Archive for März, 2008

Es ist Donnerstagmorgen, 10 Uhr. Es klingelt an der Tür, die Post ist da. “Kommen Sie bitte an die Rezeption, ich habe eine dickere Zeitung für Sie!” So komisch es klingt, so war es auch. Willkommen zu Hause, willkommen im Hotel. Es hat schon ein witziges Feeling hier, im ehemaligen Holiday Inn. Die wöchentliche Reinigung des Gebäudes ist geblieben genauso wie die Überwachung durch eine Sicherheitsfirma.

 

Wohnen im Apfeldorn

 

Dies ist ein 4-Sterne-Haus mit 169 Zimmern. Seit 2002 wird es als Classic Hotel geführt. Geboten wird nationale und internationale Küche. Bestens geeignet für Tagungs-, Business- und Urlaubsgäste. Die Zimmer sind 35 Quadratmeter groß. Sehr schöne Lage im Grünen von Jena. Hausgäste erhalten Tickets für den Jenaer Nahverkehr kostenfrei. Sauna und Fitnesseinrichtungen stehen im Haus ebenfalls kostenfrei zur Verfügung. Die gemütliche Terasse lädt zum Verweilen ein.

Ich hatte gerade einen fleißigen produktiven Tag hinter mir und plötzlich klingelte das Telefon. Dran war Paul. Ihn hatte ich bereits im Dezember mit Sunny in Dresden getroffen und er meinte zu mir, dass er erfahren hätte, ich sei zur Zeit in Jena. Das ist an sich nichts Neues, nur er ist zur Zeit auch in Jena und macht hier Praktikum.  Von daher waren das erstmal eine gute Grundlage für ein mögliches Treffen. Diese Stadt hat für junge Menschen einfach eine geewwisse Anziehungskraft, die kann man nicht verschweigen. Nur gut, dass mittlerweile nicht nur ich das so sehe.
Da Paul wenige Minuten später vor verschlossener WG-Tür stand, beschlossen wir, uns direkt spontan zu sehen. Also ab die Post und auf in die Innenstadt. So hatten wir Gelegenheit, mal wieder schön zu plaudern. Das war ganz nett, nicht ganz so intensiv wie in der sächsichen Hauptstadt, aber dafür war die Zeit einfach zu knapp.
Jedoch kann ich mich auf das nächste absehbare Treffen bereits jetzt freuen…

Obwohl ich vom Vortrag noch richtig geschlaucht war und eigentlich lieber schlafen wollte, aber ich mich aufgerappelt. Ich war nämlich verabredet mit Melanie und Schippy. Beide habe ich schon eine Weile nicht gesehen, sodass die Vorfreude riesig war. Wir wollten heute mal wieder so richtig einen drauf machen. Und los gings.
Nachdem wir bei Melle ein bisschen warm wurden und die neuesten Dinge klären konnten, fuhren wir in die Stadt. Unweit vom Inselplatz fanden wir uns schnell im Blow ein. Die Stimmung war gut, die Hintergrundmusik zu laut. Die Alternativlösung wurde recht schnell geplant. Ein Abstecher im Flower Power folgte – Wo die Bedienung süßer als Honig war. Meine Sehnsüchte wurden ignoriert, sodass als Nächstes Ziel “Die Kneipe” galt. Dort fegten wir mit den Barkeepern die Räume und wurden nach Hause gebeten.

