Februar 2007
Monatsarchiv
Mi 28. Februar 2007
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage:
NachdenkendKeine Kommentare
Manchmal gibt es kein zurück. Die letzten Worte lauten “Leck mich!”. Die Jugendkriminaliät nicht-deutschstämmiger Menschen nimmt zu. Das alles, was man so lebt, ist schon komisch.

Eine wichtige Wirtschafts- und Wissenschaftsmacht Deutschlands ist ausgezeichnet. Sie ist “Ort im Land der Ideen” und beherbergt kürzlich prämierte “Beste wissenschaftsbasierte Gründerzentren” (BioInstrumenteZentrum). Das dies natürlich nur das Vorspiel zur “Stadt der Wissenschaft 2008″, ist für mich klar. Die Stadt, deren kluge Köpfe, die Welt verändert haben, verdient ein gewisses Maß an Respekt. Von Erfindungen wie Glas, dem Ceran-Feld, über Leuchtverkehrsschilder bis hin zum Sperrmechanismus von Tabakautomaten braucht sich dieser Technologiestandort nicht verstecken. Da kann Prof. Pinkwart viel von Düsseldorf erzählen, die internationalen Preise gehen woanders hin.
Auf dem Banner steht, dass ich mich an diesem ausgezeichnetem Ort befinde. Das ist nicht ganz richtig. Denn ich befinde mich gerade nicht da, wo ich hingehöre. Um es mal anzudeuten: Hagen wurde nicht ausgezeichnet. Solange man Integration im Ruhrgebiet so versteht, dass man in einer offentlichen Behörde die Amtssprache deutsch nicht einmal hört, wird das wohl so bleiben. Die Deutschen wandern aus. Was bleibt, sind viele Probleme.
Eines nennt sich 0x80E6F780…
So 25. Februar 2007
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage:
SchockiertKeine Kommentare
Ist doch schrecklich, wenn die Zeitungen dieser Welt ständig Leser verlieren, da diese auf das Internet umsteigen. Und dieses Problem besteht nicht nur in den Provincen Brandenburgs. Die Qualität der Online-Medien hat sich wirklich gut entwickelt, denn zahlreiche Verlage schätzen diesen Markt als enorm wichtig ein. Die unwahrscheinlichen Summen, die für erfolgreiche Websites gezahlt werden, beweisen dies. Woher kommt das Problem? Die alteingesessenen Leser sterben weg und junge kommen nicht nach. Das Sterbedatum der handfesten Zeitungen ist durch die Lebensversicherungen kalkulierbar. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man seine Zeitung online liest, außer vielleicht das man dabei 1,- Euro für spaßige Recherche und stundenlanges Blättern spart. Das Feeling neben dem Kaffee ein schönes Blatt in der Hand zu halten, ist nicht durch einen Monitor, der nebenbei auch noch strahlt, zu ersetzen.
Die Leser des internationalen “The Guardian” sind immerhin 10x mehr online tätig als am Kiosk zur Printausgabe zu greifen. Der nächste Schritt ist, dass eine Zeitung ausschließlich online erscheint. Mit jeder Zeitung stirbt nicht nur Geschichte, sondern auch ein Kulturgut. Investiert in Papier, es lohnt sich.
Sa 24. Februar 2007
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage:
HoffnungsvollKeine Kommentare
Im Thüringer Wald tanzen sie Samba mit den Wildschweinen.
Der symphatische Kommentator des Deutschen Sportfernsehens (DSF) konnte zwar Ernst Abbe nicht richtig aussprechen, aber solche Sprüche hatte er drauf. Ok, angemessen der ersten 10 Minuten des gestrigen Fußballspiels zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und TSV 1860 München waren alle Zuschauer etwas verblüfft. Der neue Siegeswille der thüringer Mannschaft ist erstaunlich zu beobachten. Aber wenn 6 neue Spieler auf dem Feld sind, muss einfach frischer Wind wehen. Und der hat aus den ersten 4 Torschüssen eine prächtige Quote herausgeholt. 3:0, mit einem “Tor des Monats” auch unheimlich schön.
