Lebend


Der Tag der deutschen Einheit wird volljährig.
Gestern Abend wurde ich etwas enttäuscht. Grund dafür war die folgende Einladung:

Dies ist Anlass genug, dass die Jungen Liberalen auf die Straße gehen, um für die Abschaffung des Solizuschlages zu werben.

Wir sind nun aus den Kinderschuhen und jetzt muss sich etwas ändern. NRW und NRWs Bürger zahlen jährlich Millionen Euro an Zuschüssen für den Aufbau Ost, während in unserem eigenen Bundesland Investitionen von Nöten sind.

Wer Lust hat, gegen den Soli zu werben, ist herzlich eingeladen.

Ich bin für einen anderen Blickwinkel. Statt sich darüber zu ärgern, sollte lieber auf die Erfolgsgeschichten der letzten 18 Jahre geschaut werden. Es hat sich viel bewegt und der Osten hat in verschiedenen Gegenden Anschluss gefunden bzw. die Möglichkeiten des einst gloreischen Westens überholt. Der Soli-Zuschlag hatte und hat durchaus sein Berechtigung. Macht es allerdings nicht mehr Sinn, die eingespielten Gelder mehr in den Länderfinzanzausgleich zu stecken und diesen nach bundesweiten Problemkindern auszurichten?

Aber genau solche Diskussionen gehören nicht an unseren Nationalfeiertag. Diesen sollten wir lieber genießen und stolz auf unser Land schauen. Da bleibt dann auch später noch Zeit für Fußball ;)

Die Überschrifft stammt übrigens von unserem Bundespräsident Köhler vom diesjährigen Festakt zur deutschen Einheit. 

Auf den Weg ins Ruhrgebiet, das übliche Problem. Natürlich stand ich kurz vor Hagen im Stau. Nichts ging mehr. Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei versuchten sich durch die Autokolonne zu quälen. Etwa 10 Meter vor mir war Schluss. Die 10km Stau hinter mir waren noch zu passieren, aber dann…Eine wichtige Feststellung ist aus, dass die verschiedenen Einheiten zuu wenig kommunizieren, sonst hätten nachfolgende Einheiten den Versuch gar nicht erst waagen brauchen. Das ist durchaus ausbaufähig. Ich stand 2h im Stau und hatte dementsprechend Zeit etwas Sinnvolles zu tun. Ein Hoch auf die Erfindung von Notebooks und UMTS. Dank meiner wiedergekehrten Sucht wurde es auch nicht langweilig.
Über Umwege fuhr ich dann über Landstraßen zur A43. Ein Navigationsgerät ist schon etwas Tolles. Der Rest des Weges war nur Formsache. In Bochum angekommen, klingelte das Handy auch direkt. Etwas verwundert, vorher die Leute von meinen spontanen Plänen erfuhren, verabredete ich mich für den Abend direkt. Es hieß nämlich: Eröffnung des Bayern-Zeltes auf der Cranger Kirmes.

Wir fuhren zu Andre, um das übliche Vorgeplänkel mitzunehmen. Dort warteten natürlich ein paar andere Genossen, mit denen sich der Abend gestalten sollte. Wir gingen zu Fuß an den Rhein-Herne-Kanal. Ich sorgte für viel Gelächter als ich eine Bierflasche in einen aufgehängten Mülleimer an einer Bushaltestelle warf. Ich wollte vorbildlich sein. Aber nein, irgendein Spaßvogel hat den Boden abmontiert, sodass die Flasche demzufolge direkt auf die Straße fiel und sich im Bruch erwartungsgemäß gut verteilte. Ein Schauspiel für die Götter.
Auf der Cranger Kirmes angekommen, traf ich natürlich direkt auf Sandra. Hat mich gefreut, dich wieder zu sehen, allerdings musst du meine verhaltene Reaktion verstehen, da wir uns erstmal selbst einfinden mussten. Im Bayern-Zelt war der erste Eindruck, eine impulsante Massenschlägerei und unglaublich viel verspritzten Blut und Platzwunden. “Herzlich willkommen im Ruhrgebiet dachte ich”…Die Security versuchte für Ordnung zu Sorgen, aber im Nachhinein ist das ziemlich zwecklos. Im Vergleich dazu war der restliche Abend nur Formsache, da Kathi & Co. sowieso erst morgen da sein werden. Ein paar Bier flossen natürlich trotzdem…
Auf den Weg zu Tim nahmen wir noch Simon mit, der in 3h wieder arbeiten musste. Naja, der Weg zog sich auch für uns ;)
Nur konnten wir gemütlich ausschlafen.

