Archive for Oktober, 2008

Oh ja, Fachkräftemangel, damit hat nicht nur die Wirtschaft zu kämpfen. In den naturwissenschaftlichen Fächern gibt es immer mehr Studenten, die sich allerdings zum Leidwesen der Bildung für die Arbeit in der Wirtschaft entscheiden. Immer mehr Stunden fallen aus, weil es einfach nicht genügend Lehrer gibt. In Bayern gibt es mittlerweile eine 100% Einstellungsquote auf Bewerbungen. So ist natürlich auch die Gefahr groß, die ich besonders schockierend finde, dass gerade in diesen Zeiten auch für den Lehrerberuf ungeeignete Personen plötzlich als Vorbild vor den Schülern stehen. Ich denke an Leute, die mit sich selbst schon große Schwierigkeiten haben und dann nicht noch zum Problem der Schüler werden sollen. Denn die Tätigkeit als Lehrer ist ich als zunehmend schwierig ein.

Auch, wenn man eine Branche nicht allumfassend kennt, darf man den Eindruck des deutschen Fernsehens beschreiben. Dieser ist scheußlich. Endlich hat es mal jemand gesagt, der wahrgenommen wird. Wie RTL und Co. nun darauf herumhakt und alle “Prominenten”, die involviert in das Drama sind, versuchen, die Aussagen von Marcel Reich-Ranicki klein zu reden, ist eine wahre Freude. Statt sich mit den Aussagen ernsthaft zu beschäftigen, wird dagegen geschossen. Die Kritisierten bestätigen die Kritik selbst. Es ist köstlich zuzuschauen, wie die rational angegriffenen Bollwerke des Boulevards verzweifelt zurückschießen.
Ich verfolge mit Spannung die zerbrechlichen zu bemitleidenden Seelen bei ihrer Weiterentwicklung. Ob es zu einer nachhaltigen Verbesserung der Qualität des deutschen Fernsehens kommt, bleibt abzuwarten…

Oh ja, da ist der wieder, der Herbert. Angestoßen von Claudi, der ich vom Text zu “Bochum” erzählen sollte, habe ich mir die grandiose Live-DVD von der Expo 2000 in Hannover angeschaut. Die Folge ist die Beschäftigung mit zahlreichen Epochen meines neuen Lebens. Die DVD begleitet mich treu, nicht mehr die ganze Nacht wie anfangs, aber immer wieder mehr oder weniger präsent. Ich finde es beeindruckend, an wie viele verschiedene Situationen und besonders Menschen mich das Konzert erinnert. Erstaunlich auch, wie viele neue Eindrücke aufgrund der bewegenden Texte hinzu kommen. Ich werde in tiefste Depression gestürzt, aber auf der anderen Seite auch aufgebaut. Das Gute bei dieser Gleichung ist, dass ich persönlich weiter komme. Und das kann ja nie schaden.

Sie leben aber in einer schönen Stadt.

Danke. Das ist doch mal ein netter Gesprächsbeginn. Das hat ein Wuppertaler in der Schwebebahn zu mir gesagt als ich auf den Weg zum FC Carl Zeiss Jena-Spiel gegen den Wuppertal SV war. Nach dem 1:0-Erfolg für die Thüringer trag ich ihn auf der Rückfahrt wieder und fragte: “Ist die Stadt immer noch so schön?”…

Der Tag der deutschen Einheit wird volljährig.
Gestern Abend wurde ich etwas enttäuscht. Grund dafür war die folgende Einladung:

Dies ist Anlass genug, dass die Jungen Liberalen auf die Straße gehen, um für die Abschaffung des Solizuschlages zu werben.

Wir sind nun aus den Kinderschuhen und jetzt muss sich etwas ändern. NRW und NRWs Bürger zahlen jährlich Millionen Euro an Zuschüssen für den Aufbau Ost, während in unserem eigenen Bundesland Investitionen von Nöten sind.

Wer Lust hat, gegen den Soli zu werben, ist herzlich eingeladen.

Ich bin für einen anderen Blickwinkel. Statt sich darüber zu ärgern, sollte lieber auf die Erfolgsgeschichten der letzten 18 Jahre geschaut werden. Es hat sich viel bewegt und der Osten hat in verschiedenen Gegenden Anschluss gefunden bzw. die Möglichkeiten des einst gloreischen Westens überholt. Der Soli-Zuschlag hatte und hat durchaus sein Berechtigung. Macht es allerdings nicht mehr Sinn, die eingespielten Gelder mehr in den Länderfinzanzausgleich zu stecken und diesen nach bundesweiten Problemkindern auszurichten?

Aber genau solche Diskussionen gehören nicht an unseren Nationalfeiertag. Diesen sollten wir lieber genießen und stolz auf unser Land schauen. Da bleibt dann auch später noch Zeit für Fußball ;)

Die Überschrifft stammt übrigens von unserem Bundespräsident Köhler vom diesjährigen Festakt zur deutschen Einheit.Â