Der Mittwoch stand unter guten Sternen. Am Morgen war ich noch beschäftigt, meine Wohnung vor der Abreise in Ordnung zu bringen und letzte Kleinigkeiten für die Weihnachtstage zu besorgen und nach einem kurzen Auftritt in der Fachhochschule, machte ich mich auf den Weg in Richtung Thüringen. Die Fahrt verlief trotz hohen LKW-Verkehrsaufkommen eher ruhig. Zwar konnte man maximal 100m beschleunigen, bevor das nächste Elefantenrennen startete, aber man gewöhnt sich an alles. Und schließlich hatte ich Zeit und konnte es ruhig angehen lassen.
Als ich gegen 14 Uhr in Jena ankam, besuchte ich einige Einkaufszentren: Lobe-Center, Burgau-Park, Goethe-Galerie und Schillerpassage. Dann war es auch schon Zeit für den Weihnachtsmarkt. Am Hahnfried war ich mit Claudi verabredet. Zwar war sie unpünktlich, aber zur Weihnachtszeit sehe ich das nicht so verbissen.
Wir gingen ins Boheme und plauderten ein wenig. Ich hatte das Gefühl, die großen Cappucini werden immer kleiner. Aber gut, das soll heute auch nicht zum Problem werden. als lockerer Mensch nehme ich das einfach mal hin, denn Martin weiß: Aufregen bringt nur wenig. Später brachte ich die Kleine zur Stoy-Schule und spazierte noch ein bisschen durch die Jenenser Innenstadt. Schön wars, auch die weitere Heimfahrt zu meinen Eltern. Sie wussten natürlich nichts von meinem verfrühten Besuch und waren ziemlich begeistert, mich zu sehen.
Nach einem so anstrengenden Tag wurde ich nicht alt und ging früh etwas für die Augenpflege tun. Denn ich wollte meine Augenränder endlich wegbekommen…
Dezember 2006
Mi 20. Dezember 2006
Di 19. Dezember 2006
Weil ich kontinuierliche Verbesserung mag, das auch gern stets an mir selbst betreibe, durfte ich heute mit großer Vorfreude und erhöhter Aufregung einen Vortrag in der FH darüber halten. Es ging um natürlichen Menschenverstand in der Unternehmensführung und wie man dadurch profitabel werden kann. Durch klare Muster können Mitarbeiter wie auch das Management geschickt zusammenarbeiten.
Im Anschluss fand noch der alljährliche Glühwein-Abend statt, den man sich natürlich nicht entgehen lassen kann. Dies ist immerhin neben dem Campus-Rock für die Erstsemester die einzige FH-weite soziale Veranstaltung – bedauernswert. Ich schaute die Feuerzangenbowle, der langweilige Standardfilm für Uni-/FH-Weihnachtsveranstaltungen, und plauderte mit Lars & Co. ein wenig.
Endlich konnte ich durchatmen und hatte das Programm von 2006 hinter mir. Jedenfalls werde ich nichts mehr auf mich einwirken lassen!
Mo 11. Dezember 2006
Heute bin ich entgültig in der Fast-Food-Generation angekommen. Die Massenabfertigung hat mich gefangen. Hoffentlich komme ich irgendwann wieder raus.
Ich war zum ersten Mal in einem “Kentucky Fried Chicken”-Lokal. Nachdem ich schon häufig daran vorbei gefahren bin, habe ich mich heute mich Lars auch einmal rein getraut. Es war ungewohnt. So kennt Martin keine Masseware. Man bestellt einen Eimer mit Geflügel, dazu ein Glas Salat. Mit Messer und Gabel geht es dann an das Verspeisen. Immerhin gibt es das Getränk, hier Pepsi, noch im gewohnten Becher, bei Bedarf natürlich mit Strohhalm. An dieser Stelle wird nicht gespart. Das geschieht auf Toilette, denn scheinbar bezahlt der Geschäftsführer keine Stromrechnungen, sodass etwas Licht fehlt. Ich war noch nie in solcher Dunkelheit pinkeln. Aber dadurch sollen natürlich die positiven Eindrücke des Essens nicht getrübt werden.
Schön wars. Ich wüsste noch keinen Zeitpunkt, wann ich mal wieder Lust auf KFC habe, aber irgendwann wird er mich einholen…
So 10. Dezember 2006
Du musst mit Liebe in dir leben.
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage: PhilosophischKeine Kommentare
Die Zufriedenheit mit sich selbst entscheidet über das Auftreten. Entscheidet über Gedanken. Entscheidet über Liebe.
Wie schafft man es, dass man sich selbst mag? In erster Linie ist der Umgang mit seinem Ich wichtig. Mindestens einmal pro Tag sollte jeder in sich hören und sich 5-15 Minuten für sich selbst nehmen. Allein das Zurückblicken auf die positiven Ereignisse eines Tages macht glücklich.
Do 7. Dezember 2006
Was kann gegen Stress getan werden? Ist es Autogenes Training oder sind es Meditationsübungen? Helfen japanische Praktiken oder Massagen aus dem Alltag herauszukommen?