Ich kann sagen, das Wochenende stand im Zeichen einer Person. Wir haben uns keine Minute zu viel gesehen, eher im Gegenteil. Auf das Treffen am Samstagabend habe ich mich bereits die letzten Tage gefreut. Ich machte mich rechtzeitig auf den Weg, wurde allerdings zügig gebremst. Nach dem Einkaufen kam eine SMS, die auf eine kleine Verzögerung hinwies. Natürlich war ich etwas traurig, weil dadurch meine Spannung aufs Extremste steigt, aber die Vorfreude wurde bestimmt um keine Mikrometer getrübt.
Dadurch hatte ich Gelegenheit, mich noch etwas in der Goethe Galerie umzuschauen. Und sowas gefällt mir in der Regel immer ganz gut.
Bei Maria angekommen, machten wir uns gemeinsam auf den Weg ins Jenaer Zentrum. Wer hätte es gedacht: Zum Einkaufen. Da ich schnell merkte, meine Beine machen durch den gelaufenen Marathon keine Freude, begaben wir uns schnell zum Eisessen. Die Entspannungsphase wurde also vorgezogen, um später bei H, M & Co. nochmal richtig anzugreifen. Nachdem wir einen Happen zu uns nahmen, sind wir zur Wilhelmshöhe gefahren. Das zwar zu spät, aber ein Glas haben noch bekommen. Die Unterhaltung wie auch Atmosphäre war anfangs sehr reizend, wurde allerdings durch die dort stattfindende Familienfeier leicht getrübt. Es wurde um uns plötzlich ziemlich laut, aber wir haben uns verstanden – das ist wichtig.
Es sind die äußeren Einflüsse, die unsere Treffen noch etwas untermalen. Beeindruckend die Feuerwerke. Ich finde es beeindruckend, durch die unerklärlichen wiederholenden Lichteffekte noch einen Funken extra zu erhalten. Die von mir gesehene Sternschnuppe hat meinen persönlichen Einfluss noch ausgebaut. Keine Sorge, ich habe mir schon das Richtige gewünscht. Das Richtige für uns vielleicht?
Später haben wir uns im Studentenwohnheim noch stundenlang über meine peinliche Vergangenheit unterhalten. Auch, wenn es für mich natürlich manchmal nicht so einfach war, bin ich froh, dass die Sachen bereits früh “raus” sind. Der Haken ist gesetzt. Irgendwann wurde es Zeit zu gehen. Aber das Gute, wir sehen uns bald wieder. Obwohl es nicht lang her ist, freue ich mich schon sehr auf heute Abend…

Ich finde, wir sollten diese Phase genießen und ausschöpfen und die Entwicklung der Dinge nicht zu schnell verlaufen lassen.

dito.

Nachtrag: Schade, dass die Dinge leider doch zu schnell weggeschmissen wurden.

Der Tag begann recht früh, um 7 Uhr, um es genau zu nehmen. Ich wollte frühzeitig mit meiner Arbeit fertig sein, um im Anschluss in der POM Arena etwas Sport zu treiben. Da ich zu früh war, machte ich mich an den Geräte warm. Das sollte ich eigentlich nicht, um mich vor den Eingangstest nicht unnötig auszupowern. Eingangstest bedeutet Fahrradfahren, dabei soll je nach Leistungsvermögen ein gewisser Puls erreicht werden. Ich wollte ganz großfressig das Maximum austesten. Ich fuhr und fuhr und regelmäßig wurde je nach Herzschlag die Schwierigkeit erhöht. Bei der höchsten Stufe musste ich 15 Sekunden vor Schluss aufgeben, da mein Radel nicht mehr in Schwung kam. Es war eine extreme Erfahrung, zu merken, dass einfach nichts mehr geht.

Im Nachhinein wurden die aufgezeichneten Daten analysiert und ich konnte meine Leistungskurve begutachten. Ein wahrer Traum. Noch schöner allerdings die Regenerationskurve, die ist linear mit starken negativen Anstieg. Das habe ich auch live gespürt, denn nach dem Test habe ich noch etwa 30 Minuten fleißig trainiert.

Der Tag begann recht früh. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging ich mit meiner Omi noch einkaufen. Das war zum Ostersamstag eine Entscheidung, die die ganze Stadt traf. Irgendwie waren alle da, sogar Diana - Der Grund für den APFC, zu aller Erinnerung: Anti-Pferde-Freak-Club. Da ich etwas in unter Druck gesetzt – nicht durch mich – sondern eher meine eilende Großmutter, blieb keine Zeit zu intensivem Kontakt. War auch gut so.
Nach diesem Einkauf gings direkt ins Paradies. Und: Wer hätte es erwartet, zum Einkaufen. Solch Kleinigkeiten wie einen Staubsauger und Messbecher brauchte ich unbedingt noch.

