Am 06. November 2003 hielt ich meine erste Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT in der Hand. Die behandelten Themen waren unter Anderem die Vereinfachung des Steuersystems oder tückische Wählprogramme, die horrende Gebühren zur Folge haben. Das Steuersystem  bedarf nach wie vor einer gewissen Vereinfachung. Das Ziel einer Steuererklärung auf einem Bierdeckel scheint jedoch immer noch unerreichbar. Der Versuch der Holländer die 1- und 2-Cent-Stücke abzuschaffen, weil sie die Supermarktkassen verstopfen, ist kläglich gescheitert. Was wir mittlerweile überstanden haben, sind Gebühren für Einwählen von Modems ins Internet über überteuerte 0190-Nummern. Die 0190-Nummern sind genauso vom Markt verschwunden wie analoge Modems mit den sagenhaften Einwählgeräuschen. Wir leben in einer Welt von Flatrates und Highspeed-Internet. Der Nachfolger der Analog- und ISDN-Technik namens DSL wird teilweise bereits von dessen Nachfolger-Technik verdrängt. Es ist durchaus interessant, in den alten Blättern zu stöbern.

Inzwischen sind zehn Jahre vergangen. Auch wenn sich die Welt stark verändert hat, bin ich der Zeitung treu geblieben. Sie hat mich durch verschiedenste Facetten begleitet – in guten oder weniger guten Abschnitten. Als festes Element in meinem Leben freue ich mich nach wie vor, DIE ZEIT wöchentlich aus meinem Briefkasten zu entnehmen. Es kann eben nur eine Lieblingszeitung geben und ich scheine sie bereits vor langer Zeit gefunden zu haben. Das ich eine besondere Verbindung zu dieser Zeitung haben, fällt jedem Besucher meiner Wohnung auf. Ausgaben der Zeitung verteilen sich an verschiedenen Ecken. Sie ist immer präsent. Denn noch immer kann ich keine Zeitung entsorgen, bevor ich sie nicht zum Großteil konsumiert habe. Von meinem ursprünglichem Ziel, von jeder Ausgabe jeden Artikel zu lesen, habe ich mich jedoch verabschiedet.

Ich freue mich auf die nächsten gemeinsamen zehn Jahre.