Lang ist es her gewesen als ich das letzte Mal in Augsburg war. Die Ankunft war sehr nüchtern. Meine alte Tante Inge hat mich nicht erkannt, stattdessen anderen Herrschaften hinterher geschaut. Naja, war auch ein interessanter alter Herr mit schrecklicher Mittelscheitelfriseur. Bayern ist neben tolerant, da darf jeder raus 😉
Irgendwie wirkte alles vertraut, die Tante, die Stadt. Es war ein wohliges Gefühl an einen wunderschönen vorsommerlichen Sonnentag.
Als Erstes fuhren wir nach Hause. Herrlich, wie man die Straßen tatsächlich noch in Erinnerung hatte. Ich hatte fast das Gefühl, ich sei von Augsburg nach Jena gezogen. Angekommen wurden die ersten bösartigen Augenkontakte zurm Katzen-Vieh aufgebaut. Leider lässt meine Allergie keine positiveren Gedanken zu. Nach einem gemütlichen Kaffee-Trinken gings auf in die City-Galerie. Ich als Shopping-Liebhaber bin natürlich begeistertet von Einkaufstempeln, im fachchargon auch gern Shopping-Mall genannt. Wir haben zumindest eine Etage durchgehen können, denn wenn man einmal anfängt, muss man sich die entsprechende Zeit nehmen. Die Ausbeute war dürftig, aber zumindest wurden Anregungen gegeben, wo man sich über Nacht nochmal Gedanken machen kann. Ich weiß z. B. auf jeden Fall, welche Schuhe ich möchte. Jetzt gilt es „nur“, die richtige Größe zu finden. Dies allerdings kann zum Problem werden.

Am Abend kam dann auch Tino von der Arbeit. Total geschlaucht zog er sich allerdings schnell zurück. Für ein gemeinsames Essen und ein paar wechselnde Worte reichte es 🙂
Im Fernsehen wurde die UEFA-Cup-Spiel FC Getafe – FC Bayern München übertragen und ich merkte, dass sich meine Symphatien dem bayrichen Club gegenüber auf -unendlich geändert haben. Die Arroganz der obersten Vereinetagen sowie zahlreichen Spielern kann gar nicht gemessen werden. Es war aus Bayernsicht ein total schlechtes Spiel, welches mit einem Spieler mehr dennoch fast verloren wurde. Die Spanier machten das Spiel ihres Lebens und legten über fast 120min. in Unterzahl ordentlich vor. Sie hätten verdient gewonnen. Spielt man gegen Bayern scheint aber alle Energie nie zu einem Sieg reichen. Bayern machte in der Nachspielzeit das Tor zum Unentschieden, das reicht jedoch, um in die nächste Runde einzuziehen. Schrecklich, solche Momente.
Die Nacht war unschön, obwohl ich vorher kaum Andeutungen spürte, machte sich meine Allergie dem Tier gegenüber extrem bemerkbar. Es war ein Qual. Um 3 Uhr habe ich zum letzten Mal auf die Uhr geschaut, bin danach wohl wegen Erschöpfung eingeschlafen.

Der nächste Tag begann früh, um 9 Uhr. Normalerweise ist das eine recht angenehme Zeit. Dafür muss man allerdings nachts schlafen. Nach einem Frühstück gings direkt los. Es sind noch Punkte vom gestrigen Tag offen. Die City-Galerie lockte mit zahlreichen weiteren Shops.
Nachdem im Laufe des Tages der Frust etwas zunahm, da meine Schuhgröße leider jeden Schuhladen in Bedrängnis kommen lässt. 15 Schuhläden waren es während des gesamten Aufenthalts sicherlich. Der krönene Abschluss eines frustreichen Shopping-Tages war der Erwerb einer Jacke. Und das nichtmals durch mich, allerdings für mich. Dankeschön nochmal an dieser Stelle. Ich bin immer noch ganz hin und weg 🙂
Nach dem Kaffeetrinken zu Hause fuhren wir gemeinsam mit Tino zum Augsburger Plärrer. Dieses herzhafte (aber teure) Volksfest begann bei schlechtem Wetter und endlosem Regen, wurde aus diesem Grund um dieses Wochenende verlängert. Wir machten noch einen kurzen Abstecher in die Augsburger Innenstadt, um dann am Hauptbahnhof das Highlight „Original Thüringer Bratwurst“ genießen zu dürfen. Highlight, weil die Bratwürste tatsächlich aus Thüringen kommen. Aber sogar noch besser: Die Würste wurden von Wolf aus Jena bezogen, eine wie ich finde exzellente Wahl 😉
Ich muss zwar gestehen, dass ich Holländer Pommes den Bratwürsten vorzog, aber das, weil ich in meiner Heimatstadt diese Bratwürste eher mal ganz „Original“ bekomme. Als wir auf dem Plärrer ankamen, war alles wunderschön. Die Fahrgeschäfte, die betrunkenen Jugendlichen, das Wetter. Als wir uns dann niederlaßen, zog sich nach einer ganzen Weile innerhalb weniger Minuten eine komplette schwarze Front über den Himmel. Es begann plötzlich zu Stürmen und in Unmengen zu regten. Die Wirte freute das natürlich, da sie zahlreiche neue Gäste begrüßen konnten.
Wir packten eine eine ruhigere Minuten und machten uns in schnellem Schritt auf den Weg zurück. Der Abend stand jedoch im Schatten des verlorenen Spiels vom FSV Mainz gegen den FC Augsburg. Das wäre für den noch möglichen Klassenerhalt des FC Carl Zeiss Jena positiv. Aber nein, hat nicht sollen sein.

Nachdem die alten Herrschaften ins Bett gegangen sind, habe ich mir noch „Paule und Julia“ im Ersten angeschaut. Ein extrem durchdachter Film mit Hintergrund wie ich denke, den man sich unbedingt anschauen sollte. Hat mir gut gefallen.
Der Film hätte gern noch 4 Stunden länger gehen können. Die waren es nämlich, die ich danach nicht schlafen konnte. Da ich das allerdings von der Vornacht kannte, fand ich mich schnell mit ab. Das Komische ist ja, wenn ich trotz allergischer Reaktion dann eingeschlafen bin, schlafe ich tief und fest. Normalerweise könnte man ja denke, von man bsplw. schlecht Luft bekommt, wacht man ständig auf. Das ist nicht der Fall. Obwohl ich während des Einschlafvorganges (bspwl.) schlecht Luft bekomme, wache ich quasi gesund auf – ohne Beschwerden. Dieses Problem muss ich mir nochmal ganz genau durch den Kopf gehen lassen…

Tag 2. Nach dem Frühstück hatte ich ein eher bedenkliches Gefühl. Ich habe zwar mit Tinos Rechner noch etwas gespielt, aber wir mussten uns recht schnell vom Ort des Geschehens entfernen. Zeit blieb nochmal, um etwas durch die City zu schlendern. Die Sehnsucht nach Thüringen war groß. Ich musste vor meiner Abfahrt vom Hauptbahnhof noch unbedingt eine sehr leckere Bratwurst zu mir nehmen.
Und dann gings ins Paradies…