Ich bin da eher für etwas ganz anderes: Sportliche Grenzübungen. Führt man seinen Körper an seine Leistungsgrenze, vergisst man den Stress auf jeden Fall. Die Meisten denken dann, wie sehr der Muskelkater schmerzt oder ähnliches. Jeder hat als Kind nach einem anstrengendem Tag in der Schule in seiner Freizeit getobt. Durch körperliche Erschöpfung kann man viel besser schlafen als aufgrund ständigen Nachdenkens nicht in die Nachtruhe zu finden.
Am Besten wäre natürlich, in gewisser Weise nicht anfällig für Stress zu sein. Stress verbinden viele mit einer Menge Arbeit. Vielleicht sollte man anfangen, sie einfach nach und nach zu erledigen als sich ständig aufzuzeigen, was noch alles getan werden muss.
Die Hochleistungsstressfabriken sind akademische Einrichtugen, die 90-Minuten-Vorlesungen ansetzen, welche ununterbrochene Konzentration voraussetzen. Dabei kann sich unser Gehirn nur 15 Minuten effektiv mit einem Thema auseinandersetzen. Das zeigt mir in gewisser Hinsicht, dass Stress nur zu einem kleinen Teil ein persönliches Problem ist. Die gesellschaftlichen Anforderungen und Erwartungen zwingen uns quasi dazu. Also, einfach mal zurücklegen, auch wenn es nur zu GZSZ ist…
Mi 6. Dezember 2006
Was hast du mir da nur angetan?
Die Texte und melodischen Scherze Rainald Grebes gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Bereits gestern konnte ich wie heute nicht einschlafen, weil mir ständig Pia und Unterschiede im Kopf herumschwirrt.
Meine Güte, nun habe ich Herrn Grebe auch noch zu der Neueröffnung unserer Kunstgalerie eingeladen. Der Kreis schließt sich mit dem ununterbrochenem Dasein seiner Lieder. Er führt mich irgendwie immer zu mir zurück, denn oft bin ich genauso durcheinander. Die Menschheit scheint einfach noch nicht bereit. Jeder, der mit dem Namen Rainald Grebe nichts anfangen kann, sollte sich schnellstmöglich Nachhilfe geben lassen. Das kann bspw. durch wunderschöne Videos auf YouTube geschehen: Alles, was hier zu sehen ist, muss man gucken! Die Gefahr, dass ein intensiver Zuhörer vom Wäschewaschen abgelenkt wird, besteht. Ich möchte nur vorbeugend darauf hinweisen.
Wer steht denn da an der Schlemmertheke?
Mo 4. Dezember 2006
Montag, stellvertretend für ein ganzes Wochenende
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage: HoffnungsvollKeine Kommentare
Donnerstag
Die letzten Tage waren sehr ausgeglichen. Der Beginn meines kurzfristigen Lebens war Donnerstag. Nach der Abgabe der BWL-Hausarbeit ist ein gewaltiger Brocken von meinen Gedanken gefallen. Danach war ich mit Lars noch in der Hagener Innenstadt und in Wuppertal unterwegs. Für den Abend hatten wir einiges vor. Wir plauderten erst ein paar Stunden bei mir und begaben uns später in den Funpark. Bis 4 Uhr rockten wir das Haus. Lars hatte das Pech, am nächsten Tag bereits um 8 Uhr wieder in der FH sein zu müssen. Wir standen beide in alter Frische auf. Lars hockte sich zu Werkstoffwissenschaften, Martin schlief nochmal eine Runde.
Freitag – Sonntag
Den Rest des Wochenendes kann man mit viel sinnreichen Gesprächen zusammenfassen. Wichtige Teile waren hierbei Claudia und Rainald Grebe. Zu beiden Personen folgen sicher in diesem Jahr noch weitere Informationen. Man muss ja die Spannung bewahren. Außerdem hörte ich zahlreiche Hörspiele auf WDR 5. Interessante Sadomaso-Spielchen machten meinen 1. Advent zum richtigen Erlebnis. Andere Nachrichten von Liebeskummer brachten mich zum Nachdenken. Und da fällt mir spontan der Spruch ein: “Der Mensch ist, was er denkt”. Ich denke viel, bin demzufolge viel Mensch, vielleicht sogar ein großer Mensch? Auf jeden Fall, mehr Mensch als viele andere. Und intelligenter als besoffene Türken, die mich von der Tanzfläche treiben wollen.
Montag
Die Nachhilfe bei Josephine stimmte mich heute frohen Mutes. Ich hatte das Gefühl, sie versteht jetzt, was sie macht. Besonders erwähnenswert ist auch, dass ich meine tolle Art Orangen zu schälen vorführen konnte und damit für großes Staunen sorgte. Bei Interesse kann man bei mir Lehrgänge besuchen! Ihre Mum Jacqueline war am Wochenende mit Dirk in Dresden. Andreas? Immer, wenn ich Bilder und begeisterte Informationen über diese Stadt höre, reizt sie mich mehr.
Jetzt sitze ich hier und gucke mal, was passiert…