Archive for Mai, 2008

In Gedanken war die Durchführung des Pfingstwochenendes in Haltern am See schon öfter, wurde jedoch aufgrund aktueller Anlässe und anderer Planungen verworfen. Am Samstagmorgen überkam mir die Lust auf den dortigen Strand. Spontan rief ich Tina an und fragte, ob sie Lust hat, mitzukommen. Auf der anderen Seiten sagte ich andere Verabredungen für das Wochenende ab. Eine halbe Stunde später ging es schon los.
Ich holte Tina in Winzerla ab, um mit ihr gemeinsam nochmal zu ihrer Mum zu fahren, damit sie ein paar Sachen für das Wochenende zusammenstellen konnte. Kurze Zeit später waren wir auch schon auf der Autobahn in Richtung Nordrhein-Westfalen. Die Vorfreude war groß, das Wetter ein wahrer Traum und die Fahrt nur Routine. Etwa 4 Stunden nach unserem Start kamen wir im nördlichen Ruhrgebiet an. Mich wunderte direkt, wie wenig los sei. Ich kenne die Gegen nur total verstaut und die Silbersee-Landschaft zugeparkt. Nichts dergleichen war zu spüren. Somit hatten wir glücklicherweise auch keine Probleme mit dem Parkplatz-Finden. Als wir am Strand ankamen, waren doch ein paar Menschen da. Nach der Fahrt sprangen wir direkt ins Wasser und holten uns die verdiente Abkühlung. Wieder draußen, wurde ich auf einmal angetippst. Wer kann das wohl sein? Natürlich Tim. Das mir bekannte Auto habe ich vorher auf dem Parkplatz schon entdeckt und ihm sogar ein Zettel geschrieben. Aber so wars doch recht einfach. Komischerweise lag die Herner Truppe um Simon, Stamm und Nick nur etwa 10m von uns entfernt, was uns bei der Ankunft jedoch nicht direkt aufgefallen ist.

Nachdem immer mehr frischer Wind aufzog, machten wir uns zum letzten Badegang und danach direkt los. Ist ja auch nicht so, dass wir kein Programm mehr hätten. Wir wollten nämlich direkt zu Dirks Geburtstagsfeier nach Bochum aufbrechen. Jedoch vorher noch ein paar Lebensmittel einkaufen.
Dort angekommen wurden wir herzlich empfangen. Etwas verwundert, dass ich nicht allein kam, dennoch freundlich wie immer. Die Trauerfeier einer Motte, die in einer Lampe anfangen hat zu brennen, war späterer Anlass, weiter in Richtung Hagen zu fahren. Dort angekommen brachte ich noch alles in seine Ordnung und habe den den nächsten Tag vorbereitet. Denn der sollte recht früh beginnen.

Ein Alptraum riss mich kurz nach fünf Uhr aus dem Schlaf. Leider konnte ich auch nicht wieder einschlafen. Das war allerdings auch nicht so tragisch, weil wir sowieso recht früh munter sein wollten. Tina wollte nämlich für ihre Mum zum Muttertag noch einen Kuchen backen. Weil wir später mit Tim verabredet waren, musste das auch recht früh passieren. Und durch unser frühes Muntersein gelang uns der Tagesbeginn auch ideal. Ich konnte meine Wäsche machen und Tina nebenbei auch bei ihrem Kuchen unterstützen. Der Kuchen ist ein wahrliches Meisterwerk geworden. Das doppelte Stürzen hat zwar nicht einwandfrei geklappt, aber zumindest hat man auch nicht mehr gesehen, dass er eigentlich verbrannt war :)
Nach dem letzten Schleudergang des Kuchen und Bemalen der Waschmaschine (oder umgekehrt) fuhren wir nach Bochum, um dann weiter mit Tim in Richtung Haltern zu stürmen. Der Tag dort war relativ entspannend. Außer den ganzen Tag in der Sonne zu liegen und richtig zu relaxen ist nicht viel passiert. Naja, man war einmal ein Bier holen und ein paar mal im Wasser, aber Stress kam da nie wirklich auf. Wir planten dann auch bereits den Abend, der so einiges bereit hielt. Vorher jedoch mussten wir nochmal fix nach Hagen fahren, um alle wichtigen Utensilien für den Abend und die Heimreise zu holen. Dennoch, wir blieben im Zeitplan und der Abend konnte los gehen.