Danach brachte ich die Wohnung in Schuss. Denn Tina war für ungefähr 17 Uhr angekündigt. Ich holte sie von der Bahn und die Blicke waren bei der Ankunft in diesem Gebäude erst etwas ungläubig. Es war ein Witz, wie erstmal alles begutachtet werden musste. Notwendige Vergleiche zu einem Hotel folgten. Wir unterhielten uns recht intensiv über uns, Gott und die Wirtschaft. Das Übliche eben, das übliche was mir so gefehlt hat.
Später wollten wir uns richtig weggehen. Auf den Weg zu Bahn, fuhr sie uns fast vor der Nase weg. Durch einen intensiven Endspurt schafften wir den Sprung in die rollende Orchester-Veranstaltung gerade noch so.

Unser Ziel. Der Tower. Es sollte mein zweites Mal werden. Wir tanzten recht intensiv, die Zigarettenschachten verschwanden und alles war ganz ausgiebig. Nur getrunken wurde nicht mehr so viel. Es war dennoch ein gelungener Abend, der halb vier zu Ende gehen sollte. Die Bahn, welche uns nach Hause bringen wollte, wartete quasi vor der Tür. Tina stieg nach 2 Stationen im Paradies wieder aus und ich war quasi auf dem Weg zur Endstation. Wie das so ist in den Jenenser Bahnen wirds nicht langweilig. Ich wollte eigentlich schlafen, aber nahm die Wendung ging mit - ich lernte drei nette Mädels kennen, die von einer Party im Pferdestall kamen. Ohne Worte.
Der Tag endete wie er begann. Es läuft scheinbar alles rund…

DFB-Halbfinale. Und mittendrin der Thüringer Traditionsverein aus Jena. Wer hätte das gedacht? Der Gegner Borussia Dortmund ist da schon eher ein bekannter Club des bezahlten Fußballs. Auch, wenn die Leistung in der Liga ähnlich schlecht ist wie die des FCC, steht der klare Favorit des Duells wohl fest.
Ich habe mit großer Spannung auf das Spiel gewartet. Das Vorgeplänkel des ZDF war teilweise ganz ansehnlich, weil bspw. Bilder aus erfolgreichen Zeiten des Thüringer Fußballs gezeigt wurden. Da hat der kleine Fan Martin ganz schon Gänsehaut bekommen. Hans Meier tat sein Bestes dazu.

Das Spiel ging los und Dortmund drückte direkt. Jena hat sich zurückdrängen lassen und schnell war der Führungstreffer des BVB im Netz. Danach jedoch nahmen die Zeissianer das Zepter in die Hand, nur leider ohne Ergebnis - wie es so oft in den letzten Wochen vorkam.
Nach dem Platzverweis vom Jan Simak in der zweiten Halbzeit, der zu diskustieren ist, konnte Jena gut gegen halten. Die Glanzparaden des Jenaer Torhüters verhinderten ein Ergebnis in schlimmeren Ausmaßen. Dennoch stand es zum Ende der Spielzeit 3:0 für Dortmund.
Das Ergebnis sieht aus der Sicht des Ruhrgebiets-Vereins besser aus, als es der Leistung angemessen wäre.

Natürlich hat Dortmund verdient gewonnen. Ich bin dennoch der Meinung, dass sich der FCC super präsentiert hat und den gestandenen Favoriten lange Zeit nervös machte. Dortmund kam wie die anderen DFB-Pokalgegner mit der eigenen Spielweise von Jena nicht gut klar. Bekannte Abwehrschwächen des FCC machen dann dennoch den Sieg möglich, der ohne Frage zu hoch ausfiel…

Gestern war ich mit Lars in Radevormwald. In einer Grundschule fand dort eine Feierlichkeit statt. Wie das auf einem Dorf so üblich ist, kommt alles im Sinne von jung und alt zusammen, wenn denn schon mal etwas los ist. Das war an sich auch alles ganz witzig. Peter Wackel sollte als Animateur da etwas Stimmung rein bringen. Die Massen und Mädels war begeistert. Ich guckte mir das gespannt an und wippte dann trotzdem brav im Takt.
Da ich morgens direkt nach Köln fahren wollte, blieben wir allerdings nicht so lang. In Gevelsberg redeten wir dann noch etwas und Lars schaute “Und täglich grüßt das Murmeltier…”. Ein göttlicher Film bei dem mir jedoch regelmäßig die Augen zufielen. Und das hatte nichts mit dem Film zu tun!