Der Spruch, der den Abend prägte, war sicherlich “Na, bist du neidisch?”. War standen bei Döner-Imbiss um die Ecke, Melle aß ihre soßenlose Fleischtasche und musste einen hungrigen Wartende diese Frage an den Kopf werfen. Witzige Situation.
Da ich den Abend neben dem Reden kaum zum Trinken kam, fuhr ich sogar noch nach Hause. Da meine Begleiter auch unbedingt meine Wohnung kennenlernen wollten, gings zu mir. Wir tanzten ein wenig zu lauter “Rainald Grebe”-Musik, testeten den geilen Hosenbügler und amüsierten uns über die Kurzwahlnummer zur Rezeption. Da der Abend nun schon Morgen war und der Alkoholspiegel den Intelligenzquotienten überstiegt, schliefen Melanie und Schippy direkt bei mir. Um uns mit Freude in den Schlaf zu singen, unterhielten Melle und ich uns im Bett dann noch etwas über Kämme für den Intimbereich – zur Freude aller taten wir das auch noch auf Englisch. Da kamen nette Erinnerungen an einen wahnwitzigen Abend mit Glori und Lars in Bochum auf. Der Abend endete auch im Hotel, nur eben in einem richtigen…

Der Morgen danach begann um 11 Uhr. Und alles war wie vorher…

Der Tag begann recht früh. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging ich mit meiner Omi noch einkaufen. Das war zum Ostersamstag eine Entscheidung, die die ganze Stadt traf. Irgendwie waren alle da, sogar Diana - Der Grund für den APFC, zu aller Erinnerung: Anti-Pferde-Freak-Club. Da ich etwas in unter Druck gesetzt – nicht durch mich – sondern eher meine eilende Großmutter, blieb keine Zeit zu intensivem Kontakt. War auch gut so.
Nach diesem Einkauf gings direkt ins Paradies. Und: Wer hätte es erwartet, zum Einkaufen. Solch Kleinigkeiten wie einen Staubsauger und Messbecher brauchte ich unbedingt noch.

Danach brachte ich die Wohnung in Schuss. Denn Tina war für ungefähr 17 Uhr angekündigt. Ich holte sie von der Bahn und die Blicke waren bei der Ankunft in diesem Gebäude erst etwas ungläubig. Es war ein Witz, wie erstmal alles begutachtet werden musste. Notwendige Vergleiche zu einem Hotel folgten. Wir unterhielten uns recht intensiv über uns, Gott und die Wirtschaft. Das Übliche eben, das übliche was mir so gefehlt hat.
Später wollten wir uns richtig weggehen. Auf den Weg zu Bahn, fuhr sie uns fast vor der Nase weg. Durch einen intensiven Endspurt schafften wir den Sprung in die rollende Orchester-Veranstaltung gerade noch so.

Unser Ziel. Der Tower. Es sollte mein zweites Mal werden. Wir tanzten recht intensiv, die Zigarettenschachten verschwanden und alles war ganz ausgiebig. Nur getrunken wurde nicht mehr so viel. Es war dennoch ein gelungener Abend, der halb vier zu Ende gehen sollte. Die Bahn, welche uns nach Hause bringen wollte, wartete quasi vor der Tür. Tina stieg nach 2 Stationen im Paradies wieder aus und ich war quasi auf dem Weg zur Endstation. Wie das so ist in den Jenenser Bahnen wirds nicht langweilig. Ich wollte eigentlich schlafen, aber nahm die Wendung ging mit - ich lernte drei nette Mädels kennen, die von einer Party im Pferdestall kamen. Ohne Worte.
Der Tag endete wie er begann. Es läuft scheinbar alles rund…

DFB-Halbfinale. Und mittendrin der Thüringer Traditionsverein aus Jena. Wer hätte das gedacht? Der Gegner Borussia Dortmund ist da schon eher ein bekannter Club des bezahlten Fußballs. Auch, wenn die Leistung in der Liga ähnlich schlecht ist wie die des FCC, steht der klare Favorit des Duells wohl fest.
Ich habe mit großer Spannung auf das Spiel gewartet. Das Vorgeplänkel des ZDF war teilweise ganz ansehnlich, weil bspw. Bilder aus erfolgreichen Zeiten des Thüringer Fußballs gezeigt wurden. Da hat der kleine Fan Martin ganz schon Gänsehaut bekommen. Hans Meier tat sein Bestes dazu.

