Archive for April, 2008

Der Tag sollte ruhig seinen Abschluss finden. Für 19:30 Uhr war ich mit Claudi verabredet. Da wir das allerdings vor einer Woche ausgemacht haben und seitdem wenig redeten, war ich eher skeptisch. Ich nahm Jena Paradies, den Film, den wir schauen wollten gar nicht erst mit. Ich war pünktlich vort Ort. Im Gegensatz meiner Erwartung war Claudi zu Hause. Zwar überrascht, weil sie nicht dachte, dass ich komme – obwohl sie über den Eintrag in ihrem Terminbuch heute noch nachdachte. Egal, mich enttäuscht sowas bei bestimmten Personen nicht mehr. Da sie natürlich mittlerweile andere Verabredungen für “unsere” Zeit hatte, wollte ich schnell wieder weg. Sie hielt mich und machte mir zumindest noch ein Angebot: “Komm’ doch heute Abend mit auf eine Party”. Wie man mich kennt, dachte ich nur kurz nach und stimmte zu. So, nun gilt es, die Zeit bis 23 Uhr zu überbrücken.
Ich fuhr also nochmal nach Hause. Ich telefonierte in der Bahn mit Lars, der mir wichtige Fragen zum Praxissemester beantworte. Zwar fand ich es nicht so toll, da ich in der Bahn so sprach wie es mir bei anderen Leuten schnell auf die Nerven geht. Leider war es wichtig :)

Zu Hause angekommen, war meine Lust am Ende. Die Müdigkeit nahm stark zu. Aber ich bin nur einmal jung und überredete mich wieder. Denn ich wollte zumindest meine Verabredung einhalten. Ich schaute ”Topmodels”, um die Zeit zu dem Telefonat mit Tina zu überrücken. Das Telefonat brachte mich etwas in Bredoille. Das fand nämlich genau in der Zeit statt, wo ich mich “fertigmachen” wollte. Das geschah dann in notdürftigem Umgang nebenbei. Um die Bahn noch zu schaffen, musste ich Tina sogar abwürden. Tut mir Leid, ich bitte um dein Verständnis. Ein Sprint musste ich dann dennoch einlegen…

Da ich eine andere Bahn wie geplant nahm, war ich eher da und konnte noch in aller Seelenruhe über den Ernst-Abbe-Platz schlendern. Ich entdecke dabei den äquivalenten Fachbereich zu meinem. Claudi beteuerte vorhin sogar ihre Pünktlichkeit. Und was war, sie war überpünktlich. Das beeindruckte.
Wir machten uns also gemeinsam auf. Ich wusste noch immer nicht, was genau der Abend bringt. Verraten wollte man mir einfach nichts. Als wir im Löbdergraben einkehrten, dachte ich, es wird eine ruhigere Privatparty – vielleicht ein Spieleabend. Diese Überlegung wurde recht schnell nachschlafen, denn die dort wartenden 5 netten Mädels munkelten vom “Uma Carlson”. Wir blieben auch nicht lang und machten uns flink auf die Hufe in den Tower. Dort war die 100. Semesteranfangsparty, offiziell ”Die kleinste Semesterantrittsparty” genannt.
Anfangs war alles noch recht überschaubar, der Platz zum Tanzen groß. Schnell wurden es FH ähnliche Zustände. Zwar waren die Kapazitäten der Gaderobe nicht ausgeschöpft, aber es waren einige Menschen vor Ort. So kann man das beschreiben.

Semesterantrittsparty

  
Es wurde etwas getanzt, ja. Als ich kurz vor 4 Uhr gefragt wurde, ob wir gehen wollen, wusste ich erst nicht so recht, wie ich antworten sollte. Aber auf jede Nacht folgt ein Morgen (Ich gehe während meines Lebens jedenfalls davon aus). Nach einem kurzen zusammenfassenden Gespräch mit Anett fuhr ich in netter Begleitung in Richtung Lobeda. Wir konnten sogar bereits wieder die direkte Bahn nehmen, die erste des Tages. Natürlich konnte ich mir es nicht nehmen lassen, die Danie noch nach Hause zu bringen. Ich weiß, dass ich sie wiedersehen möchte. Bald.
Alles insgesamt paradiesisch, so kann sich ein Abend gern wieder mal entwickeln.

