Donnerstagmorgen, 11 Uhr, der Wecker klingelt. Es sollte nach Berlin gehen. Nach etlichen Kaffee und einem Beauty-Bad verging die Zeit recht schnell. Und dabei sollte der Zug bereits halb eins fahren. Die Zeit wurde eng, denn packen musste ich auch noch. Fix was in den Koffer geschmissen und auf zum Sprint zum Hauptbahnhof. Ich war 10 Minuten vor Abfahrt da, weil meine Uhr offensichtlich vorging. Ein Wahnsinn, guter Start.
Die Fahrt verging relativ fix. Ich hatte Gelegenheit ein paar Aufgaben für Prozessautomatisierung zu rechnen, Zeit zu lesen und sogar etwas zu Telefonieren, was allerdings bei eingen Funklöchern kein Spaß machte.
In Berlin angekommen spazierte ich erstmal ein wenig in Richtung meines Lieblings-Regierungsviertels. Danach fuhr ich mit der S-Bahn weiter nach Lichtenberg. Dank Sunnys Stadtplan-Ausschnitt fand ich das Hotel auch sofort 😉
Der war mit Michael sogar auch schon da. Der Abend verlief recht ruhig. Ein paar intensivere Plaudereien waren dabei. Es folgte unter anderem die wichtige Erkenntnis: Ich bin nicht der Einzige, der von Mädels angearscht ist. Das hilft zwar keineswegs, aber beruhigt erstmal etwas, getreu nach dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Ich trat recht früh den Weg ins Bett an, denn morgen sollte das Seminar meine volle Aufmerksamkeit erhalten.

Der Freitag war hart, die Erkenntnisse nicht ganz so folgenreich wie das letzte Mal, dennoch für die eigene Psyche sehr ergiebig. Die Anregung zum Nachdenken ist auf jeden Fall da.
Am nächsten Tag hatten wir dann am Nachmittag ein paar freie Stunden zur freien Verfügung. Ich fuhr mit Sunny zu seinem Bruder am/auf den Prenzlauer Berg. Die gegend dort sticht wirklich positiv ins Auge. Die Archtektur der Häuser ist in Berlin wirklich schön anzuschauen. In jedem Viertel auch etwas anders, da unsere Hauptstadt ja aus etlichen Kleinstädten zusammengewachsen ist. Im Anschluss liefen wir vom Alexander Platz zum neuen Hauptbahnhof, was als Strecke auf die Schnelle nicht unterschätzt werden sollte. Berlin zieht sich unglaublich in die Länge. In der Nähe des Zoologischen Gartens sollte im Europa-Center eine tolle Veranstaltung auf uns warten. Im Kabarett „Die Stachelschweine“ wurde gesellschaftskritisch die aktuellepolitische Lage untersucht. Der Name passend wie die Faust aufs Auge: „Wir sind Paradies“. Ohne Hintergedanken zum Titel verfolgte ich das literarische Quartett. Das anschließende Abendessen beim Italiener um die Ecke verzüglich. Die Müdigkeit vieler Kollege zog diese dnach nach dem Speisen direkt wieder ins Hotel. Rainer und ich hielten noch etwas durch und zogen es vor, die Berliner bar-Szene noch genau unter die Lupe zu nehmen. Wir gingen einem Tipp von Sunny’s Bruder nach, der Friedrichshain um die Warschauer Straße als trendiges Weggeh-Viertel empfahl. Und er sollte recht behalten. Zwar sah alles erstmal ziemlich unscheinbar aus, aber das Beeindruckende steckte im Detail. Die Berliner sind nicht nur so offen und herzlich, sondern haben auch einen wirklich kultigen (Klamotten-)Stil und eine Art, die mir sehr zuspricht. Wir waren in einem ehemaligen Lagerhaus. Improviersierter geht eine Bar nicht zu machen. Eine Theke aus Beton gegossen, ein paar Stühl und Tische aus Omas Zeiten aus dem Keller der Eltern geholt und los gehts. An hergerichtete Wände, Decken oder Fußboden gar nicht zu denken. Am Himmel hing sogar noch ein Hebelarm. Eine unbeschreibliche Atmosphäre ohne Gleichen. Das ist Berlin. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile und fuhren dann irgendwann aus Angst zurück. Rainer dachte nämlich, die S-Bahnen fahren nachts nicht mehr. Man hätte natürlich aus vorher schauen können, aber es war auch genug. Der Abend war schön, das Wochenende antrengend.
Morgen früh soll es zurück nach Hagen gehen.