September 2006


Martin hat das Gefühl nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Nach der zeitlich eng bemessenen Klausurphase, begann nach 3 Tagen Pause der neue Stress. Bereits nach einer Woche habe ich so viel zu tun wie zu Realschulzeiten in einem Halbjahr. Dadurch fühlt sich das Gesamtobjekt meines Ichs ziemlich erschöpft. Dieses Wochenende ist eigentlich nötig, um abzuschalten. Aber irgendwie kann ich das nicht und stelle mir zusätzlich selbst nebenbei noch persönliche Ziele, die es zu bewältigen gilt.  Aber ich habe ja gern etwas zu tun, deswegen werde ich mich mit der Weiterentwicklung eines Studentenplaner kümmern.

Was mich sehr aufheitert: Bereits in der zweiten Woche in Folge habe ich im Lotto gewonnen. Letzten Samstag waren es satte 5 Cent und heute steigerte sich die Gewinnausschüttung auf 1,02 Euro. Wenn dieses Wachstum weiter anhält, bin ich in etwa 50 Jahren Millionär.

Dieses Semester scheint unendlich zu werden. 24 Stunden pro Tag reichen nicht aus, um ausreichend vorbereitet zu sein. Es sind zahlreiche Vorträge und Hausarbeiten an denen ich arbeiten muss. Angefangen mit dem Marketing-Thema “Verkaufen Sie Ihr Auto!” soll ich schon bald meinen Kommolitonen das silberne Gefährt andrehen. Mit dem BWL-Seminar “Kaizen” und Integrierten Informationssystemen mit SAP ist unheimlich viel Aufwand verbunden. Eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, die tausend Bücher zu allen Vorlesungen/Übungen zu lesen. Ich möchte mal von hinten anfangen. Das SAP R/3-Buch darf mich als erstes in seinen Bann ziehen. Ich hoffe, dass ich nicht immer wie heute Nachmittag beim Schmökern einschlafe.

Mal sehen, was das Wochenende so bereit hält. Sicher viele interessante Beitrage zu Wirtschaft & Technik. Der Spruch scheint zu stimmen: Ich bin die Fachhochschule…

Die letzten Tage waren für mich sehr aufregend. Das neue Semester hat begonnen und außerden ist vieles passiert. Besonders positiv zu erwähnen sei hier wohl der gestrige Kinobesuch im UCI Bochum. Gloria, Lars und ich haben zusammen Crank geschaut. Eigentlich kann man den Film auch ohne Bedenken Krank nennen. Etwas anders als gewöhnlich Action-Thriller sollte der Film. Beschreiben kann man ihn nur schwer, deshalb sollte man sich seine eigene Meinung bilden. Die gewöhnlich heulenden Kinobesitzer wird dies bei den immer stärker stinkenden Kunden sehr freuen. Das die Runde lustig war, sei hier als gegeben hingenommen. Manche Kellnerinnen haben die Stimmung nicht verkraftet. Aber das dies ein Grund ist, noch weiter zu stacheln, war eigentlich selbstverständlich. Wahrscheinlich hat sie es am Ende auch als ganz witzig empfunden.

Ach ja, die Technik. Warum beginnen nach über 20 Jahren alle am Transrapid zu zweifeln und die Sicherheit zu kritisieren. Es war sicher kein Systemfehler, wenn ein Mitarbeiter einfach zu unaufmerksam gearbeitet hat. Wie viele Flugzeuge sind seit deren Erfindung abgestürzt? Trotzdem ist der Luftraum voller denn je und wird in Zukunft dennoch weiter ausgebaut. Ein deutsches Vorzeigeprojekt sollte nicht schlechtgeredet werden, weil es einen Zwischenfall gab. Ganz im Gegenteil, jetzt sollte man gerade über den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke in Deutschland nachdenken und die Zuverlässigkeit wieder bekräftigen.
Außerdem passiert: Heute habe ich mit Lars DSL bestellt. Es war nicht sio einfach, wie ich das von bisherigen Bestellungen kannte. Das richtige Angebot zu finden, war hier noch das Einfachste. Da Lars durch seine Schwester zum Zweifeln an der funktionierenden Technik gebracht wurde, schaute ich mir die Situation nochmal vor ort an. Die Abrundung des Abends fand dann im Pavillion, einer gemütlichen Bar, statt.
Nun bin ich hier, drucke noch schnell wichtige Unterlagen für den morgigen kurzen FH-Tag aus und begebe mich zum Schmökern schnellstmöglich ins Bett.

Das find’ ich gut.

Hissen Sie am 3. Oktober Schwarz-Rot-Gold?

Eine Woche bis zum “Tag der deutschen Einheit”. Was ist geblieben von der Fahnenflut. Noch vor Kurzem hingen an den Häuserwanden der meisten Gebäude deutsche Nationalflaggen. Sind wir nun patriotistisch genug, um das an unserem eigentlich Nationalfeiertag zu tun? Haben wir an Nationalstolz gewonnen? War die euphorische Verbundenheit zum eigenen Land zur Fußball-Weltmeisterschaft nur aufgesetzt?
Flaggen sind Symbole der Hoffnung, viele verbinden nach meiner Meinung allerdings keine Erwartungen mit diesem Tag. Außer vielleicht, dass man frei hat.
Ich werde Flagge zeigen! Und das so, dass jeder merkt, dass ich stolz auf dieses Land bin.

In der Türkei ist das Tragen von Kopftüchern in öffentlichen Gebäuden verboten. Irgendwie sehr interessant, dass sie in einem dem Glauben gegenüber eher fremden Land mehr Rechte haben. Solche Dinge schockieren mich sehr, auch wenn ich kein Rassist bin. “Eine Frau darf keine Schule leiten, wenn sie privat Kopftuch trägt” schreibt Die Zeit. In Deutschland würde man wegen Diskriminierung klagen – und gewinnen. An dieser Stelle sollte sich die Politik fragen, wie weit man gehen darf.
Ich bin dafür, dass jeder bei Einbürgerung sein Kopftuch abgeben muss, aber als Entgegenkommen dafür einen Duden bekommt…

Gestern Abend im WDR Fernsehen. Ein qualitativ hochwertiger deutscher Fernsehfilm. Einer unterdurchschnittlich intelligenten Frau und liebevollen Mutter wird ihr Kind vom Jugendamt weggenommen. Das verkraftet die symphatische Mama nur schwer. Ihr kleiner Sohn fühlt sich in der zugewiesenen Pflegefamilie mehr und mehr unwohl. Die junge Frau konnte ihrem Kind mehr geben als Geld oder weitere Förderung ihres intelligenteren Kindes. Es war das Wichtigste dieser Welt: Liebe.
Eine rührende Geschichte, die man sich anschauen sollte. Erschwerend kommt noch dazu, dass der Film in Thüringen spielte. In der Landeshauptstadt Erfurt, um es genau zu nehmen. Es war sehr schön anzuschauen, wo ich im letzten Jahr noch täglich war.

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