Der Morgen “danach” begann um 7 Uhr. Die Erschöpfung war noch recht groß, folgend hämmerte ich auf meinen Wecker. Nur nicht an der richtigen Stelle, sodass er nach 8 Minuten wieder ansprang. Das machte ich eine ganze Weile.
Die Motivation stieg schnell und der Tag begann wie gewöhnlich…

Der Tag begann recht früh, um 7 Uhr, um es genau zu nehmen. Ich wollte frühzeitig mit meiner Arbeit fertig sein, um im Anschluss in der POM Arena etwas Sport zu treiben. Da ich zu früh war, machte ich mich an den Geräte warm. Das sollte ich eigentlich nicht, um mich vor den Eingangstest nicht unnötig auszupowern. Eingangstest bedeutet Fahrradfahren, dabei soll je nach Leistungsvermögen ein gewisser Puls erreicht werden. Ich wollte ganz großfressig das Maximum austesten. Ich fuhr und fuhr und regelmäßig wurde je nach Herzschlag die Schwierigkeit erhöht. Bei der höchsten Stufe musste ich 15 Sekunden vor Schluss aufgeben, da mein Radel nicht mehr in Schwung kam. Es war eine extreme Erfahrung, zu merken, dass einfach nichts mehr geht.

Im Nachhinein wurden die aufgezeichneten Daten analysiert und ich konnte meine Leistungskurve begutachten. Ein wahrer Traum. Noch schöner allerdings die Regenerationskurve, die ist linear mit starken negativen Anstieg. Das habe ich auch live gespürt, denn nach dem Test habe ich noch etwa 30 Minuten fleißig trainiert.

Java, Programmiersprache und Kaffee. Beim Kaffee-Konsum gibt es keine festen Grenzen. Ist eine individuelle Größe. Man merkt selbst, wann man genug hat.

Die Virtual Machine von Java setzt bei der Ausführung von Programmen härtere Grenzen (standardmäßig 128 MB), sodass Windows oder vergleichbare Betriebssysteme bei Speicherüberschreitungen gar nicht erst nervös werden. Heute erhielt ich zum ersten Mal die Meldung: “MemoryOutOfBounds”. Java kann und will nicht mehr, heißt das übersetzt. Die Folge: Natürlich Programmabbruch. Das ist eigentlich schade, wenn erst etwa 1/5 der Arbeit erledigt wurde.
Zum Glück kann man diese Speicherzuweisungen erhöhen. Die physikalische Grenze des Rechners sollte dabei nicht unbedingt überschritten werden. Und das geht so, einfach beim Aufruf des Programms folgende Parameter mitgeben:

java -Xms{initial heap size} -Xmx{maximum heap size} {your class}
java -Xms32m -Xmx128m the_snake.class

Die Werte werden standardmäßig in Bytes angegeben. Mit dem Suffix ‘K’ bzw. ‘k’, ‘M’ bzw. ‘m’ und ‘G’ bzw. ‘g’ kann man KiloBytes, MegaBytes oder GigaBytes angeben.

Es ist 16:00Uhr. Es klingelt. Donnerstag ist nicht, deshalb kann es nicht die Zeit sein. Zu spät für den Paketdienst DHL ist es auch. Ich öffne die Tür. Nichts passiert. Nachdem ich die Tür wieder schloss, klopfte es plötzlich. Nachdem ich die Tür wieder öffnete, musste ich extrem schmunzeln. Der Tim stand vor der Tür.

