Nachdem ich schon seit Jahren zur Weihnachtszeit zahlreiche Weihnachtsmärkte besuche, möchte ich auch dieses Jahr meine Eindrücke festhalten. Um eine gewisse Übersicht hinzubekommen und ein vergleichbares Beurteilungsmaß zu finden, geschieht die Zusammenfassung aller besuchten Standorte in einem Beitrag – diesem Beitrag:

Bochum
Wie jedes Jahr ein Muss für einen Ruhrgebietler. Der erste Eindruck ist gemischt. Der Weihnachtsmarkt hat sich verkleinert, was ja neben zahlreichen Ramschverkäufern nicht verkehrt ist. Jedoch ist die Anordnung der Stände weit auseinander gezogen und ungünstig gelöst. Ungünstig heißt in dem Fall, dass es keine vorgefertigten Wege gibt, um alle Stände zu besichten. Das ermöglicht natürlich eine verbesserte persönliche Weggestaltung, z. B. direkt zu einem Glühweinstand. Die sind in den meisten Fällen relativ beschaulich und bieten kaum Unterstellmöglichkeit. Die Stimmung (Einfluss von Musik und Menschen) ist dennoch sehr angenehm und lädt zum Verweilen ein.
Gestamturteil: gut

München – Tollwood Festival
Der spirituelle Weihnachtsmarkt Münchens lädt nicht das übliche Publikum, sondern eher alternativ oder innovativ eingestellte Gäste auf die Oktoberfest-Wiesn. Neben alternativen Angeboten, bietet dieser Weihnachtsmarkt weite Flächen, wo man sich zwar gut verlaufen kann, aber nicht unbedingt wohl fühlt. Allein das Angebot der dortigen Zigarettenautomaten entspricht keiner Großstadtnorm und enttäuscht eingefahrene Raucher – zu denen ich mich an dieser Stelle übrigens nicht zähle. Die Stimmung im Festzelt „In den Wald“ ist Oktoberfest-mäßig überladen und verdirbt die zuvor geringfügig aufgekommende Weihnachtsstimmung. Was haben Massen in einem Festzelt mit beschaulichen Weihnachten zu tun? Naja, immerhin wird pünktlich 0 Uhr geschlossen.
Gesamturteil: befriedigend

München – Schwabing
München und Weihnachtsmärkte passen nicht zusammen. Es waren Menschen da, sodass es wenigstens nicht leer war. Ein Glühwein war recht schnell zu holen, da das Interesse danach nicht groß war. Weihnachtsstimmung kam überhaupt nicht auf. Da hab ich lieber im angrenzenden Black Bean einen Hei-Cap bestellt
Gesamturteil: mangelhaft

Dresden
Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschland zieht Menschen nicht ohne Grund an. Mit Bühne und tollem Programm begeisterte er seine Besucher. Die Preise sind – im Vergleich zu München – human, was insgesamt für die ganze Stadt gilt und auch einen Familienausflug möglich macht. Für Groß und Klein wird etwas geboten. Trotz zahlreicher Leute vor den Glühwein-Buden wird der Ansturm schnell abgearbeitet. Der wichtige Gesamteindruck ist gut. Jedoch ist der Reiz nicht so groß, dass ich im nächsten Jahr wieder da sein will.
Gesamturteil: gut

Jena
Voller Erwartung muss der Weihnachtsmarkt Jena so Einiges bieten. Das Turmblasen ist immer wieder eine wahre Freude, die Emotionen freisetzt. Der Teil auf dem Marktplatz läd allein durch dessen Umgebung ein. Ich war so angetan, dass ich den Weihnachtsmarkt sogar zwei mal besuchte und das bei 350km Entfernung. Die Goethe Galerie ist zu Weihnachten immer ein Traum, die Lichtspiele sind einmalig, die ich in dem Umfang noch nie anderswo gesehen habe. Den Anblick sollte jeder einmal genießen. Danach ist ein Wiedersehen eigentlich garantiert. Eigentlich müsste mein Urteil uneingeschränkt „sehr gut“ lauten, allerdings würden dann die anderen Beurteilungen unrealistisch wirken. Außerdem lagen die Maßstäbe dieses Jahr recht hoch.
Gesamturteil: gut+

Hagen
Idyllisch am Rande des Ruhrgebiet gelegen, wird Hagen oft verkannt. Die Menschen sind der Grund dafür, der Stadtrat tut durch grobes Fehlverhalten sein Bestes dazu. Dennoch muss man sagen, dass der Weihnachtsmarkt gelungen ist. Klein, nicht zu überladen mit niedlicher Bühne. In kurzer Zeit sind die Stände  erreichbar, ein Riesenrad lässt die Stadt von oben überblicken. Ich war beeindruckt. Obwohl ich nur kurz einen Einkauf erledigen wollte, wurde ich von der Weihnachtsstimmung gepackt und musste mich näher umschauen.
Gesamturteil: befriedigend

Soest
Die beschauliche Stadt im Westfalen. Ja, sie wird unterschätzt. Die Altstadt ist ein wahrer Traum, sehr schön erhalten. In solcher Umgebung fügt sich natürlich ein Weihnachtsmarkt gut ein. Der allerdings wäre ohne die schöne Umgebung nur schwer zu ertragen. Die Preise für Glühwein und Co. sind allerdings ungetoppt. 2 Euro für einen Glühwein mit Pfand habe ich nirgendwo anders bekommen. Das st uneingeschränkt empfehlenswert. Der restliche Eindruck vom Weihnachtsmarkt ist eher sehr skreptisch. Ohne die traumhafte Altstadt, könnte ich das Urteil hier gar nicht publizieren, da es zu negativ ausfallen würde. Jedoch ist Soest unbedingt ein Reise wert. Wenn gerade Weihnachtszeit ist, wirkt die Stadt wahrscheinlich noch besser.
Gesamturteil: mangelhaft

Dortmund
Ja, ich bin eher skeptisch rangegangen. Immerhin ist Dortmund die Heimat des BVB 😉
Jedoch lasse auch ich mich gern überraschen. Das schönste ist wahrscheinlich, dass es am Tag meines Besuches geschneit hat. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann es das letzte Mal so im Pott Weißes geregnet hat. Dadurch kommt natürlich eine besondere Atmosphäre auf, die durch die Einkaufsmeile und angesprochenen Leute positiv erweitert wurde. Was besonders aufgefallen ist, sind die exklusiv für den Dortmunder Weihnachtsmarkt entworfenen Glühwein-Tassen. Die gibt es in 2 Varianten: Einmal Kopf des Weihnachtsmannes und dessen Hintern. Das ist sicherlich ein Unikat.
Gesamturteil: gut

Ja, bei dieser Übersicht besuchter Weihnachtsmärkte wird sogar Prof. Bamler neidisch, der jährlich Weihnachtsmärkte NRWs durch Umfragen beurteilt. Ich gewinne jedoch meine Eindruck lieber selbst. Das möchte ich an dieser Stelle noch betonen. Diese Urteil sind meine persönliche Meinung und können ggf. individuell abweichen. Jedoch weiß ich aus Erfahrung, das meine Beurteilungen von Freunden und Bekannten gern genutzt und bestätigt werden 😉

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und zahlreiche Besuche umliegender Weihnachtsmärkte.
Gestalten Sie sich Ihre Festtage beschaulich und erholsam. Das neue Jahr wird nämlich aufregend genug werden!