Nachdem wir bei Tim ankamen, wurde nur kurz geplaudert und sich dann zügig auf den Weg in die Bochumer Innenstadt gemacht. Unser erstes Ziel: Bermuda-Dreieck. Nach mehrmaligen Hin- und Herr blieben wir im Hooters hängen, total unbewusst natürlich. Ich finde die horenten Preise im Leistungsverhältnis nicht gerechtfertig. Und die orange-farbigen Babywindeln der Hooters-Girls sind auch nicht attraktiver als die Unterhosen meiner Oma. Aber deren Geschmack möchte ich jetzt nicht schlecht machen.
Kurze Zeit später machten wir uns weiter in die Bochumer Tanzbar schlechthin, das Zensi. Jeder, der den Discostadl kennt, wird an der Stelle zu recht mit dem Kopf schütteln. Heute allerdings war nicht alt so viel los, was sicherlich an den traumhaften Sommer-Temperaturen liegt. Trotzdem war unsere Stimmung ganz gut. Ich konnte nette Kontakte schließen. Der DJ war so schlecht, dass es eigentlich gut war, dass er frühzeitig Feierabend gemacht hat. Danach zogen wir noch ins Bermuda-Dreieck und ich konnte weitere nette Menschen kennenlernen und den Kontakt von Fans des VfL Bochum zu meinem Favoriten FC Carl Zeiss aufbauen. Ich bin fernab meiner eigentlichen Gruppe in einige Bars eingekehrt, war dann allerdings sehr froh, dass ich auf dem Weg zurück, Tina und Tim wieder getroffen habe. Somit war der Weg ins Bett und Schlafplatz gesichert.
Danach wird die Erinnerung schwammig, weil ich bereits im Auto einschlief…Gute Nacht.

Der Tag danach begann am frühen Nachmittag. Nach einem Mittagessen und zwei Aspirin-Tabletten war ich langsam wieder auf dem Damm. Nach einigen Stunden zur Beruhigung meines Kreislaufs starteten wir die Fahrt zurück ins Paradies. Und was haben wir vergessen: Den Muttertags-Kuchen…

Wann ist es endlich richtig? Gibt es für eine Sache den richtigen Moment? Der richtige Augenblick ist immer jetzt. Ich mache nie wieder den Fehler und stelle etwas in Frage, weil es in Zukunft Schwierigkeiten geben kann. Egal welche Umstände es sind, weiß man nicht, ob es jemals soweit kommt. Ich bin dort angekommen, wo ich hinwollte. Ich kann nachts nicht einschlafen und springe schlaflos mit lauter Musik durch die Wohnung. Der Ort hat sich um ein paar hundert Meter entfernt, die Stimmung ist geblieben. Die Menschen, die Stadt, ist so wie in meinen Träumen. Mit Träumen ist Erinnerung gemeint. Ich habe schnell gemerkt, dass ich nicht nur die negativen Dinge verdrängte. Negative Fakten gibt es sicherlich, fallen jedoch bei allen positiven Nebenher schnell durchs Raster.

Jena Paradies in der Stadt der Wissenschaft 

Wenn ich diesen Tag rückblickend sehe, ist es genau das, was ich will. 9h Arbeit und danach im Paradies entspannen. Das will eigentlich jeder. Sieht man auch an den gefüllten Grünflachen mit Stadtpark der Wissenschaftsstadt Jena. Das obenstehende Bild ist vor einer Woche am Sonntag entstanden, das “Para” zu 30% ausgelastet. Interessant wie die Fotoperspektive die Menschen, die uns (Tina und mir) recht nah waren, auseinander ziehen.
Heute war ich an meinem Baum, hab mich nicht herunter getraut. Alte Erinnerungen verhinderten weiteres. Jedoch war ich mit einer so symphatischen Person unterwegs, sodass die Zukunft mehr ins Licht rückte. Das Ergebnis ist die Antwort der Eingangsfrage. Ich werde nie wieder den Moment als richtig oder falsch deklararieren. Immerhin leben wir in diesem Moment und da ist genau das wichtig, was in dem Moment wichtig ist. Und das ist auch richtig. Zeit und Raum, die Dimensionen in denen Menschen denken, spielen keine Rolle, wenn etwas Funtamentales richtig ist. Und das ist dann auch wichtig.
Deine Nummer auf meinem Bein habe ich mal eben extern festgehalten, vielleicht kann ich die ja bald mal gebrauchen ;)