Verwundert kamen nach den ersten Sekunden Staunen auch einige Laute raus. Tim musste sich erstmal noch ein paar Tests meiner Software gedulden und danach gings los. Erst zeigte er mir seine beeindruckende Bass-Rolle, die mein Trommelfell im ersten Moment etwas schockierten und fast die Frontscheibe zum Herausspringen brachte.
Unser erstes Ziel, die Goethe Galerie. Nach meinen zahllosen Schuhkauf-Versuchen überall in der Bundesrepublik nun dort der Erfolg. Die Auswahl großer als in allen Augsburger Schuhläden insgesamt wurde ich fündig. Und die Schuhe hätte direkt an der Kasse gelegen, wenn da nicht noch die nette Verkäuferin gewesen wäre. Die nette Frau “Auszubildende” nahm sich Zeit für mich und ich mir Zeit für sie. Wir werden uns wiedersehen. Morgen, wenn ich meine Einlegesolen kaufe. Und überhaupt…
Danach gings nach Jena-Ost über den REWE Einkaufsmarkt zu Tim. Seine kleine – mittlerweile – 6-Jährige Schwester finde ich immer noch zu putzig, unglaublich süß. Man könnte sagen, dass sind alle Kinder in dem Alter. Aber nein, so nett muss man erstmal werden. Ich bin gespannt, wie das in 10 Jahren ausschaut.
Als wir auf den Weg zur POM Arena waren, begann natürlich Jule auch noch ihre Tour. Bis auf ein Winke Winke und kurzes Lächeln war nicht mehr drin. Reichte für den Moment auch, weil: Wir wollen uns ja treffen. Nicht wahr?!
Der “Auftritt” im Fitness-Studio war ganz nett, wenn eben auch die Atmosphäre und alle Geräte noch etwas ungewohnt sind. Aber das wird sich mit der Zeit geben.

Danach gings nach einer Stadtrundfahrt auf direktem Weg ins Hotel. Nach Hause, also beides…

Lang ist es her gewesen als ich das letzte Mal in Augsburg war. Die Ankunft war sehr nüchtern. Meine alte Tante Inge hat mich nicht erkannt, stattdessen anderen Herrschaften hinterher geschaut. Naja, war auch ein interessanter alter Herr mit schrecklicher Mittelscheitelfriseur. Bayern ist neben tolerant, da darf jeder raus ;)
Irgendwie wirkte alles vertraut, die Tante, die Stadt. Es war ein wohliges Gefühl an einen wunderschönen vorsommerlichen Sonnentag.
Als Erstes fuhren wir nach Hause. Herrlich, wie man die Straßen tatsächlich noch in Erinnerung hatte. Ich hatte fast das Gefühl, ich sei von Augsburg nach Jena gezogen. Angekommen wurden die ersten bösartigen Augenkontakte zurm Katzen-Vieh aufgebaut. Leider lässt meine Allergie keine positiveren Gedanken zu. Nach einem gemütlichen Kaffee-Trinken gings auf in die City-Galerie. Ich als Shopping-Liebhaber bin natürlich begeistertet von Einkaufstempeln, im fachchargon auch gern Shopping-Mall genannt. Wir haben zumindest eine Etage durchgehen können, denn wenn man einmal anfängt, muss man sich die entsprechende Zeit nehmen. Die Ausbeute war dürftig, aber zumindest wurden Anregungen gegeben, wo man sich über Nacht nochmal Gedanken machen kann. Ich weiß z. B. auf jeden Fall, welche Schuhe ich möchte. Jetzt gilt es “nur”, die richtige Größe zu finden. Dies allerdings kann zum Problem werden.

Am Abend kam dann auch Tino von der Arbeit. Total geschlaucht zog er sich allerdings schnell zurück. Für ein gemeinsames Essen und ein paar wechselnde Worte reichte es :)
Im Fernsehen wurde die UEFA-Cup-Spiel FC Getafe – FC Bayern München übertragen und ich merkte, dass sich meine Symphatien dem bayrichen Club gegenüber auf -unendlich geändert haben. Die Arroganz der obersten Vereinetagen sowie zahlreichen Spielern kann gar nicht gemessen werden. Es war aus Bayernsicht ein total schlechtes Spiel, welches mit einem Spieler mehr dennoch fast verloren wurde. Die Spanier machten das Spiel ihres Lebens und legten über fast 120min. in Unterzahl ordentlich vor. Sie hätten verdient gewonnen. Spielt man gegen Bayern scheint aber alle Energie nie zu einem Sieg reichen. Bayern machte in der Nachspielzeit das Tor zum Unentschieden, das reicht jedoch, um in die nächste Runde einzuziehen. Schrecklich, solche Momente.
Die Nacht war unschön, obwohl ich vorher kaum Andeutungen spürte, machte sich meine Allergie dem Tier gegenüber extrem bemerkbar. Es war ein Qual. Um 3 Uhr habe ich zum letzten Mal auf die Uhr geschaut, bin danach wohl wegen Erschöpfung eingeschlafen.

