Es wird ernst. Die Vorabnahme der Wohnung im idyllischen Hagen ist erfolgt. Völlig begeistert von meinen Kosmetika und Einrichtungsgeschmack, wurde der anstehende Umzug mit dem Vermieter besprochen. Kurz und schmerzlos. Was mir die Ernsthaftigkeit dieses Vorhabens unterschreicht? Die Werbung für eine Wohnung am Fenster. Ab sofort wohne ich in einer „freien“ Wohnung. Was das genau bedeutet, muss ich mir noch versuchen, zu erschließen. Die Gedanken sind in diesen Räumen schon immer frei. Nun können alle Interessierten Kontakt zu meiner Wohnung aufnehmen.
Für mich heißt das, mir langsam Feuer unter dem Hintern zu machen. Denn irgendwie fehlt etwas. Und das ist nicht weniger als eine neue Wohnung. Die Ansprüche im fernen Thüringen sind ziemlich abgefahren, nicht nur was die grundsätzlichen Preise für Wohnraum angeht. Manchmal denke ich, die Mauer steht noch. Jedenfalls scheint es eine semipermeable Membran, welche nur nach außen (gen Westen) durchlässig ist, zu sein. Wenn das passiert, was die Politik seit fast 20 Jahren fordert, nämlich, dass es eine Einwanderung gibt, wird sie unnötig erschwert. Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und fordere für jeden Rück-/Einwanderer Ostdeutschlands eine einmalige Prämie.
In Bezug auf die Bundesrepublik gibt es das schon, warum nicht auch innerhalb Deutschland besondere Anreize für Regionen schaffen? Gerade, weil eine Denkfabrik Thüringen oder Stadt der Wissenschaft wie Jena sich über jede zugewanderte Fachkraft freuen sollte. Wissen und wachsen. Wachsen sollte auch ein Einwohnerwachstum mit sich ziehen, welcher natürlich auch mehr Wohnraum benötigt. Die Aufgaben scheinen klar, jetzt muss etwas daraus gemacht werden.

Um es aus Tradition mit einem populistischen Counter darzustellen:
68 Tage bis weg.