Archive for August, 2008

Die nächste Generation der Online-Filmchen wurde eingeläutet. Endlich Kurzfilme mit höchster Qualität.

http://www.vimeo.com

Gut, die Seiten gibt es bereits seit 2004. Ich wurde allerdings erst während des Couch Surfing Meetings vom Kanadier Karim darauf aufmerksam gemacht. Er hat eine brillianten Mitschnitt des Wochenendes in Nürnberg veröffentlicht (siehe http://www.vimeo.com/1521114).

vimeo.com

  
Es fehlt natürlich der Komfort und das breite Angebotsspektrum von YouTube, aber dafür kann man ausgewählte Filmchen in HD-Qualität schauen.
Und wer YouTube, was mittlerweile zu Google gehört, nicht nutzt, tut sich selbst auch etwas Gutes. Der eindrucksvolle Film der Hochschule Ulm zeigt das mit bravour: Der Google Masterplan.
Für jeden zu sehen unter http://www.vimeo.com/1270520. Don’t be evil…

 

Heute Abend ist ein besonderer Abend. Erstens läuft im deutschen Unterschichten-Fernsehen der hochkarätige Tanzfilm Dirty Dancing und zweites schau ich diesen untypischer Weise nicht. Klingt nicht so spektakulär, ist es allerdings schon etwas. So sitze ich lieber schmunzelnder Weise mit einem Glas Wein vor dem Rechner und vergnüge mich, an die letzten Wochen zu denken. Der Film würde mich da eher durcheinander machen. Er erinnert mich an interessante Momente im Treff, an eine besondere Begegnung mit einer Herzensdame. Wenn ich an daran denke, ist natürlich Maria auch nicht weit. Das jedoch möchte und kann ich an dieser Stelle nicht näher beleuchten. Ich weiß nur, dass nicht alles so toll ist, wie es scheint.

Überwunden? Nein.

Ich frage mich gerade nach dem Sinn dieses Beitrags. Wahrscheinlich wollte ich beleuchten, welches Leid ich mit Dirty Dancing verpasse. Allerdings mache ich es mal ganz weiblich, einfach, wenn es interessant wird, aufhören und nichts mehr sagen. Das Wichtige, was ich in den letzten Wochen festgestellt habe, ist die Bedeutung, aus dem Kreis der Gewohnheit auszubrechen, Neues zuzulassen und auf andere eingehen. Natürlich wusste die Bedeutung seit dem bewussten Wissen davon bereits einzuordnen, nur die Priorität wurde in etwas erhöht. Die ersten Umsetzungen sind geschehen. Jetzt fließt der Wein wie vor Jahren. Ich erinner mich an die nächsten Wochen in Hagen, wo ich mich jeden Tag mit Wein, ins Besondere Glühwein, gehen lies und eigentlich jeden Tag mit min. 3 Personen telefonierte. Ich muss mir auf jeden Fall wieder mehr Zeit nehmen, Kontakt zu Leuten zu suchen, die ich nicht so häufig sehen kann. Was das angeht, würde ich mich besonders freuen, wenn der kurzfristige Besuch bei Maria [und Julia?] diese Woche wirklich stattfinden kann…

Ich war die letzten 3-4 Wochen viel unterwegs. Seitdem hat sich einiges verändert. Ich habe viele Eindrücke sammeln können und zahlreiche neue Leute kennengelernt. Ich muss mich bei Maria für diese Zeit bedanken. Ohne dich hätte ich wahrscheinlich keinen so großen Anreiz verspürt und die schönste Zeit der letzten Jahre verpasst. Das soll jedoch nicht über dein sehr bedenkliches Verhalten hinweg täuschen.

Die folgende Karte gibt einen schönen Überblick wie sich meine Routen gestalteten und wo ich wie war und hingekommen bin:

  1. Jena
  2. Gießen
  3. Bad Nauheim
  4. Jena
  5. Greiz
  6. Plauen
  7. Jena
  8. Wenigerode
  9. Nordhausen
  10. Jena
  11. München
  12. Jena
  13. Bingen
  14. Bochum
  15. Herne
  16. Jena
  17. Weimar
  18. Nürnberg
  19. Jena
  20. Bad Nauheim
  21. Gießen
  22. Frankfurt
  23. Passau

= rund 5000km

Nachdem der gestrige Abend sehr ausgiebig war und auch die Großstadt Nürnberg über keinen ausgiebigen öffentlich Nah-Nachtverkehr verfügt, liefen wir die 2km zu Pio. Das war ganz nett. Im Nachhinein bin ich der einzige, der sich daran bzw. die geführten Gespräche erinnert, was ich ziemlich witzig finde.
Mein Problem in der Nacht, war nicht, dass ich auf dem Fußboden schlafen musste. Nein, ich kam einfach nicht zur Ruhe und konnte trotz wahnsinniger Müdigkeit nich schlafen.