Die Münchner waren nur wenig aktiv. Dazu muss man wissen, dass die Truppe durch einen Grippevirus arg geschwächt. Wenn nicht mal der Trainer mit zum Spiel fahren kann, weil er krank im Bett lag, heiß das schon einiges. Trotzdem sind es drei wichtige Punkte, auch wenn ich nach dem unnötigen 3:1 den Ticker vor Wut abschalten musste.
Nun vertraue ich voll und ganz auf Kaiserlautern, deren Punktegier gegen Unterhaching. Nächste Woche muss der FCC in dem so wichtigen 6-Punkte-Spiel ran und die Füße wieder richtig in die 2. Bundesliga setzen…
Di 20. Februar 2007
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage:
BeeindrucktKeine Kommentare
Tanken ist in regelmäßigen Abständen nötig. Das meine EC-Karte manchmal nicht funktioniert und ich zur nächsten Sparkasse laufen muss, bin ich nun schon fast gewöhnt. Aber heute überkam mich an der Zapfsäule eine besondere Freude. Nicht weil, die Preise besonders günstig waren. Nein, viel besser.
Zur Star-Tankstelle direkt gegenüber der Fachhochschule Südwestfalen habe ich mittlerweile eine ganz intensive Beziehung aufgebaut. Die wird sich allerdings noch weiter verstärken. Als das Benzin in den Tank lief, sprang mir vom Zapfhahn etwas für mich Unglaubliches entgegen: Es war ein großes FC Carl Zeiss Jena-Logo. Wahnsinn. Ich bekam mich kaum mehr ein, da ich es echt beeindruckend finde, wie der neue Hauptsponsor “rameder.” Deutschland mit seinen Werbekampagnen so überschüttet. In Wuppertaler Diskotheken und Bochum sah ich im Toilettenbereich schon die Werbung des thüringnischen Unternehmens. Natürlich auch mit einem süßen Jena-Logo. Bei der Zapfhahn-Werbung stand zwar der FCC im Vordergrund, aber ein entsprechender Hinweis auf den Hauptsponsor und seine Website “kupplung.de” fehlte natürlich nicht. Vor lauter Begeisterung war der Tank schneller voll als ich gehofft habe. Sicher werde ich bald wieder dort tanken müssen bzw. wollen.
So 18. Februar 2007
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage:
BeeindrucktKeine Kommentare
Fußball ist schnelllebig. Zu Beginn stand der FC Carl Zeiss Jena noch im guten Mittelfeld der zweiten Bundesliga. In der Abstiegszone wird es nun Zeit, ranzukrachen und den Klassenerhalt zu schaffen. Das Umfeld dafür ist da und der große Carl wacht mit seinen Blicken. Die starke Heimpräsentation gegen die Rot-Weißen aus Essen machte Hoffnung. In Paderborn wurde jetzt der nächste glückliche und notwendige 1:0 Auswärtssieg gefeiert. Die Zeichen stehen auf Kampf. Genauso unschön sieht die Situation des VfL Bochum in der Königsklasse des deutschen Fußballs aus. Wobei das auch nicht schwierg ist, wenn die Abstiegsplätze eigentlich schon auf Rang 10 beginnen. Die letzten Spiele wirkte die Mannschaft angeschlagen, sodass ich ich den Verein auf der Alm in Bielefeld ordentlich anfeuern wollte.
Der Tag begann gegen 11 Uhr, spät, aber gemütlich. Zum ersten Mal wurde es vor der Fahrt nach Bochum hektisch. Wie immer lief ich zu spät los und musste noch einen Abschlusssprint zur S-Bahn einlegen. Empfangen wurde ich von freundlichen Essener, die zusammen mit Kölner FC-Fans feierten. Bei dem ganzen rot, passte ich als blau(-gelb)-weiß-Gesinnter gut dazu. Ich glaube, wenn die Kölner die 5:0-Pleite erwartet hätten, wären sie den RWE-Fans anders entgegen getreten.
In Bochum haben wir auf die, zu dem Zeitpunkt noch bevorstehenden, Spiele gewettet. Die Jenaer-Quote war prächtig. Für 10 Euro Einsatz hat man 40 kassiert. Scheinbar haben den Sieg nicht viele erwartet.
