Es ist Sonntagnachmittag, die Reise beginnt. Ich will mit der Bahn 400km zurücklegen. Im RegionalExpress versteht sich von selbst.
Start der Reise ist der Hagener Hauptbahnhof. Claudi und ich haben ausreichend Puffer zur rechtzeitigen Ankunft einkalkuliert, sodass noch Zeit für ein Fastfood-Eis bleiben sollte. Dummerweise hat McDonalds bei diesen anhaltenden hohen Temperaturen nicht mit erhöhten Konsum gerechnet. Das Eis war alle, die Maschine wird gerade gereinigt oder Ähnliches hörte ich bei verschiedenen Anläufen. Nun ja, aus dem Eis wurde nichts. Stattdessen konnten wir einige Hagener Bürger bei ihren letzten Schlücken des nächtlichen Biers beobachten. Weil mir die Gesellschaft so überhaupt liegt, musste es zur Konfronatation kommen. Sie saßen im Zug direkt hinter mir. Sie verschütteten Getränken, aßen stinkende Wurst und übergaben sich vor der Toilette, weil der Weg noch einen Schritt zu weit war.
Naja, die Hälfte der Strecke liegt hinter mir. Von meinen neuen Bekannten habe ich mich gern verabschiedet. Nun sitze ich in einem überfüllten Zug, der min. schon 40 Jahre unterwegs ist und könnte jeden Moment brechen, weil Zivilisation und Hygiene noch nicht bei jedem angekommen sind. Eine gereinigte Haut und eine Brise Parfum sollte Voraussetzung werden, um ich einem Zug die Transportrechte zu genießen. Insbesondere bei über 25 Grad Lufttemperatur.

Ich lehn mich zurück und genieße die herrliche Landschaft Deutschlands. Die letzte Etappe hatte es nochmal richtig in sich. Das Niveau wurde aufgrund von mitreisenden Fußballfans nochmal spürbar gesenkt. Kurzhaarige Menschen mit komatösen Alkoholspiegel beleidigten Kinder, pöbelten freundliche Menschen an und behinderten den Bahnverkehr, sodass es zu einer Verspätung von etwa 25 Minuten kam.
Nachdem die belastenden Personen von der Polizei entsorgt wurden, konnte die Fahrt mit gewohnter Überfüllung in Richtung des Paradieses ganz entspannt fortgesetzt werden…