Züge an Freitagabenden sind grundsätzlich nicht die leersten. Vergangenen Freitag hatte ich den Eindruck, dass der ICE Richtung Hamburg besonders voll ist. Ich fand noch einen freien Sitz. Ich war sehr froh, weil über 4 Stunden Fahrt im Stehen nicht so angenehm sind. Der Sitz neben mir war reserviert, jedoch nicht besetzt. Ich holte mein Notebook heraus – fing an zu arbeiten.
Plötzlich eine Stimme von einer stehenden Person neben mir: „Der Zug ist aber ganz schön voll.“ – „Sie können sich auch setzen, der Platz neben mir ist zwar reserviert, aber noch frei.“ – „Ja, ich habe den Platz reserviert. Wollte aber nicht beim Arbeiten stören.“

Leider waren drei der vier Stunden Fahrt nicht zur Arbeit zu gebrauchen. Aber zumindest war eine nette Unterhaltung möglich und die Zeit verging wie im Zuge. Passend zum Artikel „Abstrakt“ waren die zunehmende Dramatisierung der Wohnungssituation in Großstädten und Ausbauhäuser das Thema. Ausbauhäuser als Form von Fertighäusern waren mir selbst bisher kein Begriff, aber grundsätzlich eine interessante Idee. Leider wird dieses Konzept wahrscheinlich im Zuge der aktuell aufblähenden Immobilienblase zunehmend an Bedeutung verlieren, aber durchaus interessant, um leerstehende Häuser zumindest vor dem Zerfall zu schützen. Aktiv betrieben beispielsweise von der Berliner Regierung, wenn auch etwas unfreiwillig – siehe Tagesspiegel „Besetzte Schule in Berlin„.
Ich bin zumindest gespannt, wie sich die Wertentwicklung der Schule in den nächsten Jahren gestaltet.