Ganz nebenbei: Ein herzliches Dankeschön an Christin, die durch die Tracy Chapman CD die musikalischen Eindrücke im Hintergrund dieses Beitrag beigesteuert hat…

Wer ist eigentlich Kant, fragte ich mich vor diesem Tag. Kant ist Philosoph, allerdings hat man als ausgebildeter Informatiker wenig mit dessen Richtung zu tun. Man könnte sagen, gar nichts. Umso mehr stieg die Spannung vor der Veranstaltung am heutigen Tag. Meine 1. Philosophie-Vorlesung. Prof. Gabriel sollte mich durch die 90-Minuten führen. Ich bin begeistert, ausgestattet mit Blatt und Stift will ich mir das wichtigste für mein Leben und Zündstoff für die zahlreichen nachdenklichen Stunden notieren.
Die Vorlesung war toll, Kompliment an den Professor der selbst einen philosophischen Greenhorn wie mir, die Sache zum Faszinieren näher brachte. Ungefähr jede Aussage über Kant wurde mit Zitaten passend dargestellt und bewiesen. Eine Aussage von Prof. Gabriel fand ich besonders anregend:

Wenn man was sagst, muss man die Wahrheit sagen, aber man muss auch nichts sagen.

Das möchte ich unkommentiert stehen lassen. Weitergehend sagte der Professor “Nitsche schreibt so schön, dass er kaum wahr sein kann”. Im Sinne von, einfache angenehm zu lesende Lektüre kann einen selbst nicht fördern. Erst, wenn man nach jedem Satz tief durchatmen muss, liest man das richtige. Mit dieser interessanten Sichtweise sehe ich die Standard-Lektüre für Wirtschaftsstudenten, den Schierenbeck, plötzlich aus anderem Licht. Wahrscheinlich kann man die Schriften nicht vergleichen, aber an der Aussage ist etwas dran.

Die Leute, denen ich nach der Veranstaltung meine Begeisterung schilderte, waren natürlich ungläubig. Das werden sie allerdings nur bis in 14-Tagen bleiben, denn da findet die nächste Vorlesung statt ;)
Dennoch war das Göttlichste an dem Tag die Heimfahrt…

Der FC Carl Zeiss hat eine weitere Chance im Abstiegskampf bekommen. Mit der 5:0-Klatsche in Hoffenheim wurde der letzte Strohhalm um einiges verkürzt. Dennoch ist das nicht aller Tage Abend, sodass man am heutigen Tag nochmal richtig hätte angreifen können.
Ich war mit Claudi zum Kaffeetrinken verabredet. Ich holte sie wie geplant und überpünktlich ab. Über die Ernst-Abbe-Bibliothek, die sich weder in ThuLB (Thüringer Landesbibliothek) oder dem Ernste-Abbe-Campus (Neue Universitätsgebäude) befindet, ging es rasch zu mir. Meine Kaffeemaschine ratterte, Claudi telefonierte und ich verschwand im Bad – musste mich unbedingt duschen. Das ist an sich unnötig gewesen, wie sich wenig später zeigte. Wir haben uns spontan doch noch dafür entschieden, zum Spiel von Carl Zeiss gegen Osnabrück zu gehen. Rasch mit dem Auto hingefahren, stellten wir bedauerlicherweise fest, Parkplätze können mehr da sein. In Kilometerentfernung fanden wir dann doch noch eine kleine Ecke und sprinteten zum Spiel. Nachdem wir die Karten hatten und im Stadion waren, fing es plötzlich an, in Strömen zu regnen. Sehr schön. Und wieder waren die Haare nass. Vor allem sah es nicht danach aus und ich war dementsprechend kleidungsmäßig wie die anderen 10.000 nicht gut vorbereitet. Vor einigen Jahren war das noch anders, der Parkplatz leer und man kannte die 1.000 Leute im Stadion. So ist es trotz meiner regelmäßigen Kritik dennoch schöner, der Rückhalt hilft der Mannschaft. Hoffentlich.
Das Spiel begann klasse, der FCC drückte enorm. In der zweiten Halbzeit nahm der Druck zu und das erste Tor für die Thüringer fiel. Schnell kam wegen Resignation der Ausgleich, das Spiel war gegessen. Sieht man das Chancenverhältnis, hätte der FC Carl Zeiss mit min. 4:1 gewinnen müssen. Großchancen, die man lächerlich vergeben hat.
Das ist zu wenig im Abstiegskampf. Nun gilt es eben am Mittwoch in Aue ranzuglotzen…