Seminar Innovationsmanagement machte um 8 Uhr direkt richtig munter – nicht. Aber gut. Es sollte heute noch um Einiges spannender werden.

Heute soll ich ein ausgewöhnliches Ziel haben: Dresden. Die Fahrt begann recht ruhig, inkl. Foto, auf der A44. Die nervigen Überholwilligen LKW-Fahrer können mich heute überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Als erstes Zwischenziel ist Kassel definiert. Am dortigen Bahnhof Wilhemshöhe werde ich mich mit Sunny treffen. Von da an soll die Reise gemeinsam weiter gehen.
Nach der Deutschlandstraße B7, die nicht von mir lassen kann und umgekehrt, ging es auf meine Lieblingsautobahn A4. Erstaunlicherweise gab es heute keinen Stau am Schorbaer Berg. Trotzdem lies ich mich hinreisen, in Magdala abzufahren und Sunny die Jena-Eindrücke ohne die vorurteilprägenden Plattenbauten zeigen. Auf der Fahrt in die Innenstadt wurde ich richtig nervös. Vor lauter Aufregung vergaß ich dann am Horten-Parkplatz das Lösen eines Parkzettels, sodass der Kaffee recht teuer wurde. Dank Isabell, die mir die Internet-Möglichkeit an der Uni vor 3 Jahren zeigte, konnte ich auch Pauls Handynummer noch raussuchen. Mit ihm will ich mich später am Abend nämlich noch treffen.
Der Aufenthalt in der Innenstadt Jenas dauerte nicht alt so lang, aber das lag an unserem strengen Terminvorgaben. Also weiter gings bis zum Ende der Autobahn.

Mein erster Eindruck von Dresden ist sehr positiv und das lag nicht nur am Appertment von Mike. Recht früh machte ich mich dann auf den Weg zum Albertplatz. Dort wollte ich mich tatsächlich mit meinem langjährigen Lebensbegleiter Paul treffen. Er studiert im dritten Semester in Dresden. Seit dem letzten Treffen, was schon einige Jahre her ist, ist so einiges passiert, was wir uns zu erzählen hatten.
Später kam Sunny noch dazu und gemeinsam machten wir das Linkenviertel der sächsichen Hauptstadt in der Neustadt unsicher. Ich machte die Kellnerin nervös, was an meinen provokativen Fragen lag. Da wusste ich allerdings noch nicht, welche Viertel mir in nächster Zeit noch geboten würden. Die Preise haben mich direkt überfordert, weil es in Dresden andere Dimensionen als Jena oder Westdeutschland annimmt, also eher verbraucherfreundlich.Wir waren noch lang unterwegs und plauderten fließig.

Freitag
Der nächste Morgen begann übermüdet. Trotzdem waren wir beide motiviert, die Kultur auf uns wirken zu lassen. Semperoper (auch bekannt als Radeberger Brauerei), Brühlsche Terrassen, Frauenkirche, Grünes Gewölbe, Dresdner Zwinger. Also viel, was zu bestaunen und zu Fotografieren ist. Meine Bildersammlung von Prachtmotiven wächst also stetig.

Dresdner Frauenkirche 

Nach einem kurzen Mittagsschlaf ging der Ausflug wieder ins Kneipenviertel. Unser Stammlokal war natürlich das Ziel. Heute soll dann zum „richtigen“ Geburtstag von Sunny geblasen werden, nachdem meine Rede vom Vortag verfrüht war. Ich war sehr schön, an seinem Ehrentag in seiner Nähe zu sein. Später wurde natürlich im Appartment noch eine Flasche Sekt geöffnet.

Samstag
Etwas anders als gewollt begann der Tag, denn mein Vorhaben, Sunny zu verwöhnen wurde boykottiert, da er einige Vorbereitungen für das Frühstück selbst vornahm. Naja, ich durfte wenigstens Einkaufen gehen, was mir natürlich eine große Freude bereitete. Da ich noch viel zu müde war, schlief ich noch weiter, während  Sunny bereits loszog und den kulturellen Trip fortsetzte. Auch, wenn mir es sehr schwer viel, ihn ziehen zu lassen, ging es nicht anders.
Ich begann den Tag Shopping-Willig, wurde jedoch vom Dresdner Angebot schwer enttäuscht. Nicht vergleichbar ist die Stadt mit gewohnten Shoppingmeilen im Ruhrgebiet. Warum die Sachsen des weiteren so langsam sind, verstehe ich überhaupt nicht. In Zeitlupengeschwingdigkeit wird man an den Kassen bedient, sodass ich oft meinen Kaufwunsch niederlegte und schockiert das lokal verlies.

Schillergarten 2002

An diesen beiden Bildern kann man die Entwicklung deutlich erkennen. Oberhalb ein Bild (von Wikipedia: Privatfoto von Stefan Malsch) des Schillergartens bei der Hochwasserkatastrophe 2002 und unterhalb ein aktuelles Foto. Dresdnen lässt sich nicht unterkriegen.

Schillergarten 2007

Wenig später traf ich mich mit Sunny, der einen Termin zum Besuch der Gläsenen Manufaktur von Volkswagen gemacht hat. Das anzuschauen, war für mich sehr interessant, zumal ich durch die Besichtigung des Skoda-Werkes einen Vergleich hatte. Leider war die Produktion stillgelegt als wir die Besichtigung hatten. Aber einen Eindruck gewann ich dennoch, der natürlich sehr positiv ausfällt. Statt Robotern wird tatsächlich auf den Menschen gesetzt und die meisten Arbeiten werden manuell durchgeführt. High-Tech kommt bei der Produktion des Luxuswagens Phaeton selbstverständlich auch in der Fließbandarbeit nicht zu kurz. Individuell verstellbare Arbeitshöhe und -Winkel sind dabei nur das Geringste. Auch, wenn man bei Kauf eines solchen Autos an der Produktion mitarbeiten darf (Hochzeit, Lenkradmontage oder Ähnliches), erscheint mir der VW nicht so charmant wie vergleichbare Wagon dieser Klasse.

Ein VW Cappucino 

Nach dieser Besichtigung wurde ich von Sunny noch zum Abendessen eingeladen. Zwei Einwohner von Blasewitz zeigten uns einen Geheimtipp („Zaza“). Dort war es – fernab vom Touristenstrom – sehr gemütlich. Nach wenn das Fleisch ungewohnt undurch war, trübt das die Stimmung und den tollen Anlass nicht.
Danach wurden wir allerdings nicht mehr so alt, da man nächsten Morgen der Trip Richtung Westen strebte.

Sonntag
Vier Buchstaben, J-E-N-A. Eigentlich brauche ich an dieser Stelle gar nicht mehr schreiben. Neben einem kleinen Überblick im Umkreis des Paradieses, der Sunny hoffentlich meine Gefühle annähernd verständlich machte, bedauere ich es sehr, ihm Einige Ecken nicht gezeigt zu haben. So zum Beispiel den Weihnachtsmarkt in der Goethe Galerie und das Planetarium (nicht das Gebäude). Nachdem wir das FC Carl Zeiss-Spiel mit Claudi und Freunden anschauten, blieb leider nicht mehr genug Zeit. Ein Panorama über die Stadt wurde leider durch einen nervenden Hund gestört.
Danach starteten wir auch schon die Heimfahrt. In Alt Lobeda bekam ich durch alte Erinnerungen nochmal richtig Gänsehaut…