Es ist durchaus aufschlussreich im Ausland zu studieren. Es werden nicht nur ein fachlicher Erfahrungsgewinn und Wissenszuwachs vermittelt, sondern auch regelmäßige außenstehende Eindrücke über die eigene Nation. Während einer sehr interessanten Unterhaltung über ständiges Wachstum von Unternehmen, Rendite- und Effizienzsteigerung wurden Mitarbeiter für deutsche  Unternehmen stark bedauert. Konkret hat der hiesige Professor Mayr die Mitarbeiter als arme Frösche bezeichnet. Die Frösche würden in einen Topf mit Wasser gesetzt. Seit Jahren wird der Druck stetig erhöht,  die Effizienz der Mitarbeiter – die Ergebnisse der Arbeit müssen steigen. Besser, höher,  schneller, weiter. Sinnbildlich wurden die nüchternen Worte mit dem langsamen erhöhen der Wassertemperatur beschrieben. Die Frösche merken dies anfangs gar nicht, später bleiben sie drin, danach platzen sie. Die armen Frösche bekommen die langwirkende Qual gar nicht mit. Sie haben nur mit den Konsequenzen zu kämpfen: Schlafstörungen, Konzentrationsverlust, Burn-Out. Beim einsetzen der Frösche in die aktuell vorherrschende Wassertemperatur würden sie direkt wieder rausspringen – leider wurden sie über die Zeit weichgekocht.
Lasst doch die Frosche leben, denke ich. Laut dem Professor wird der Wachstumsmotor Europas – auch Deutschland genannt – weiter in Fahrt bleiben. Aber irgendwann kommt auch ein Motor an seine Grenzen, die Menschen oder auch die arme  Frösche.