Die West Side Story beschäftigt mich seit der 10. Klasse. Schon meine damalige Musiklehrerin Frau Geiger, an die ich mich gern erinnere, hat es geschafft, mich entgegen meines Jugendtums für die Musik von Leonard Bernstein zu begeistern. Seitdem gehört das Musical in meine Musiksammlung. Am Heiligabend konnte ich sogar auch den dazugehörigen Film mal wieder sehen.
Die Bedeutung des Musicals steigerte sich in letzter Zeit. Es tun sich mehr und mehr Parallelen auf. Ich bewege mich in letzter Zeit oft im Jenaer Westviertel. Laufe optimistisch bei blauem Himmel und Sonnenschein zwischen historischen und postmodernen Gebäuden. Selbst graue Wolken und unsagbarer Regen würde nicht an meinem Lächeln rütteln können. Ich hätte dasselbe erquickende Gefühl, um nicht „wohlig“ zu sagen.

In Gedanken versunken

 

The most beautiful sound
I ever heard

All the beautiful sounds of the world
in a single word
..
And suddenly I’ve found
How wonderful a sound

Der Versuch der Natur, meinen Verstand aus dem Weg zu räumen, gelingt immer mehr. Um mit Heine zu sprechen: „Ein Wahnsinn“. Das etwas passiert, merkt man deutlich an meiner Wahrnehmung. Häschen, die vor meinem Fenster herumhopsen, bekommen eine besondere Bedeutung und der morgendliche Nebel ist eine angenehme Erinnerungsvorlage. In Wolken sehe ich nicht mehr nur die Ansammlung von Wassertropfen, sondern Sinnbilder einer momentanen glücklichen Verfassung (Phase?). Im Kleinen bewegen sie sich, doch das große Ganze bleibt. Jetzt sitze ich hier seit über 2 Stunden und tue eigentlich nichts anderes als Nachzudenken. Wobei, eigentlich nicht: Ich denke an etwas, an jemand. Habe Sehnsucht nach begehrenswerten Situationen, welche immer mit dem Treffen dieser Person erfüllt wird. Ich bin bewegt und will es bleiben. Jetzt geht es zu großem Teil über eine Abänderung der Tragödie West Side Story.
Wir sehen getrennt, doch lass uns in die gleiche Richtung blicken…