Es ist ungewohnt. Seit langer Zeit habe ich meist unmittelbaren Zugang zum Internet. Auch, wenn man ihn nicht jeden Tag nutzt, fällt es extrem auf, wenn man keinen Internet-Anschluss mehr hat. Besonders beim Lernen merke ich, dass ich recht viel direkt im Internet nachschlage oder mir Zusatzinformationen einholen will. Derzeit falle ich damit mächtig auf die Schnauze. DSL weg, Telefon weg. Martin ist quasi völlig abgeschnitten. Ich fand das so schockierend, dass ich heute spontan in die FH fahren und mich um meinen Spam kümmern musste. Eigentlich will ich weg davon, meine Online-Zeit ständig reduzieren. Das klappt an sich auch super, nur man braucht es. Das Internet ist wie auf die Toilette gehen, ein notwendiges Übel. Ich brauche es zum ständigen Nachschlagen, für die Arbeit und das Hören guter Radio-Streams. Sicher wird es bald auch zur Grundausstattung eines jeden deutschen Mitbürgers gehören. Das trifft meine Überzeugung. Dennoch muss ich auch an die Menschen in Afrika denken. Diese Woche wurde eine Reportage gezeigt, wo Eltern ihren Kindern keine 2 Euro für eine Augenuntersuchung zahlen konnten, eine Brille für 20 Euro schon gleich gar nicht. Das macht mich traurig. Wenn man wirklich helfen will, gibt es derzeit noch zu viele Punkte, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Bloß, wenn jeder diese Scheu hat, in eine Grauzone zu arbeiten, geht es gar nicht aufwärts. Und der Teufelskreis bleibt…