Nachdem wir “ausgeschlafen” und gemütlich gefrühstückt haben, machten wir uns auf den Weg zur nächsten Veranstaltung. Da wir etwas früh dran waren, hatten wir noch Gelegenheit im Nürnberger Black Bean einen überzuckerten Cappucino als Martin zu trinken. Die Kellnerin war überfordert und mit meinen Wunschzutaten leider nicht ausgestattet. Von daher musste ich meinen Zuckerschock-Drink abschwächen. Als wir eine Weile in der Sonne brutzelten, sahen wir einige japanische Manga-Figuren durch die Innenstadt laufen, was sehr interessant, aber vor allem ungewohnt ausschaute. Dieser Trend aus Fernost, Crossplay, ist eine neue Form sich mit seinen virtuellen Figuren zu identifisieren. Bilder dazu werde ich an dieser Stelle online stellen.
Wenig später kamen 2 Couch Surfer vorbei und gesellten sich in die Runde. Beide redeten mit leicht bayrischen Akzent. Als wir uns darüber unterhielten, wo wir her kommen, fing lustigerweise direkt einer an, mit gewohnt charmanten Thüringisch weiter zu plaudern. Er kommt ursprünglich aus Ilmenau. Dieser Umschwung war eine wahre Freude.
Als Nächstes ging es weiter zum Hauptbahnhof, Treffpunkt für die Stadtrallye. Nach anfänglichen Schwierigkeiten des Verständnisses der Aufgabe, ging es los. Auf zum Sieg. Wir spindeten durch die Stadt und mussten Aufgaben erfüllen. Z.B. fragwürdige fränkische Ausdrücke ins Hochdeutsch übersetzen, herausfinden, wie viele Kinosääle das Imax hat oder wann wie lange welche Gebäude gebaut wurden. Die Motivation war groß und Ilka, ein Gruppenmitglied wollte alles geben. Sie wurde auf Dauer jedoch immer mehr unterdrückt, sodass Zeit blieb mit anderen Leuten gemütlich ein Bier zu trinken oder a lekker Wurtstl zu essen. Danach gaben wir auf. Also holtenwir uns ein Maß und legten uns in einen Schlosspark, was sehr entspannend war.

Wir fuhren zu Pio, um uns nochmal frisch zu machen bevor am Abend die große Party im (ehemaligen) Desinfektionszentrum steigen sollte. Als wir dort ankamen, waren schon die meisten Leute da. Wir waren durch die letzte Nacht und den anstrengenden Tag doch sehr geschlaucht, aber es musste ja irgendwie weiter gehen. Und für einige Gespräche reichte es allemal.
Am Kicker spielte ich mit einem Zwickauer Besucher gegen Tea und einen Portugiesen. Das Spiel war extrem spannend, dauerte wahrscheinlich eine halbe Stunde, da wir uns kaum etwas nahmen. Dann jedoch legte meine Spielgefährtin den Ball zum 10:9 geschickt ins Netz. Danach gab es noch ein interessantes Gespräch mit Sandra aus Stuttgart, die genauso ausschaute wie die letzte Woche kennengelernte Konstanze aus dem Harz. Wäre witziger, wenn sie es gewesen wäre. Ein Gespräch, mit einem Ingenieur aus Thüringen verlief schnell, da er früh weg musste. So konnte ich meine Aufmerksamkeit wieder der Suomi widmen. Es folgten einige intensive Tanzminuten und Gespräche im Garten. Es war mittlerweile 3 Uhr, die ersten Gäste traten den Heimweg an. Auf der anderen Seite kamen die letzten mit dem Taxi vorgefahren.
Irgendwann viel zu früh starteten wir den Heimweg. Es standen 10km Heimmarsch vor uns. Daher rannte ich auch einem Taxi hinterher, welches gerade an einer Ampel stand. Leider fuhr es 5m vor meiner Ankunft doch ab. Das war sehr traurig. Aber zeigte, ich konnte meine Extremente noch hervorragend koordinieren. An der nächstgelegenen Bahnhaltestelle fuhr dann auch schon wieder die erste Verbindung zum Hauptbahnhof. Das gab uns die Möglichkeit, noch kurz bei McDonalds einzukehren. Sehr erstauntlich war, wie viel da los war. Was für Leute, war das nächste Extrem. Nach dem morgendlichen Dinner, war der letzte Weg nur Formsache.
Vorteil heute Nacht: Die Probleme von gestern scheinen überwunden und mein Schlaf funktionierte. Wenn auch nicht lang…