Das Spiel ging los und Dortmund drückte direkt. Jena hat sich zurückdrängen lassen und schnell war der Führungstreffer des BVB im Netz. Danach jedoch nahmen die Zeissianer das Zepter in die Hand, nur leider ohne Ergebnis - wie es so oft in den letzten Wochen vorkam.
Nach dem Platzverweis vom Jan Simak in der zweiten Halbzeit, der zu diskustieren ist, konnte Jena gut gegen halten. Die Glanzparaden des Jenaer Torhüters verhinderten ein Ergebnis in schlimmeren Ausmaßen. Dennoch stand es zum Ende der Spielzeit 3:0 für Dortmund.
Das Ergebnis sieht aus der Sicht des Ruhrgebiets-Vereins besser aus, als es der Leistung angemessen wäre.

Natürlich hat Dortmund verdient gewonnen. Ich bin dennoch der Meinung, dass sich der FCC super präsentiert hat und den gestandenen Favoriten lange Zeit nervös machte. Dortmund kam wie die anderen DFB-Pokalgegner mit der eigenen Spielweise von Jena nicht gut klar. Bekannte Abwehrschwächen des FCC machen dann dennoch den Sieg möglich, der ohne Frage zu hoch ausfiel…

Die nächste Generation der Technik wird bei mir eingeläutet. Nicht ganz so früh wie bei der Internet-Telefonie steige ich aufs Pferd des mobilen Internets auf. Durch meine 2 Wohnsitze lohnt sich der Gedanke statt 2 Telefon-Anschlüssen eine mobile Variante zu fahren. Die Technik dahinter ist das sagenumworbene UMTS. Die Telefon/Mobilfunk-Anbieter Deutschlands haben es noch nicht geschafft, die mittlerweile fast schon veraltete Übertragungstechnik massentauglich zu machen. Neue Innovationen sind bereits auf dem Vormarsch, allerdings im Gegensatz zu UMTS noch nicht flächendeckend verfügbar. Die erweiterte Variante des Mobilfunkstandards UMTS, HSDPA, zwar auch nicht, jedoch gibt es dafür zumindest schon Anbieter und die entsprechende Hardware. HSDPA ermöglicht höhere Übertragungsgeschwindigkeiten als der ursprüngliche Standard.

Vodafone UMTS-Status

In Hagen bin ich mit etwa 7 MBit/s Datenübertragungsrate dabei, was fast an meinen DSL16000-Anschluss von Alice herankommt, der meist sowieso zwischen 6-9 MBit/s dümpelt. Das ergibt ungefähr tatsächliche Download-Geschwindigkeit bis zu 250kBit/s. Ich kann HSDPA, was auf 7,2 MBit/s beschränkt ist, fast komplett ausschöpfen.
Ich muss sagen, dass ich damit sehr zufrieden bin. Der Test in Jena steht noch aus, aber das Fachpersonal diverser Netzbetreiber garantieren mit um die 4 MBit/s. Der Bericht dazu wird an dieser Stelle ergänzt.

Ein Manko, was nicht unmittelbar auffällt, ist die teilweise starke Komprimierung von Bildern oder anderen übertragenen Daten. Standardmäßig komprimierte der zentrale (Vodafone-)Proxyserver die Webseiten-Elemente, was ungefähr wie das folgende Beispiel aussah. Die Übertragung multimedialer Daten kann ähnlich beschränkt bzw. sogar geblockt werden, was die Surf-Geschwindigkeit natürlich spürbar beeinflusst.

UMTS-DSL-Vergleich

Dieser doch merkliche Unterschied ist natürlich nicht hinnehmbar und dadurch gibt es mittlerweile die Möglichkeit, die Komprimierung auf Userseite software-mäßig zu deaktivieren. Durch die Einflussnahme kann also jeder nach Bedarf regeln und seine Erwartungen erfüllen oder diese kurzer Hand komprimieren. Ein Feature, was ideal zur Steuerung des Surfverhaltens beitragen kann.