Am nächten Morgen 9:00 Uhr wachten wir auf und frühstückten in Ruhe. Während Lars frische Brötchen besorgte, plante ich meine Reise in die heimliche Hauptstadt NRWs. Über Hagen fuhr ich dann nach Köln. Dort wartete Katharina, ihre Mum und ein Bekannter schon sehr gespannt auf mich. Nach einer Kanne Kaffee ging es auch direkt ans Werk und der Umzug war im vollen Gange. Das Umzugsauto war recht flott ausgeladen, die Möbel problemlos zusammengebaut. Alles in allem hat das wunderbar funktioniert, auch wenn man vorher etwas Angst um die wenige Zeit hatte.
Nachdem Kathis Mum schon weg waren, aßen wir noch eine leckere Pizza um die Ecke. Meine Müdigkeit zwang mich dann auch recht schnell, den Heimweg anzutreten. Somit hatte Kathi auch endlich Ruhe, ihr neues Zuhause in Köln einzurichten/einzuräumen. Außerdem werden wir uns ja morgen schon wieder sehen!

Nach einem freundlichen “Schönen guten Morgen” von mir, schaute ich in ein schockiertes Gesicht. “Wie fühlst du dich denn?” “Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen!” – “Wieso das denn?” “Wegen dir, du hast so laut geatmet.” – “Wieso hast du mich nicht erweckt?” “Das hätte doch nichts genützt”. Herr Gott nochmal. Ich muss weg. Ich habe mich noch in Ruhe geduscht und gefrühstückt. Danach schnell meine Sachen gepackt und dann aber weg. Ich habe noch nie ohne Worte jemanden verlassen.
Ich hätte also noch viel zeit für eine ausgiebige Stadttour. Unglaublich aber war, vor dem Schluss Bellevue traf ich Steffi als ich gerade die Straße überquerte. Berlin zieht so einige Menschen an. Nach einem kurzen Plausch gingen wir dann weiter unsere Wege. Hoffentlich werden die sich dann bald auch mal wieder vereinen. Ich bin optimisch.
Von meinen restlichen Eindrücken, die ich das gesamte Wochenende erleben durfte, kann man sich unter meinen Bilder traumhafte Motive Berlins anschauen. Die Bilder drücken hoffentlich aus, wie begeistert ich war und immer noch bin.

Ich war auf dem Rückweg vom Berliner Hauptbahnhof nach Hagen. Nach nerviger Verspätung meines Nachtzuges habe ich mich auf meinen Platz zurückgezogen. Geschlafen. Und dann bin ich pünktlich kurz vor meiner planmäßigen Ankunft aufgewacht. Ich guckte mich um und sah Kühe auf der Weide, Berge und Zusatzzüge zur Wiesn. So sieht das Ruhrgebiet selten aus. Und von Köln oder Wuppertal war weit und breit nichts zu sehen. Nach kurzer Zeit war es gewiss, ich bin in Bayern. Obwohl es nirgends ausgeschildert war und mich auch keiner aufmerksam machte, wurde der Zug getrennt und natürlich befand ich mich im falschen Teil. So, nun bin ich gerade in Nähe von Ingolstadt und die ersten Vorlesungen und Übungen in der FH finden leider Gottes ohne mich statt. Nun ja, das bayrische Volk ist immerhin ganz nett. In der Umgebung fühlte ich mich tatsächlich ziemlich wohl. Gerade kam im ICE, der mich langsam an mein eigentliches Ziel bringen soll, eine Durchsage sage. Und ich bekam direkt Gänsehaut. Was war das wohl? Und los, ich lasse es gern nochmal ablaufen: “In Nürnberg besteht Anschlussmöglichkeit zum ICE nach Berlin über Jena-Paradies, Leipzig und Dresden.” Göttlich. Nochmal? Ja, aber diesmal nur in Gedanken. Ich will meine Leser ja nicht vergraueln. Naja, fröhlich gestimmt geht meine Reise weiter. Vorbei an Aschaffenburg und Frankfurt gehts in aller Ruhe nach Köln. Ich bin gespannt, ob ich heute noch im Ruhrgebiet ankomme. 4 Studen soll es mindestens noch dauern.

Nachdem ich die letzten tage viel gelaufen bin, brauchte ich etwas Entspannung. Den Samstag verbrachte ich komplett auf der Couch und genoss Kathis Nachmittagsfernsehprogramm. Unterschichtenfernsehen macht auf Dauer krank. Naja, aber zum Glück war ich noch müde genug, um viel zu schlafen.
Gute Nacht.

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