Bekannte Gesichter aus Mainz machten die Fahrt im Sonderzug nach Ostwestfalen sehr vertraut. Nicht ganz so feucht, umso energischer verlief die Fahrt. Bochum präsentierte sich mit breiter Brust. Das Stadion gefiel mir zwar nicht so sehr, aber die Bratwürste und Pommes schmeckten umso besser. Nach dem prächtigen 3:1 der Bochumer ging es zurück. Nachdem ein Döner meinen Magen füllen sollte, die Zubereitung aber zu lange dauert, mussten wir noch einen 2km-Sprint zum Hauptbahnhof einlegen – fast wie in der Realschule vor ein paar Jahren. Begleitet von der Polizei machte das aber großen Spaß, die extra für uns die Straße frei machten. Im Zug warteten wir dann noch 20 Minuten, bis der Zug endlich verspätet abfuhr. Ich liebe die Bahn!
Es war ein schöner Fußbal-Tag, so könnte das öfters laufen…
Do 15. Februar 2007
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage:
LebendKeine Kommentare
Eine junge schulpflichtige Frau hat gerade die Grundschule hinter sich. Ihr Ziel vor dem Schulabschluss - wahrscheinlich Hauptschulabschluss: Ficken, bis das Unterleib so ausgenutzt ist wie das von Gina Wild. Und dann mit 11, das erste Mal Schwanger. Ich mein, man ist ja noch jung und kann nicht an alles denken, das eine reitzt das frische Hirn vollständig aus. Ich meine, es gibt solche und solche. Die einen fangen früher an, die anderen später, noch andere wissen bis zum Rentenalter nicht Bescheid. Elf und Schwanger kann ein schlimmer Unfall sein, gepaart mit unheimlich viel Unvernunft. Aber das Extrem steigert sich noch, elf und schwanger und drei potenzielle “Väter”. Als ich das gelesen habe, bin ich vom Sessel gefallen. Unglaublich schräg, pisa-entsprechend und irgendwie auch ein bisschen modern. Warum sollen kleine Mädchen nicht auch sexuell aktiv sein, während die Jungen in dem Alter schon wettwichsen? Vieles kann man irgendwie erklären, nicht unbedingt gerechtfertigen, aber das wäre auch verfrüht in diesem Entwicklungsstadium. Wenn sich schon nicht die Erwachsenen um den Fortbestand der Deutschen kümmern, müssen eben die Kinder ran. Wie damals bei Adolf…In der DDR war man erst mit 30 Großpapa, aber in der BRD ist alles größer, weiter, besser und vor allem früher.
Es ist nur eine Frage, die wirklich bleibt: Was soll aus der Jugend noch werden?
Sa 10. Februar 2007
Von Martin Heidenreich • Gefühlslage:
BeeindrucktKeine Kommentare
Wie fühlt man sich nach knapp 3 Stunden Musik vom anderen Stern bzw. eigentlich einer anderen Insel?
Das Robinson-Crusoe-Konzert des faszinierenden, ich nenn es mal so, Liedermachers Rainald Grebe war etwas Ungewohntes. Ungewohnt witzig. Ich war gestern Abend im Schwimmbad, da wo man in Umkleidekabinen auf Toilette geht. Die Location war schon ein Hit. Die hohe Luftfeuchtigkeit sehr angenehm. Und dann trat auch noch ein Künstler auf, der ein Bart aus Dichtungshanf trägt. Wer Interesse hat, den gibt es zur Zeit bei Hornbach im Angebot. Es war eine tolle Erfahrung, mit einem von der Heimat inspirierten Menschen um die Welt zu segeln. Alle waren dabei: Rauben, die übers Klavier krabbelten, Ronald McDonald und der Pizza-Lieferant von nebenan. Was ich mitnehme aus der Zeit gestörter hinten um die Ecke denkender Musik, ist einfach. a) Unterschiede, b) Anderssein, c) Sich manchmal in sich selbst hineinversetzen. Ein paar Stunden hat die Kultur in eine kulturlose Kulturhauptstadt kultig Kultur gebracht und begeistert. Irgendwann hat jede schöne Zeit ein Ende und Robinson geht wieder dahin, woher herkommt, ins Hotel Mama.
Achja, die Antwort auf die eingangs gestellte Frage – war nämlich keine rhetorische, die kommen nur am Schluss gut an – ist: Anders Neugeboren.