Ich bin ja durchaus als Freund der Deutschen Bahn bekannt. Oder anders: Ich kann den Zorn vieler Reisender über pauschale Aussagen von Verspätungen, Krisenmanagement oder unfreundlichen Kundenkontakt nicht immer nachvollziehen.
Meine kürzlichen Ausflüge mit Alternativanbietern Fortbewegung auf Gleisen waren nur bedingt erfreulich.

eurobahn
Der Einstieg in einer überfüllten Zug der eurobahn bereitete unmittelbar Unbehagen. Der Zug war überlaufen, die Sitzplätze und Gänge waren verstopft. Bedackt mit Koffer und zwei Taschen, was an sich logistisch als Einzelperson bereits eine Herausforderung ist, ergatterte ich mir den letzten freien Platz im Zug. Der einzige Haken: Der Sitzplatz war in der 1. Klasse.
Weniger Kilometer vor meinem Ziel wurde bei einer Fahrscheinkontrolle nach meinem Ticket verlangt. Dies hatte ich leider nur für die 2. Klasse. Aus vergangenen Erfahrungen vergleichbarer Sachverhalte bin ich bisher immer auf ein gewisses Verständnis der Zugbegleiter gestoßen. Entweder ich konnte den Aufpreis nachordern oder habe mich einfach unmittelbar umgesetzt bzw. umgestellt. Die Dame war leider wenig kommunikativ und hatte kein Verständnis für mein Verhalten.
„Dieser Sachverhalt wird gewertet, als hätten Sie kein Ticket. Es ist ein Bußgeld in Höhe von 40,- Euro zu zahlen.“
Am Liebsten hätte ich der unsysmphatischen Person die 40,- Euro unmittelbar gegeben, damit sie sich ein Buch zum Thema zwischenmenschlische Kommunikation kaufen kann.

ALEX
Meine erste Fahrt mit der bayrischen Regionalbahn ALEX. Die Tranporter haben sich von ihrer besten Seite präsentiert, getreuch nach dem Motto „Schlimmer geht’s immer“.
Die Deutsche Bahn hat sie ausgemustert. Die Waggons aus den 70er Jahre starten bei ALEX ihr zweites Leben. An einem heißen Sommertag spürt man den eingeschränkten Wärmeaustausch im Sinne einer Klimaanlage noch anderer Möglichkeiten von Frischluftzufuhr extrem intensiv. Die Überfüllung des Zuges bot keinerlei Platz auch nur für kleinste Bewegungen. So konnte ich mir nichtmals die Schweißperlen abwischen.
Nach dem zweiten Haltepunkt kam es zu einem nicht zuvor angekündigten Fahrtabbruch: Bitte alle aussteigen. Nach Wartezeit am Bahnsteig fuhr später ein Ersatzzug ein, der weder mehr Fahrgastkapazität noch höheren Standard bot. Also bemerkenswert schlecht organisiert. Der Ersatzzug startete die Fahrt. Am nächsten Haltepunkt kam es widerrum zum Stillstand. Ungewisse Wartezeit ohne jegliche Kommunikation. Die bisher entstandene Verspätung (~2h) spielte keine Rolle mehr. Nur das Ziel, irgendwann anzukommen sollte doch bitte noch erreicht werden.
Am letzten Umsteigebahnhof war ich extrem froh, wieder frische Luft zu atmen. Wenn diese auch mit 30 Grad nicht alt zu abkühlend wirkte.
Alles in Allem eine katastrophale Fahrt, die erst nach Umstieg in einen Zug der Deutschen Bahn wieder halbwegs strukturiert wurde. Als mündiger Bürger hätte ich eine Alternativverbindung ohne Privatbahn bevorzugt.

Ich werde in Zukunft mehr Acht darauf geben, in welchen Zug ich einsteige. Der ist entweder rot oder weiß und es steht immer DB drauf.