Ich mag das Mittelrheintal. Ein Besuch dieser traumhaften Gegend an diesem Wochenende hat die Faszinierung erneut entfacht. Angeregt als Geschenk für einen mir wichtigen Menschen ging die Reise am Wochenende zum zauberhaften UNESCO Weltkulturerbe am oberen Mittelrheintal.

Es war großes Glück. Den ersten Tag nach dem Hochwasser der letzten Tage fahren wieder Passagierschiffe auf dem Rhein.
Der Start war in Koblenz. Vor dem Boarding versammelten sich erschreckend viele Menschen, die dasselbe Ziel hatten: Einen Abstecher in den Süden. Die Reise ging los. Das Schiff nahm die Fahrt stromaufwärts auf und erkämpfte sich gegen die Natur eine Seemeile nach der anderen. Der Höhepunkt war Stau vor der Rheinschleife. Nichts ging mehr, weil zu viele Schiffe auf dem Weg waren. Erstaunlich, dass es soetwas auch auf dem Wasser gibt. Die Sonne brannte und die Temperaturen waren eigentlich bei anhaltender Fahrt erträglich. Der Knoten platzte jedoch relativ schnell. Am Ziel in Boppard konnte das Elend des Hochwassers noch spürbar vernommen wurden. Die Bewohner der ersten Reihe kämpften gegen die Wassermassen im Keller. An allen Ecken oder Schaufenstervitrinen wurde das Wasser wieder in den Rhein befördert. Das Städtchen ist nett und für die Größe der Stadt erstaunlich international. Sogar kleine Bäckereien oder Fleischer haben Beschreibungstexte in mehreren Sprachen.
Später war der Rückweg fällig. Ohne Stau und mit Schwung durch den Strom dauerte diese auch nur etwa ein Drittel der Zeit wie die Hinfahrt. Es es ein angenehmes Flair in der alten Römerstadt. Mit ihren nur 105.000 Einwohnern bietet Koblenz sehr viel mehr als viele vermuten.

Am Sonntag startete der Tag sehr gemütlich mit einem Frühstück. Im Gegensatz zu anderen Hotels wurde nochmals nachgefragt, ob nicht noch Proviant für unterwegs nötig sei.
Durch die komfortable Seilbahn konnte auch die Festung Ehrenbreitstein erreicht werden. Sie lässt einen tollen Blick auf das UNESCO Weltkulturerbe zu, von daher sollte bitte beides erhalten bleiben. Nach einem Spaziergang um die Ausläufer der Bundesgartenschau ging es wieder ins Tal.

Die Heimfahrt mit dem IC nach Mainz in der ersten Etappe sorgte nochmal für einen sehr eindrucksvollen Abschied. Durch die attraktive Bahnstrecke entlang der Schluchten am Rhein konnte ich auch noch der Loreley noch zuwinken…