Der nächste Tag begann früh, um 9 Uhr. Normalerweise ist das eine recht angenehme Zeit. Dafür muss man allerdings nachts schlafen. Nach einem Frühstück gings direkt los. Es sind noch Punkte vom gestrigen Tag offen. Die City-Galerie lockte mit zahlreichen weiteren Shops.
Nachdem im Laufe des Tages der Frust etwas zunahm, da meine Schuhgröße leider jeden Schuhladen in Bedrängnis kommen lässt. 15 Schuhläden waren es während des gesamten Aufenthalts sicherlich. Der krönene Abschluss eines frustreichen Shopping-Tages war der Erwerb einer Jacke. Und das nichtmals durch mich, allerdings für mich. Dankeschön nochmal an dieser Stelle. Ich bin immer noch ganz hin und weg :)
Nach dem Kaffeetrinken zu Hause fuhren wir gemeinsam mit Tino zum Augsburger Plärrer. Dieses herzhafte (aber teure) Volksfest begann bei schlechtem Wetter und endlosem Regen, wurde aus diesem Grund um dieses Wochenende verlängert. Wir machten noch einen kurzen Abstecher in die Augsburger Innenstadt, um dann am Hauptbahnhof das Highlight “Original Thüringer Bratwurst” genießen zu dürfen. Highlight, weil die Bratwürste tatsächlich aus Thüringen kommen. Aber sogar noch besser: Die Würste wurden von Wolf aus Jena bezogen, eine wie ich finde exzellente Wahl ;)
Ich muss zwar gestehen, dass ich Holländer Pommes den Bratwürsten vorzog, aber das, weil ich in meiner Heimatstadt diese Bratwürste eher mal ganz “Original” bekomme. Als wir auf dem Plärrer ankamen, war alles wunderschön. Die Fahrgeschäfte, die betrunkenen Jugendlichen, das Wetter. Als wir uns dann niederlaßen, zog sich nach einer ganzen Weile innerhalb weniger Minuten eine komplette schwarze Front über den Himmel. Es begann plötzlich zu Stürmen und in Unmengen zu regten. Die Wirte freute das natürlich, da sie zahlreiche neue Gäste begrüßen konnten.
Wir packten eine eine ruhigere Minuten und machten uns in schnellem Schritt auf den Weg zurück. Der Abend stand jedoch im Schatten des verlorenen Spiels vom FSV Mainz gegen den FC Augsburg. Das wäre für den noch möglichen Klassenerhalt des FC Carl Zeiss Jena positiv. Aber nein, hat nicht sollen sein.

Nachdem die alten Herrschaften ins Bett gegangen sind, habe ich mir noch “Paule und Julia” im Ersten angeschaut. Ein extrem durchdachter Film mit Hintergrund wie ich denke, den man sich unbedingt anschauen sollte. Hat mir gut gefallen.
Der Film hätte gern noch 4 Stunden länger gehen können. Die waren es nämlich, die ich danach nicht schlafen konnte. Da ich das allerdings von der Vornacht kannte, fand ich mich schnell mit ab. Das Komische ist ja, wenn ich trotz allergischer Reaktion dann eingeschlafen bin, schlafe ich tief und fest. Normalerweise könnte man ja denke, von man bsplw. schlecht Luft bekommt, wacht man ständig auf. Das ist nicht der Fall. Obwohl ich während des Einschlafvorganges (bspwl.) schlecht Luft bekomme, wache ich quasi gesund auf – ohne Beschwerden. Dieses Problem muss ich mir nochmal ganz genau durch den Kopf gehen lassen…

Tag 2. Nach dem Frühstück hatte ich ein eher bedenkliches Gefühl. Ich habe zwar mit Tinos Rechner noch etwas gespielt, aber wir mussten uns recht schnell vom Ort des Geschehens entfernen. Zeit blieb nochmal, um etwas durch die City zu schlendern. Die Sehnsucht nach Thüringen war groß. Ich musste vor meiner Abfahrt vom Hauptbahnhof noch unbedingt eine sehr leckere Bratwurst zu mir nehmen.
Und dann gings ins Paradies…