Es ist Freitagnachmittag. Geplant ist die Fahrt nach Nürnberg, auf gehts zum Treffen der Francoian Group der CS. Nach einem Telefonat mit Tina, die vorhatte, genau das zu besuchen, fuhr ich spontan mit. Bei meiner aktuellen psychischen Situation tut jede Ablenkung und Neuerung gut. Ich wusste weder, wo ich während der Tage nächtige, noch was überhaupt passiert. Die Spannung war entsprechend groß.
In Jena traf ich mich mit Tina im schönen Jenertal. Wir wollten über Jena-West nach Hermdorf fahren, um von dort aus mit einer Mitfahrgelegenheit nach Nürnberg zu fahren. Der Plan stand. Aufgrund einer recht intensiver Unterhaltung, zu langem Essen und Trinken, gereit der Plan schnell in Gefahr. Zu beachten ist dabei, dass uns 3 Stunden zur Verfügung standen. Da ich noch eine Regenjacke von zu Hause holen wollte, fuhren wir nochmal schnell ins Hotel. Danach wollten wir zur Neuen Schenke, um den  nächsten Zug in Richtung Zwickau zu nehmen. Das war aufgrund entstandener Zeitverzögerung nötig. Auf dem Weg zum Bahn-Haltestand in Jena-Süd stellten wir schnell fest, dass wir auch diesen Zug nicht schaffen können. Wichtig. Die rasche Planänderung besagte, dass wir nun mit der Straßenbahn nach Göschwitz fahren und dort den direkten Nachfolgezug zu nehmen.  Ein Hoch auf die gute Bahn-Infrastruktur in Jena. In diesen Zug konnten wir dann auch tatsächlich einsteigen. Wie sich vermuten lässt, war die Stimmung zu diesem Zeitpunkt schon recht gut. Durch unsere verzögerte Abfahrzeit in Jena waren wir pünktlich in Hermsdorf. Der Zeitpuffer war dahin, aber im Nachhinein auch gar nicht nötig. Der Dr. Biologe aus Nürnberg kam wie besprochen und los ging die Fahrt. Der nette Herr im mittleren Alter war ein echt guter Gesprächspartner. Er stammt aus Mainz und erzählte wie sich sein We über Nürnberg nun nach Mitteldeutschland (eine Nachbarstadt Jenas) verschlug. Entgegen des Trends fährt er aus dem “Westen” jede Woche ins Grüne Herz Deutschlands. Ihm gefällt genau das an der Gegen wie mir, die traumhaften fazettenreiche Landschaft und die bunten aufgeschlossenen Mensche. Er fühlt sich zwar ins Jena durch die zahlreichen Studenten immer wie Kindergarten, aber mag die Stadt extrem gern, sodass seine in Nürnberg wohnende Familie regelmäßig ins Saaletal kommt. Die Zeit verging schnell und nach nichtmals 2h waren wir plötzlich in Nürnberg.

In Mögelsdorf angekommen, war unser erster positiver Eindruck: In Nürnberg gibt es noch kostenfreie öffentliche Toiletten. Danach aßen wir erstmal etwas. Freundliche Jugendliche waren uns behilflich, das richtige Ticket zu besorgen. Nach der Nachfrage in einer einfahrenden Straßenbahn, bestätigte uns der Fahrzeugführer die Auskunft und sagte: “Wenn ihr euch fix das Ticket am Automaten holt, warte ich solange”. Toll, oder? Wir lösten also das Ticket, drehten uns in Richtung Straßenbahn und 1m vor der Tür, fuhr die Bahn ab. Naja, dann vielleicht doch nicht so toll. Wir hatten also wieder etwas Zeit und tranken den schlechtesten Kaffee der Welt. Zumindest war die Bedienung sehr freundlichen und erzählte offen über ihren Arbeitgeber.
Ziemlich entspannt nahmen wir irgendwann eine Bahn zum Hauptbahnhof. Dort angekommen, standen wir auf dem Bahnhofsvorplatz ziemlich unwissend, wie es weitergehen soll. Wenn man die Beschreibung zum Treffpunkt unseres Hosts (Gastgeber) vergisst, ist es ohne jeglichen Anhaltspunkt schwierig. Tinas Mum gab uns dann übers Telefon eine kurze Wegbeschreibung. Die Nünberger Bürger halfen uns beim Finden der Straße. Dumm nur, dass die Beschreibung falsch war und wir in die entgegengesetzte Richtung liefen. Also, schnell das Notebook hochgefahren und dank UMTS nochmal fix die Wegbeschreibung nachgeschlagen. Die war simpel und eigentlich konnte nichts mehr schiefgehen.  Auf der Straße vor dem Ziel sollten wir laut Google Maps rechts abbiegen. Wir konzentrierten usn auf die Seite, waren jedoch nach einer ganzen Weile statt am Zielort am Ende der Straße. Gut, das Imperium Google funktioniert nicht immer einwandfrei. Wir vertrauten also wieder auf Passanten und uns einen Marathon prognosizierten. Blöd, aber wohl nötig. Nach einem kurzem Telefonat mit unserem Host Pio waren wir sicher und der Rest des Weges Formsache. Denkt man gar nicht, aber das zeigte bereits in diesem Moment, dass Wochenende soll etwas Besonderes werden.
Der erste Eindruck unseres Gastgebers war sehr positiv. Die offene Art und interessante Persönlichkeit gefiel mir auf Anhieb. Ich konnte mich direkt sehr wohl bei ihm fühlen und war für den restlichen Zeitraum sehr optimistisch. Und seine Wohnung ist toll, mit herrlichen grün-bepflanzten Balkon, der gut über das (türkische) Arbeiter-Viertel am Rande der großen Siemens-Werke hinweg täuscht.
Nach den ersten Kennenlern-Minuten ging es recht schnell los, auf zum BBQ, dem offiziellen Beginn des Meetings. Straßenbahn – U-Bahn – Zack, war man da, natürlich waren kleinere Nachfrage nötig, aber das ist ja fast normal. Im Kulturzentrum angekommen, wurden herzlich empfangen. Die Menschen waren offen, haben sich vorgestellt und erste Gespräche wurden geführt. Die Leute sind interessiert und interessant zugleich, das machte es sehr angenehm. An die englische Sprache musste ich mich erstmal gewöhnen. Und schnell zeichnete sich eine intensive Unterhaltung mit einer Person ab…