Die ersten Eindrücke des Internets durch die Lüfte fällt sehr positiv aus. Ich bin auf meine Langzeiterfahrung gespannt…

Die Schwarzbiernacht Jena. Kurz zusammengefasst: Eine gelungene Veranstaltung.
An 43 Locations der Jenaer Innenstadt gab es Musik, jede Menge Leute und Schwarzbier. Es war sicher für jeden etwas dabei. Vor bevor es los ging, traf ich mich noch mit Tina. Wir wollten uns über die individuellen Lernerfolge austauschen. Eigentlich hätte ich gleich im Cheers sitzen bleiben sollen, denn später sollte alles etwas voller sein. Ich fuhr Tina nach Hause und machte mich frisch für den Abend.
Ich rief spontan Tim an, den ich auch schon eine ganze Weile nicht gesehen habe. Er ist einer der wenigen männlichen Leute, die ich hier kenne. Ich fuhr dann mit der Straßenbahn zu ihm. Er stellte mir erstmal seine neue Freundin vor und erzählte über die Neuigkeiten. Ich staunte nicht schlecht. Er hat eine neue Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann angefangen. Und es macht ihm Spaß. Ich find das gut. Sein “neues Leben” macht besser zu ihm. Ich hatte den Eindruck im letzten Jahr ist er mächtig gereift. Tina, du würdest staunen ;)

Nach einem gutem Porter sprinteten wir zur Straßenbahn und weiter ging es in der Stadt. Dort trafen wir direkt auf eine Gruppe von Mädels, die ihren Junggesellen-Abschied feierten. Ich spendete natürlich. Was mir in dem Moment direkt missfiel, war die Tatsache, dass die junge Frau nicht nur besoffen, sondern auch schwanger war oder umgekehrt. Nach einen kurze Unterschrift auf dem Shirt, einem kleinen Apfelkorn war die Sache gegessen und höhere Ziele wurden angestrebt. Unser erstes Ziel: Die Schillerpassage. So früh am Abend (22h) war im dortigen Club noch nicht so viel los. Wir zogen direkt weiter ins Volksbad, wo eine bolschewistische Kurkapelle auf uns wartete. Die Jungs waren echt klasse. Alte und moderne Lieder wurde mit gradiosen Texten gemischt und was dabei herauskam, war zum Brüllen: “Hyper Hyper – Die Mauer muss weg – Ge – Na”. Die Musik war sicher eher was für die Generation 30plus, aber ich hätte mir das Ewigkeiten anhören können. Unser kurzer Auftritt im Uma Carlson (Jen-Tower) reichte um einen Eindruck zu erhalten. Ich war nämlich zum ersten Mal dort. Bis auf die Tatsache, dass sich dort meine Zielgruppe bewegt, bin ich nicht ganz so begeistert. Eine Art Kitchen Klub mit etwas weniger Charme, aber süß trotzdem. Ich traf dort auf Mandy & Madeline. Obwohl sie eigentlich auf mich gewartet haben, verloren wir uns recht schnell wieder.
Der nächste Akt fand im Klubkeller “Modul” statt. Tim musste sich unbedingt die Oben-Ohne-Bedienung reinziehen. Die Musik war dort klasse. Die 80er haben gerockt. Und wenn Howard Carpendale kommt, wissen viele, was mit mir passiert. Wäre die Musik nicht gewesen, hätte ich mich durch die Bedienung schnell abschrecken lassen. Ein kurzer Talk mit der Besitzerin klärte mich auch über die Geschichte der Musik-Katakombe auf.
Auf dem Weg nach Hause blieben wir noch fast 2 Stunden in der Goethe-Galerie hängen. Rosa rockte dort. Und die lokale Band find ich ganz nett und musste ausharren. Danach gings mit der Bahn nach Hause.

Auf der Heimfahrt lernte ich noch eine nette Frau kennen. Wir verstanden uns direkt richtig gut. Nachdem ich sie nach Hause brachte, war der Abend lang genug und Martin müde. Was bleibt, ist nur gute Nacht zu sagen.