Heute Abend hab ich aus historischen Gründen „Coyote Ugly“ geschaut. Im Vergleich zum ersten Mal vor fast 10 Jahren hat sich viel verändert. Ich habe den Film damals über das integrierte DVD-Laufwerk meines Notebooks auf dem Fernseher meiner Oma geschaut. Das Notebook habe ich kurze Zeit zuvor von meinen Eltern geschenkt bekommen. Mittlerweile habe ich einen eigenen Fernseher und sogar die Wohnung für dessen Raum. Den Film würde ich inhaltlich wahrscheinlich ganz anders bewerten, jedoch regt er mich zum Nachdenken an. Ich muss mir den Soundtrack nochmal über die zweitgrößte Fehlinvestition meines Lebens anhören, den MD-Player von Sony. Die Technik hat sich nicht durchsetzen können wie jeder Leser direkt bemerkt. Heutzutage kommt nach dem M statt einem D die Zeichenfolge P3. Die in der Zeit gesammelten Lieder jedoch stimmulieren schwach gewordene Synapsen. Sie lassen mich nicht nur zu der mittlerweile überholten Musik wippen, sondern die Melodien graben auch schöne Gedanken aus. Ich hörte die Musik immer vor dem Schlaf, meist länger als eine Stunde. Das Licht wurde gedämmt und ich lief und tanzte durch mein Zimmer. Am nächsten Tag wurde ich oft von Herrn Papa gefragt, warum ich denn nachts umbaue. Die Musik beruhigte mich ungemein, motivierte mich sogar. Warum sonst lernt man in seiner freien Schulzeit autark Programmiersprachen? Ich glaube, als ich noch so konzentriert meine Lieblingslieder konsumiert habe, war ich auch sehr kreativ. Das merkte ich nichtzuletzt diese Woche, wo mir der Umgang mit dem damals geübten Corel Draw schier unmöglich war.
Die Musik begleitete mich auch lange Zeit in meinem neuen Leben in Jena. Ich erinnere mich noch zu gut wie ich die ersten Tage in meiner ersten Wohnung im hübschen Plattenbau aus dem Fenster schaute. Es regnete. Ich habe kurze Zeit mit Beate und Sandra telefoniert, war sehr zufrieden – glücklich. Es ist ja nicht so, dass ich unglücklich sei, aber die beiden Menschen sind aus meinem Leben weitestgehend verschwunden. Das ist schade. Andere Menschen sind dazu gekommen, bereichern mich sehr. Auch wenn ich deren Kritik an meiner politischen Einstellung manchmal übertrieben finde. Ein Schmunzeln an dieser Stelle ist erlaubt. Auf jeden Fall hat der an dieser Stelle Schmunzelnde mich anregt, wieder mehr Zeit in meine Überlegungen zu stecken. Das finde ich auch sinnvoll. Denn immerhin gibt es heutzutage auch Nobelpreise vor herausragenden Taten. Eine davon würde ich als gestrige Entscheidung einstufen. Man stelle sich ein Licht am Ende des Tunnels vor. Der Tunnel ist aus Glas und die Sterne sind unbeeinflusst von jeglichen Lichtquellen zu sehen. Vor dem Licht bewegt es sich. Ist das nächste Ziel die nächstgelegende Lichtquelle oder wird der Genuss des Naturschauspiels genossen. Ich habe mich gegen das naheliegende „GängBängGängeräng“ von Frau Maria entschieden. Eine sehr gute Entscheidung. Meine Überlegungen über Gefühle diese Woche würden zwar dagegen sprechen, aber es war eine kluge Überlegung – so darf ich das rechtfertigen. Auch wenn ich gern die Überraschung gesehen hätte, dass stelle ich mir gerade als einen wahrlichen Traum vor. Aber Träume können verwirklicht werden. Das kann sich jeder regelmäßig beweisen. Mit etwas Mut und viel Energie gehen Träume in Erfüllung. Wenn auch nur über Umwege.
Wenn ich diesen Beitrag in Zukunft lese, werde ich mich für meine Ungenauigkeit und das offene Ende hassen, aber der Herr darf versuchen, meine konfusen Gedanken von jetzt zu empfinden. Vielleicht unterstützen die Worte dabei…