Auf den Weg ins Ruhrgebiet, das übliche Problem. Natürlich stand ich kurz vor Hagen im Stau. Nichts ging mehr. Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei versuchten sich durch die Autokolonne zu quälen. Etwa 10 Meter vor mir war Schluss. Die 10km Stau hinter mir waren noch zu passieren, aber dann…Eine wichtige Feststellung ist aus, dass die verschiedenen Einheiten zuu wenig kommunizieren, sonst hätten nachfolgende Einheiten den Versuch gar nicht erst waagen brauchen. Das ist durchaus ausbaufähig. Ich stand 2h im Stau und hatte dementsprechend Zeit etwas Sinnvolles zu tun. Ein Hoch auf die Erfindung von Notebooks und UMTS. Dank meiner wiedergekehrten Sucht wurde es auch nicht langweilig.
Über Umwege fuhr ich dann über Landstraßen zur A43. Ein Navigationsgerät ist schon etwas Tolles. Der Rest des Weges war nur Formsache. In Bochum angekommen, klingelte das Handy auch direkt. Etwas verwundert, vorher die Leute von meinen spontanen Plänen erfuhren, verabredete ich mich für den Abend direkt. Es hieß nämlich: Eröffnung des Bayern-Zeltes auf der Cranger Kirmes.

Wir fuhren zu Andre, um das übliche Vorgeplänkel mitzunehmen. Dort warteten natürlich ein paar andere Genossen, mit denen sich der Abend gestalten sollte. Wir gingen zu Fuß an den Rhein-Herne-Kanal. Ich sorgte für viel Gelächter als ich eine Bierflasche in einen aufgehängten Mülleimer an einer Bushaltestelle warf. Ich wollte vorbildlich sein. Aber nein, irgendein Spaßvogel hat den Boden abmontiert, sodass die Flasche demzufolge direkt auf die Straße fiel und sich im Bruch erwartungsgemäß gut verteilte. Ein Schauspiel für die Götter.
Auf der Cranger Kirmes angekommen, traf ich natürlich direkt auf Sandra. Hat mich gefreut, dich wieder zu sehen, allerdings musst du meine verhaltene Reaktion verstehen, da wir uns erstmal selbst einfinden mussten. Im Bayern-Zelt war der erste Eindruck, eine impulsante Massenschlägerei und unglaublich viel verspritzten Blut und Platzwunden. “Herzlich willkommen im Ruhrgebiet dachte ich”…Die Security versuchte für Ordnung zu Sorgen, aber im Nachhinein ist das ziemlich zwecklos. Im Vergleich dazu war der restliche Abend nur Formsache, da Kathi & Co. sowieso erst morgen da sein werden. Ein paar Bier flossen natürlich trotzdem…
Auf den Weg zu Tim nahmen wir noch Simon mit, der in 3h wieder arbeiten musste. Naja, der Weg zog sich auch für uns ;)
Nur konnten wir gemütlich ausschlafen.